Hallenbad im Sensebezirk 12.08.2016

Gesuch um Regionalpolitik-Gelder

Ein Schwimmzentrum müsse von der ganzen Region getragen werden, sagt der Plaffeier Politiker Daniel Bürdel. Bild Aldo Ellena/a
Eine Arbeitsgruppe will den Bedarf für ein zusätzliches Hallenbad im Sensebezirk eruieren. Dafür braucht sie Unterstützung. Geld der Neuen Regionalpolitik soll die Standortanalyse und die Machbarkeitsstudie finanzieren.

Der Mangel an Schwimmbädern ist nicht nur in Grossfreiburg ein Thema, auch im Sensebezirk ist der Bedarf an Badeeinrichtungen grösser als das Angebot. Deshalb klärt eine siebenköpfige Arbeitsgruppe rund um den Plaffeier Gross- und Gemeinderat Daniel Bürdel (CVP) ab, unter welchen Voraussetzungen ein regionales Schwimmzentrum im Sensebezirk erstellt werden könnte (die FN berichteten). Damit dies konkret wird, muss noch einiges geklärt werden. Die Frage nach dem Standort beispielsweise, oder jene nach der Trägerschaft. Deshalb plant die Arbeitsgruppe, eine Standortanalyse und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Spezialisten sollen klären, wo der ideale Standort ist, wie gross der Bedarf für ein zusätzliches Schwimmbad im Sensebezirk überhaupt ist und wie das Projekt realisiert werden könnte.

Damit die Arbeitsgruppe diese Abklärungsstudien finanzieren kann, reicht sie diese Woche beim Kanton ein Gesuch um Unterstützung durch die Neue Regionalpolitik ein, wie Daniel Bürdel, Präsident der Arbeitsgruppe, auf Anfrage erklärt. Bis Ende August soll der Entscheid der Kommission für Wirtschaftsförderungsmassnahmen vorliegen. Fällt dieser positiv aus und kann die Arbeitsgruppe auf die Subventionierung der Studien durch die Neue Regionalpolitik zählen, will sie die Standortanalyse und die Machbarkeitsstudie noch diesen Herbst in Auftrag geben.

Auch Giffers analysieren

Das einzige zum Teil öffentliche Hallenbad im Sensebezirk steht in Düdingen. Die Arbeitsgruppe zielt deshalb auf ein Becken im Senseoberland hin, will aber mittels Standortanalyse erst klären, ob ein Bad im Oberland auch Sinn macht. Als mögliche Standorte schweben der Gruppe Plaffeien, Schwarzsee oder Giffers vor. «Die Region Plaffeien-Schwarzsee gilt als kantonales Tourismuszentrum, Giffers als Regionalzentrum, deshalb konzentrieren wir uns primär auf diese Standorte», erklärt Bürdel.

Seit einem halben Jahr ist die Arbeitsgruppe nun mit der Projektarbeit beschäftigt und in dieser Zeit bereits acht Mal zusammengekommen. «Die Gruppe ist breit abgestützt», sagt Daniel Bürdel. Mit dabei sind Otto Lötscher, Ammann der möglichen Standortgemeinde Plaffeien; Othmar Neuhaus, Ammann der möglichen Standortgemeinde Giffers; Regionalsekretär Manfred Raemy, der wie Daniel Bürdel Mitglied der Tourismuskommission Sense ist; Architekt Christian Luder als Vertreter von Schwarzsee Tourismus; Jean-Marc Aebischer vom kantonalen Amt für Sport sowie Ingo Schafer, Präsident des Gewerbevereins Giffers-Tentlingen.

Aber egal, wo das Schwimmbad realisiert würde, es müsste in erster Linie ein Bau sein, der von der ganzen Region unterstützt würde, sagt Daniel Bürdel. «Es muss ein Sensler Projekt sein und kann nicht nur von einer oder zwei Gemeinden getragen werden.»

Asbestsanierung verlängert die Bauarbeiten

Weil die 42 Jahre alten Kacheln des Schwimmbads Wolfacker in Düdingen kaputt und die Fugen nicht mehr dicht waren, wird das Schwimmbecken saniert. Ein asbesthaltiger Kleber verzögert die Arbeiten um etwa einen Monat.

1974 ist das sogenannte Lehrschwimmbad beim Primarschulhaus Wolfacker in Düdingen gebaut worden. Während die Umkleidekabinen und die Duschräume 2008 erneuert wurden, ist das 20 Meter lange Schwimmbecken seit dessen Bau nie einer Sanierung unterzogen worden. Jetzt hatte sich diese aufgedrängt: «Die Kacheln waren kaputt und die Fugen nicht mehr dicht, deshalb hat die Beton- und damit die Tragkonstruktion des Beckens Schaden genommen. Es tropfte hindurch», erklärt Emmanuel Hofstetter, Liegenschaftsverwalter der Gemeinde Düdingen. Vor Sanierungsbeginn Mitte Juni wurden Proben der Schwimmbadhülle entnommen, und es stellte sich heraus, dass der Kleber auf den Keramikplatten asbesthaltig war. «Wir mussten in der Folge eine fachgerechte Asbestsanierung durchführen, die sehr aufwendig war», erklärt der gelernte Gebäudetechnikplaner. Der Bauschutt wurde in 3500 Spezialsäcken von einer Spezialfirma entsorgt. Das hat zur Folge, dass das Bad länger geschlossen bleibt als geplant. Statt bis Mitte September werde die Sanierung nun maximal bis zu den Herbstferien dauern. Der genaue Öffnungstermin wird den Betroffenen Ende August bekannt gegeben. «Wir wollen jetzt nicht etwas übereilen und Baufehler machen, schliesslich soll das Bad wiederum 40 Jahre halten», sagt Emmanuel Hofstetter.

 Das Hallenbad ist sehr beliebt und wird täglich von 8 bis 22 Uhr fast durchgehend genutzt. «Wir könnten zwei Bäder führen, und diese wären immer noch voll ausgelastet», so Hofstetter. 2015 nutzten 51 700 Personen das Schwimmbad. Davon stammten 26 460 von den öffentlichen Schulen, 7605 von der Schwimmschule, 7505 von der Volkshochschule, 7430 waren Besucher, die während den öffentlichen Schwimmzeiten kamen, und 2700 Personen stammten von Vereinen.

 Den Kredit in der Höhe von 380 000 Franken für die Beckensanierung hatte die Gemeindeversammlung bereits im April 2015 genehmigt. Die Asbestsanierung verursache keine Zusatzkosten, so Hofstetter. Wegen des Alters des Beckens seien solche Überraschungen in den Kredit mit einberechnet worden. Auch der Lüftungsmonoblock von 1996 wurde ausgewechselt, da er reparaturanfällig war und hohe Kosten verursachte. «So ein Schwimmbad ist eine kosten- und arbeitsintensive, aber auch eine technisch sehr interessante Installation.»

Spätestens bis zu den Herbstferien sind die Bauarbeiten im Hallenbad beendet. Bild Corinne Aeberhard

Zahlen und Fakten

35 Prozent der Ausgaben subventioniert

Die Verordnung über die Subventionierung von Schwimmbädern im Kanton Freiburg sieht vor, dass sich der Staat mit einer einmaligen Investition an deren Bau beteiligt. Der Beitrag beläuft sich auf 35Prozent der Ausgaben und darf 15 Millionen Franken nicht übersteigen, wenn es sich um ein Schwimmbad von kantonsübergreifender oder nationaler Bedeutung handelt. Als Standorte dafür stehen Villars-sur-Glâne, Freiburg und Avry zur Debatte. Bei Schwimmbädern von kantonaler Bedeutung darf der Maximalbetrag sechs Millionen Franken nicht übersteigen. Ein solches Schwimmbad braucht gemäss Verordnung ein 25 Meter langes Hauptbecken, ein Lernschwimmbecken, ein Plansch- sowie ein Sprungbecken. Die Eingabefrist für die Gesuchsdossiers der Schwimmbäder von kantonaler Bedeutung ist der 31. Dezember2025. Der Kanton Freiburg hat gemäss Benoît Gisler, Dienstchef beim Amt für Sport, einen Bedarf an vier bis sechs neuen Schwimmbädern von kantonaler Bedeutung.ak