Düdingen 11.09.2015

Die Jungen und zwei Gruppen Parteiloser wollen in den Generalrat

50 Bürgerinnen und Bürger aus Düdingen werden am 28. Februar 2016 in den Generalrat gewählt, neun in den Gemeinderat. Bild Charles Ellena/a
In Düdingen treten die jüngsten stimmberechtigten Bürger mit einer eigenen Liste zur Generalratswahl im Februar 2016 an. Es hat sich zudem eine zweite Gruppe Parteiloser gebildet.

Die Botschaft am 14. Juni 2015 war klar: Die Düdingerinnen und Düdinger wollen einen Generalrat anstelle der Gemeindeversammlung. Mit 58,2 Prozent hatten sie der Einführung zugestimmt (die FN berichteten). Damit das 50-köpfige Gemeindeparlament auch funktioniert, braucht es Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, sich zur Wahl zu stellen und in der Legislative mitzuarbeiten. Innerhalb von drei Monaten hat sich in Düdingen in dieser Hinsicht bereits viel getan. Nachdem der ehemalige SVP-Gemeinderat Daniel Piller eine Woche nach der Abstimmung die Gründung der «Gruppierung Parteilose Düdingen» bekannt gegeben hat (die FN berichteten), haben sich inzwischen zwei weitere Gruppierungen gebildet, die bei den Wahlen am 28. Februar 2016 mit einer eigenen Liste antreten wollen.

Eine von ihnen ist eine Gruppe für junge Bürgerinnen und Bürger im Alter von 18 bis 30 Jahren. «Im Generalrat sollen auch die Interessen der Jungen vertreten werden, deshalb wollen wir mitreden», sagt der 22-jährige Daniel Hayoz, Mitinitiant der Liste. Vorbild für ihr Engagement sei die Junge Freie Liste in Wünnewil-Flamatt. Nächstens finde eine erste Sitzung mit rund 15 interessierten, jungen Düdingerinnen und Düdingern statt. Danach soll die Junge Liste auch einen konkreten Namen erhalten. Die Liste befände sich noch im Aufbau, sagt Daniel Hayoz. «Alle Interessierten können zu uns stossen.»

Zweite Liste für Parteilose

Max Hunziker vom ehemaligen Initiativkomitee zur Wiedereinführung des Generalrats freut sich über das Engagement der Jungen. «Im Generalrat braucht es alle Generationen–die Jungen insbesondere.» Er hofft deshalb, dass analog zu Wünnewil-Flamatt auch viele Junge den Sprung ins Parlament schaffen. Max Hunziker baut zudem selber eine Liste auf. «Ich habe schon einige Leute zusammen», sagt er. Hunziker sieht kein Problem darin, dass es in Düdin- gen somit mindestens zwei Gruppierungen für Parteiloses gibt. Er wolle seiner Gruppierung ein Profil geben und spätestens am Martinsmarkt vom 7. November zeigen, wo diese angesiedelt sei. «Ihr Profil wird sich bestimmt klar von dem der anderen Gruppierung unterscheiden», so Max Hunziker.

Suchen, suchen, suchen

Auch die Ortsparteien suchen fleissig Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Listen. Die Freien Wähler waren bisher erfolgreich. «Wir haben den Grossteil der Arbeit schon gemacht», sagt Präsidentin Brigitte Giroud-Weber. Viele der angefragten Personen hätten wohlwollend zugesagt und sich engagiert gezeigt. Die Freien Wähler seien zu Beginn von einer 30er-Liste ausgegangen. «Diese bringen wir auf jeden Fall zustande», so Brigitte Giroud. Acht bis zehn Sitze möchten die Freien Wähler im Generalrat erobern.

 Die FDP sei seit der Abstimmung immer etwas auf der Suche nach potenziellen Generalrätinnen und Generalräten, sagt Interimspräsidentin Irmgard Jungo. Ihr bereite die Kandidatensuche für den Generalrat keine Sorgen. Sie ist zuversichtlich, dass sich genügend Personen finden werden. Am liebsten würde die FDP Düdingen eine volle Liste mit 50 Personen präsentieren. «Das ist jedoch nicht das Hauptziel», so Irmgard Jungo. Sie hofft, dass die Partei bei den Wahlen im Februar mindestens fünf Sitze holt.

Team für Kandidatensuche

Bei der CVP Düdingen kümmert sich ein Team von acht Personen um die Kandidatensuche für die politischen Ämter. Dieses Team sei sehr viele Personen angegangen, sagt Parteipräsidentin Evelyn Baeriswyl. «Zu Beginn war es schwierig, jetzt haben wir viele gute Rückmeldungen», so Baeriswyl. Über 30 Personen seien bereits auf der CVP-Liste. «Wir gingen zu Beginn von einer vollen Liste aus. Nun schauen wir, wie es sich weiterentwickelt.» Wie viele Sitze die CVP Düdingen im Generalrat erobern will, will die Partei noch nicht kommunizieren.

Von Seisler Mäss profitiert

Auch die CSP Düdingen arbeitet an einer Liste für denGeneralrat. An der Seisler Mässin Tafers habe die Partei an ihrem Stand potenzielle Kandidaten angesprochen, sagt Parteipräsident Bruno Baeriswyl. Die Suche sei aber nicht so einfach, da sich die Leute den Umfang des Engagements nur schwer vorstellen könnten. «Die Kommissionssitze sind für uns aber genauso wichtig», betont Baeriswyl. Da die CSP seit Juni wieder im Gemeinderat vertreten ist, darf sie nun auch wieder in den Kommissionen Einsitz nehmen.

Niemand selber gemeldet

Das Ziel der SVP Düdingen ist gemäss Parteipräsident Stefan Siegenthaler, «so viele Kandidaten wie möglich» zu stellen. Weil viele das zeitliche Engagement scheuten, gestalte sich die Suche aber nicht so einfach. Die Partei habe bereits einige Generalratskandidaten zusammen und wolle unbedingt ihren Wähleranteil von 16,6 Prozent (siehe Kasten) halten. Ursprünglich sei eine Steigerung des Wähleranteils das Ziel gewesen, doch er wisse nicht, wie sich der plötzliche Parteiaustritt des ehemaligen Gemeinderats Daniel Piller auf die SVP auswirke, so Siegenthaler. «Aber es ist sicher positiv für uns, dass er eine eigene Gruppierung gebildet hat.»

Einen grossen Teil, aber noch nicht ganz alle der avisierten 20 bis 25 Listenplätze hat die SP Düdingen bereits beisammen, wie Parteipräsident Anton Haymoz den FN erklärt. «Leider hat sich niemand von sich aus bei uns gemeldet», sagt er. Die SP rechnet mit sieben Sitzen im Generalrat. «Wenn alles gut geht», präzisiert Haymoz.

Gemeinderat: Viele stellen sich zur Wiederwahl

D ie Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat ist um einiges schwieriger als die Suche nach Generalratskandidaten. Darin sind sich die Düdinger Ortsparteien SP, CVP, FDP, CSP, SVP und die Freien Wähler einig. Sie sind zurzeit daran, die Listen für die Gemeinderatswahl vom 28. Februar 2016 zu erstellen. Diese müssen bis am 18. Januar eingereicht werden.

Die Freien Wähler wollen den Sitz ihres Gemeinderats Andreas Binz verteidigen und rechnen gemäss Präsidentin Brigitte Giroud fest damit, dass er wieder kandidiert. Auch die CSP will den neu errungenen Sitz, der auf Kosten der SVP ging, mit CSP-Gemeinderätin Anita Johner verteidigen, sagt Präsident Bruno Baeriswyl. Er ist überzeugt, dass dies auch gelingen wird. Anita Johner habe sich bestens eingelebt und sei mit offenen Armen empfangen worden.

Einen Sitz zusätzlich

Das Ziel der FDP ist es, mindestens den einen Sitz zu halten und wenn möglich einen zweiten dazuzugewinnen, sagt Interimsparteipräsidentin Irmgard Jungo. Der amtierende Gemeinderat Patrick Stampfli tritt wieder zur Wahl an. Ebenfalls ein weiteres Mal zur Wahl stellt sich SVP-Gemeinderat Niklaus Mäder. SVP-Präsident Stefan Siegenthaler, der die Ersatzwahl im Juni 2015 gegen CSP-Frau Anita Johner verloren hatte, kandidiert wieder und will den zweiten Sitz der SVP zurückholen. Diesen hatte die SVP verloren, nachdem ihr ehemaliger Gemeinderat Daniel Piller das Amt und die Partei verlassen hatte.

Auch die SP möchte ihre Präsenz im Gemeinderat von einer auf zwei Personen verdoppeln. «Was nicht einfach wird», sagt Parteipräsident Anton Haymoz. SP-Gemeinderat Urs Hauswirth trete zur Wiederwahl an, so Haymoz.

Die CVP habe das Ziel, ihre vier Sitze zu verteidigen, sagt Parteipräsidentin Evelyn Baeriswyl. Ob die vier Gemeinderätinnen und Gemeinderäte wieder zur Wahl antreten, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht bekannt geben. ak

Zahlen und Fakten

Der Wähleranteil von 2011 in Prozent

Die CVP Düdingen erreichte bei den Gemeindewahlen 2011 einen Wähleranteil von 32,5 Prozent, die SVP einen Anteil von 16,6 Prozent, die SP erlangte 14,9 Prozent, die Freien Wähler 14,5 Prozent, die FDP schaffte es auf 13,8 Prozent und die CSP auf 7,6 Prozent. Im Gemeinderat ist die CVP mit vier Personen vertreten, die anderen Parteien stellen je eine Vertreterin oder einen Vertreter.ak