Freiburg 21.05.2016

Grangeneuve erhält einen Preis für den Lehrgarten

In Grangeneuve wird der Garten zum Klassenzimmer für Berufsschüler.Bild Charles Ellena
Die Schweizerische Umweltstiftung hat das Landwirtschaftliche Institut Grangeneuve für seinen Lehrgarten ausgezeichnet. Das Preisgeld von 10000 Franken will Grangeneuve in Erklärungsschilder investieren, um das Naturparadies allen Interessierten zugänglich zu machen.

Frauenmantel, auf dessen Blätter Tautropfen perlen, Libellen, die über den Weiher schwirren, rot blühende Lichtnelken: Der Lehrgarten in Grangeneuve ist ein kleines Paradies. Und er ist ein Klassenzimmer mitten in der Natur: Berufsschülerinnen und -schüler aus dem Bereich Gartenbau lernen hier, wie ein Naturgarten aus einheimischen Pflanzen aussehen kann und wie sie selber einen kreieren können. «Was man hört, vergisst man wieder. Wenn man etwas sieht und damit arbeitet, behält man es», sagte Alexandre Horner, Chef des Bildungszentrums für Naturberufe am Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve, gestern vor den Medien.

Das Institut hat Grund zum Feiern: Am Donnerstagabend hat die Schweizerische Umweltstiftung dem Lehrgarten die Goldmedaille beim Umweltpreis 2016 verliehen.

Der Gartenbau ist seit 2007 ins Landwirtschaftliche Institut integriert. «Unsere Bedingung war, dass das Institut einen Lehrgarten einrichtet», sagte Jan Maendly, Präsident der Freiburger Sektion Jardin Suisse. Vor zwei Jahren hat das Institut diesen eingeweiht, kreiert haben ihn die Dozenten von Grangeneuve. «Schliesslich arbeiten sie damit», sagte Alexandre Horner. Der Garten sei innovativ und gebe den Schülern Ideen, die sie im Lehrbetrieb umsetzen können. «Viele Leute ziehen ins Grüne, um dann einen Steingarten aus ihrer Umgebung zu machen, das ist doch schade», sagte er. Mit einem Naturgarten könne man einheimische Pflanzen fördern und damit Lebensraum für Insekten, Bienen und Vögel bieten.

Auch Landwirtschaftsdirektorin Marie Garnier lobte den Naturgarten: «So lernen die Schüler, dass es auch ohne Dünger geht, in dem man die richtigen Pflanzen an den richtigen Ort setzt.»

 Wie Jan Maendly sagte, entspricht der Naturgarten auch einem Bedürfnis der Kunden von Gartenbauunternehmen: «Die Leute werden sensibler, zumal Pestizide Negativschlagzeilen machen.» Mit der Natur zu arbeiten habe verschiedene Vorteile: Es koste weniger, da man kaum Dünger kaufen müsse, und es gebe weniger zu tun.

Für alle zugänglich

Der Preis der Umweltstiftung ist mit 10 000 Franken dotiert. «Wir wollen das Geld nutzen, um den Garten der Allgemeinheit zugänglich zu machen und ihn zu erklären», sagte Grangeneuve-Direktor Pascal Toffel. So will das Institut Erklärungsschilder und Beschriftungen aufstellen.