Kantonslager 18.07.2014

650 Solothurner Pfadis in Alterswil

Das Gelände des Gluntachers bei Alterswil mit den ersten Zelten und Bauten für das Kantonslager der Pfadi Solothurn.
Während zwei Wochen verwandelt sich der Gluntacher bei Alterswil in einen Schauplatz für Seemannsgeschichten. Die Organisation des Kantonslagers der Pfadi Solothurn mit 22 Abteilungen ist aufwendig, wie ein Augenschein zeigt.

Vom 13. Juli bis zum 25. Juli findet auf dem Gluntacher bei Alterswil das Kantonslager der Pfadi Solothurn statt. «Endlich ist es so weit», sagt Elias Niklaus alias Tiki, Hauptlagerleiter des Kantonslagers. «Wir haben lange auf diesen Augenblick gewartet. Nun ist er da und es wird hoffentlich ein voller Erfolg.» Rund 650 Personen haben sich am vergangenen Sonntag in Alterswil eingefunden und haben sogleich begonnen, ihre Zelte aufzuschlagen. «Jede Abteilung der Pfadi Solothurn (siehe Kasten) ist hier und baut ihr eigenes Dorf auf», erklärt Tiki.

Riesige Organisation

Der Startschuss für das Kantonslager fiel mit dem ersten Lagerhöck–so heissen die Sitzungen der Pfadis. Dieser habe im Januar 2011 stattgefunden, erzählt der Lagerleiter. Von da an waren circa 80 Leute an der Organisation des Lagers beteiligt. «Natürlich ist so ein Lager mit einem grossen Aufwand verbunden. Aber von Anfang an freuten wir uns auf dieses Grossereignis», schwärmt Tiki.

Einen geeigneten Lagerplatz für das Kantonslager zu finden, sei nicht sehr einfach gewesen, wie der Pfadileiter erzählt. Seit dem ersten Lagerhöck hat sich ein Team darum gekümmert. Zu Beginn waren sie im Verkehrshaus in Luzern. «Dort hat es eine 200 Quadratmeter grosse Karte der Schweiz im Massstab 1:20 000. Damit haben wir als erstes versucht, geeignete Plätze ausfindig zu machen.»

Nach Ausschluss der Plätze der letzten grossen Pfadilager–um auch andere Regionen der Schweiz zu entdecken–kamen drei Plätze in die engere Auswahl. «In Alterswil sind wir auf eine sehr wohlwollende Gemeinde gestossen. Auch die drei Landwirte, auf deren Land wir nun campieren, waren schnell einverstanden», sagt Tiki. Nachdem die Landverträge ausgearbeitet waren, konnte die Organisation für das Lager richtig losgehen.

Essen zubereiten

Kochen für 650 Leute stellt eine grosse Herausforderung dar. «Vor dem Lager wurden die einzelnen Abteilungen in die Planung des Essens miteinbezogen», erklärt der Lagerleiter. «Es stellte sich die Frage, ob jede Abteilung selber das Essen organisiert oder wir einen Menüplan für alle erstellen. Nun haben wir für alle den Menüplan erstellt, jede Abteilung kocht aber selber.» Nur die Leiterinnen und Leiter sowie die «Wölfe»–die Sechs- bis Zehnjährigen–werden von einer grossen Lagerküche bekocht. Die Lebensmittel erhalten die Pfadis direkt von der Migros, welche die Hauptsponsorin des Kantonslagers ist. Jeden Mittag liefert die Migros die Lebensmittel für 24 Stunden direkt auf den Zeltplatz. So braucht es nicht ein riesiges Lebensmittellager und alles bleibt frisch.

Programm und Motto

Das Kantonslager der Pfadi Solothurn steht unter dem Motto «Volle Leuchtkraft voraus». In der Mitte des Zeltplatzes wurde ein grosser Leuchtturm aufgebaut, und ein wenig abseits steht ein Piratenschiff. «Zwei Personen haben mit den Organisatoren ein Motto ausgearbeitet und dazu eine Geschichte geschrieben», erklärt Tiki. «Der Leuchtturm ist altersschwach und die Leuchtkraft lässt nach. Der Turm soll abgerissen werden. Die Leuchtturmwärter Greti und Oski, unsere Hauptakteure im Lager, wollen dies aber verhindern. Nun sollen die Pfadis ihnen helfen, den alten Leuchtturm zu retten.»

Vor dem Lager hätten alle Abteilungen eine Flaschenpost mit dieser Geschichte erhalten. So konnte jede Abteilung ihr Programm auf die Geschichte einstellen. «Jede Gruppe gestaltet ihr eigenes Programm. Aber es gibt natürlich auch gemeinsames Programm für alle», ergänzt Tiki.

Aufbau im Regen

Die ganze Woche vor dem Lager, als viele Helfer einige Lagerbauten errichteten, hat es geregnet. «Die Motivation ist ziemlich eingebrochen. Wir haben während fünf Tagen nicht einmal die Sonne gesehen», sagt Tiki. Dafür hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der ersten Woche schönes Wetter und die Kin- der seien topmotiviert, den Leuchtturm zu retten.

Eine Abteilung hat gegen die Nässe Zelte in der Höhe aufgestellt.Das Motto «Volle Leuchtkraft voraus» ist überall anzutreffen.Der Leuchtturm steht im Zentrum des Kantonslagers.

Zahlen und Fakten

200 Kilo Brot und 310 Liter Milch pro Tag

Täglich brauchen die Pfadis 35 Kilo Rüebli, 110 Kilo Teigwaren, 66 Gläser Konfitüre, 200 Kilo Brot, 310 Liter Milch und 32 Kilo Cornflakes. Neben den 22 Abteilungen der Pfadi Solothurn sind im Kantonslager in Alterswil auch zwei ausserkantonale Pfadigruppen: eine aus Sulgen im Kanton Thurgau und die Pfadi Rymenzburg aus mehreren Gemeinden des Kantons Aargau. So kommen rund 400 Kinder, 150 Leiterinnen und Leiter sowie 100 Helferinnen und Helfer zusammen. Für die Bauten und die ganze Infrastruktur wurden mehr als 35 Kubikmeter Holz und circa 1000 Blachen verbaut sowie 1,2 Kilometer Wasserleitungen gelegt, und insgesamt mussten über 200 Zelte aufgebaut werden. Das ganze Lager dauert, inklusive des Auf- und des Abbaus, 27 Tage.fab