Bulle 22.09.2014

Zuchtstiermarkt ist neu auch ein Familienanlass

Fachsimpeln, staunen und flanieren am Zuchtstiermarkt in Bulle.Bild Alain Wicht
Der 115. Zuchtstiermarkt in Bulle fand dieses Jahr zum ersten Mal an einem Samstag statt und zog dank einem bunten Rahmenprogramm nebst den Kennern auch ein breites Publikum an. Auf den Handel selbst hatte dies keine spürbaren Auswirkungen.

Entspannt und friedlich standen die rund 300 Zuchtstiere nebeneinander im Ausstellungszentrum Espace Gruyère. Leidenschaftliche Züchter, fachkundige Händler und interessierte Besucher zwängten sich durch die Stallungen, um besonders herausragende Tiere ausfindig zu machen. Auch begeisterte Kinder flitzten über das Gelände, wagten es sogar, da und dort einen Muni zu streicheln. Furchteinflössend sahen diese nicht aus, imposant allerdings schon. Und vor allem: vielversprechend. Vielversprechend deshalb, weil sie den Züchtern lukrative Geschäfte ermöglichen und den zukünftigen Besitzernerfolgreiche Nachkommen versprechen. Die Jüngsten unter ihnen waren gerade mal sechs Monate alt und, wie Kuhkälber auch, einfach herzig. Ihre mehrjährigen Genossen hingegen imponierten durch einen stämmigen Körperbau. Gemäss den Organisatoren gehörten die am 115. Zuchtstiermarkt in Bulle von vorgestern Samstag ausgestellten Stiere zur Schweizer Elite. Vertreten waren die Rassen Red Holstein, Holstein, Simmental und Swiss Fleckvieh. Bertrand Droux, seit 1991 Geschäftsführer des Grossanlasses, ist nach wie vor fasziniert vom Stier: «Der Stier symbolisiert Kraft, Fruchtbarkeit und Fülle.» So sei das Ziel der Ausstellung, die Schweizer Milchrassen zu fördern und den Züchtern eine geeignete Plattform zu bieten. «Durch unser Rahmenprogramm möchten wir auch dazu beitragen, die Verbindungen zwischen dem Stier, dem Menschen und Bulle zu stärken», begründete Droux das neue Konzept. Fand der Zuchtstiermarkt bisher an einem Dienstag statt, wurde er dieses Jahr zum ersten Mal an einem Samstag durchgeführt. Die Organisatoren wollten damit ein noch breiteres Publikum ansprechen und den Anlass auch bewusst familienfreundlich gestalten. «Wir möchten den Samstag künftig beibehalten, damit die gesamte bäuerliche Familie anwesend sein kann», erläuterte Präsident Ernest Schläfli. Das vom Club Greyerz organisierte Schwingfest sowie die Zusammenarbeit mit der Organisation «Chilbi im Freiburgerland» trugen dazu bei, dass der Grossanlass zu einem fröhlichen Volksfest wurde. Allerdings mussten die 184 Aussteller aus fünf verschiedenen Kantonen feststellen, dass dies den Handel nicht anzuregen vermochte. «Es hat zwar mehr Besucher, nicht aber mehr Händler. Zum Verkaufen sieht es momentan nicht so gut aus», stellte Jungzüchter Stefan Guggisberg aus Englisberg BE fest. Für Adrian Maurer aus St. Ursen ist das nicht neu: «Es ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden.» Dennoch ist der Markt für die Züchter ein wertvoller gesellschaftlicher Anlass. «Es ist jedes Jahr wieder schön, hierherzukommen», so Maurer.

Rangierung

Red-Holstein-Stier ist Publikumsliebling

Rund 300 Spitzenstiere buhlten im Espace Gruyère um die Gunst der Richter. Rolf Dummermuth aus Fahrni bei Thun richtete die Rassen Simmental und Swiss Fleckvieh, mit je rund 40 angemeldeten Stieren. Bei ersteren erhielt Sandro von Eric und William Curty aus Villarimboud den Championtitel (Züchter: Melchior Grossen, Kandergrund). Swiss Fleckvieh Champion ist Frisco von Beat Haldimann aus Signau (Züchter: Hanspeter Tanner, Reutigen). Roland Rothenbühler erwählte aus knapp 120 Red-Holstein-Stieren Impact aus der Zucht und dem Besitz von CE Gobet und Vallélian aus La Tour-de-Trême zum Champion. Die knapp 100 Holstein-Stiere schliesslich wurden von Bruno Charrière aus Cerniat gerichtet. Champion ist Coldplay aus der Zucht von Edgar Julmy aus Gurmels. Das Publikum wählte Impact zum Publikumsliebling.jbd