Wahlen 25.05.2016

Der höchste Düdinger ist ein CVPler

Laurent Baeriswyl wurde einstimmig zum ersten Präsidenten des neuen Düdinger Gemeindeparlaments ernannt.Bild Aldo Ellena
An der ersten Sitzung des neu eingeführten Düdinger Gemeindeparlaments spielten die Wahlen von Kommissions- und Ratsbüromitgliedern die Hauptrolle. Als stärkste Fraktion stellt die CVP im ersten Geschäftsjahr den Präsidenten. Das Vizepräsidium geht derweil an die SVP.

25 Jahre nachdem letztmals ein Generalrat die Geschicke Düdingens leitete (siehe auch Seite 10), hat sich das Gemeindeparlament am Montagabend im Begegnungszentrum neu konstituiert. An der ersten Sitzung des auf dieses Jahr wieder eingeführten Gemeindeparlaments standen die Wahlen von Kommissions- und Ratsbüromitgliedern im Vordergrund. Dabei wählte die durch Alterspräsident Erich Stritt (CVP) geführte Versammlung auch den ersten Präsidenten des jungen Gremiums: CVP-Generalrat Laurent Baeriswyl, der bei den Gemeindewahlen Ende Februar das beste Resultat aller Generalratskandidaten erzielt hatte.

Die Wahl des 41-jährigen Familienvaters, Sekundarlehrers und künftigen Direktors der OS Düdingen wurde von allen Fraktionen geschlossen unterstützt. Einstimmig ernannten die 49 anwesenden Generalräte Baeriswyl zum Ratsvorsitzenden für das erste Geschäftsjahr der fünfjährigen Legislatur. «Seine ruhige und besonnene Art wird überall sehr geschätzt», sagte Thomas Meyer von der CVP/CSP-Fraktion über den neuen Ratspräsidenten: «Er ist die perfekte Wahl für dieses Amt.»

Büro und Kommissionen

Während die stärkste Fraktion im Düdinger Generalrat in diesem Jahr den Präsidenten stellt, kommt der Vizepräsident aus den Reihen der SVP: Für die zweitstärkste Fraktion nimmt der 41-jährige Michael Zurkinden Einsitz im Präsidium. Auch er wurde einstimmig ernannt. Ergänzt wird das Ratsbüro durch die drei Stimmenzähler David Bossart (Unabhängige), Olive Haymoz (Junge Liste Düdingen) und Michael Jendly (CVP). Im Gegensatz zum Präsidenten und Vizepräsidenten, die jedes Jahr turnusgemäss von einer anderen Partei gestellt werden, wurden die drei Stimmenzähler und ihre Ersatzleute für die gesamte Dauer der Legislatur ernannt.Weiter wählten die Generalräte am Montagabend die Mitglieder der Finanz-, der Ortsplanungs- und der Einbürgerungskommission sowie die Vertreterinnen und Vertreter im Agglomerationsrat (siehe Kasten). Sie alle wurden für die Dauer der Amtsperiode ernannt.

Mit einer Ausnahme–anstelle von Samuel Zbinden (Freie Wähler) nimmt Ernst-Peter Walther (Unabhängige) im Agglorat Einsitz–unterstützten die Fraktionen alle offiziellen Kandidaturen, wie sie in der Botschaft zur ersten Sitzung des Generalrates festgehalten wurden. Sowohl Thomas Meyer als auch André Schneuwly (Freie Wähler) und Irmgard Jungo (FDP) kritisierten und bedauerten zwar, dass zusätzliche Kandidaturen ihrer Fraktionen keinen Eingang in die Botschaft gefunden hätten, verzichteten aber allesamt darauf, weitere Kandidaten nachzumelden. Einstimmig erteilten die Generalräte dem Gemeinderat zudem eine Finanzkompetenz in der Höhe von 75 000 Franken pro Einzelfall für unvorhersehbare und dringliche Ausgaben.

Baeriswyl: «Ein Präsident aller Fraktionen»

Laurent Baeriswyl, war es der CVP ein grosses Anliegen, den ersten Präsidenten des Generalrats in den eigenen Reihen zu wissen?

Als grösste Fraktion wurde der legitime Anspruch der CVP auf das Präsidium von keiner Fraktion bestritten. Wichtig ist, dass durch den gemeinsam vereinbarten Turnus jede Fraktion in den nächsten Jahren das Präsidium besetzen wird.

Wie wollen Sie in Ihrem Präsidialjahr das Ratsgeschehen beeinflussen, und welche politischen Ziele werden Sie dabei verfolgen?

Meine Ziele für das kommende Jahr beruhen in erster Linie darin, den Rat kompetent und mit bestem Wissen und Gewissen zu leiten. Das steht für mich im Vordergrund. Die politischen Ziele müssen für mich als Präsident des Generalrates zurückstehen. Denn schliesslich bin ich ein Präsident aller – und nicht nur einer Fraktion oder Interessengemeinschaft.

Was erwarten Sie von Ihren Kolleginnen und Kollegen im Generalrat?

Der gewählte Rat soll in der Sache hart diskutieren. Ich erwarte aber auch, dass der Umgang untereinander korrekt und respektvoll sein wird.

Sie konnten sich in der letzten Legislatur vom Generalratsbetrieb in Wünnewil-Flamatt inspirieren lassen. Was nehmen Sie davon mit?

Natürlich hat man in den letzten fünf Jahren immer etwas nach Wünnewil-Flamatt geschielt und geschaut, wie es dort läuft. Obwohl ich das Geschehen in Wünnewil nur als Aussenstehender beobachtet habe, hatte ich doch das Gefühl, dass trotz angeregter sachlicher Diskussionen der Betrieb harmonisch verlief. Es ist wünschenswert, dass wir auch in Düdingen trotz unterschiedlicher Meinungen vernünftig miteinander diskutieren werden. mz

Zur Konstituierung

Die Gewählten aller Kommissionen im Überblick

Stimmenzähler:David Bossart (Unabhängige), Olive Haymoz (JLD), Michael Jendly (CVP).Ersatzstimmenzähler:Eliane Aebischer (SP), Marco Zbinden (SVP), Beat Zosso (FW).Finanzkommission:Susanne Aeschlimann (SP), Thomas Bächler (CVP), Adrian Brügger (SVP), Kuno Fasel (CVP), Jacqueline Haymoz-Birbaum (FW), Daniel Hayoz (JLD), Thomas Meyer (CVP), Renata Raetzo (SVP), Iris Zurkinden-Riedo (FDP).Ortsplanungskommission:Patrick Bächler (CVP); Manfred Engel (CVP); Norbert Hauser (SVP); Raphael Portmann (FW), Patrik Schaller (FDP). Zudem nehmen die Gemeinderäte (GR) Urs Hauswirth (SP) und Bruno Schwaller (CVP) sowie zwei vom GR gewählte Mitglieder Einsitz.Einbürgerungskommission:Antonietta Burri-Ellena (CVP), Carole Fasel (JLD), Sara Lenherr (CVP), Cornelia Reinhard (SP)*, Pascale Vaucher (FW)*. Zudem nehmen die GR Stefan Siegenthaler (SVP) und Patrick Stampfli (FDP) Einsitz.Agglorat:Laurent Bächler (JLD), Adrian Brügger (SVP), Urs Hauswirth (GR; SP), Kuno Philipona (GR; CVP), Moritz Werro (FDP)*, Ernst-Peter Walther (Unabhängige)*, Anita Johner-Tschannen (GR; CSP).mz