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Nächste unnötige Auswärtsniederlage

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Der Match Davos-Gottéron lief unter dem Motto «Es geht um viel mehr als drei Punkte.» Deshalb traten die beiden Teams in speziellen Tenues an, die von der Stiftung Greenhope, die krebskranke Kinder unterstützt, in den nächsten Wochen versteigert werden. Zudem lud der HCD betroffene Familien an das Spiel ein. Und nicht nur das: Die Davoser liessen sich für ihre Gäste einiges einfallen, vom gemeinsamen Essen bis zu Sonntagsausflügen in der Gegend. Gottérons Pressesprecher Pierre Reynaud sagte deshalb vor dem Spiel ironisch, man werde in Davos als Gast immer freundlich empfangen, anschliessend allerdings nur selten mit Punkten beschenkt. Es sollte am Samstag nicht anders sein.

Den Start komplett verschlafen

Die Gästeteams aus der Westschweiz oder Bern wissen es seit Jahren: Die fast vierstündige Anfahrt ins Landwassertal ist alles andere als eine optimale Matchvorbereitung. Zwar versuchen die Clubs mit Zvieri-Stopps und Ähnlichem zu verhindern, dass die Beine allzu schwer werden. Bei Freiburg fruchtete das am Samstag jedoch nicht. Nach nur gerade sechs Minuten lagen die Gäste 0:2 hinten; Dario Simion und Marc Wieser hatten unter gütiger Mithilfe der Freiburger getroffen. «Die ungewohnte Ambiance, die wegen der Hilfsaktion vor dem Spiel herrschte, hat uns vielleicht auch ein bisschen durcheinandergebracht», suchte der Doppeltorschütze Andrei Bykow nach dem Spiel eine mögliche Entschuldigung.

Gottérons Geschenke

Offensichtlich hatten einige seiner Mitspieler die Gedanken noch nicht ganz bei der Sache, anders ist dieser verpatzte Start nicht zu erklären. Beim ersten Treffer wehrte Dennis Saikkonen, der zum ersten Mal in dieser Saison zweimal in Folge ein Spiel beginnen durfte, den ersten Schuss ungenügend ab, Julien Sprunger und Mattias Ritola schauten dann zu, wie Simion mit einem haltbaren Nachschuss Saikkonen das Nachsehen gab.

Nur vier Minuten später klingelte es schon wieder, diesmal liess Marc Wieser Got­téron Verteidiger Yannik Rathgeb alt aussehen. Das von vielen Klubs der NLA umworbene Talent zog einen schwarzen Abend ein: Mit unnötigen Strafen brachte er nicht nur seine Mannschaft immer wieder in die Bredouille, sondern strapazierte auch gleich noch die Nerven seines Chefs Larry Huras an der Bande. Dieser nahm nach dem 2:0 schon früh sein Timeout und wurde dabei so richtig laut. Scheinbar nützte dieser Weckruf etwas, denn nach einer knappen Viertelstunde brachte Bykow mit einem herrlichen Hocheckschuss den Gast wieder ins Spiel zurück. In dieser Szene zeigte der Center, was er für technische und schlittschuhläuferische Möglichkeiten besitzt, wenn man ihm Raum und Zeit lässt.

Den Sieg aus der Hand gegeben

Dass auch der HCD im Moment meilenweit von den Möglichkeiten der besten Jahre entfernt ist, zeigte das zweite Drittel, in dem sich die Drachen klar steigern konnten, und mit zügigem und kraftvollem Spiel den schnellen Bündnern für einige Momente den Wind aus den Segeln nahmen. Innert 31 Sekunden kehrten Bykow mit einem abgelenkten Schuss und Greg Mauldin das Skore (24.). Beide Male sah der Schweizer U20-Nationalmannschaftskeeper Joren van Pottelberghe nicht gerade vorteilhaft aus. Wenig später besassen Benjamin Neukom und Michal Birner allein vor dem HCD-Keeper zwei erstklassige Chancen zur Zweitore-Führung. Huras zeigte sich nach dem Spiel über das Auslassen dieser goldenen Möglichkeiten völlig erzürnt: «Einige meiner Spieler übernehmen in solchen wichtigen Spielphasen keine Verantwortung und warten einfach auf Tore von Cervenka und Sprunger. Aber dies klappt nicht jedes Mal. Wenn sie schon nicht in Form sind, sollten sie nach jedem Training mindestens noch 50 Schüsse aufs Tor abgeben und so den Abschluss üben.»

Statt 4:2 oder sogar 5:2 zu führen, kassierte man dann kurze Zeit später einmal mehr einen Shorthander – bereits den siebten der Saison. Keeper Saikkonen verlor hinter dem Tor unnötig die Scheibe, und Davos-Topskorer Perttu Lindgren, der seit dem 28. Oktober nicht mehr getroffen hatte, bedankte sich mit dem 3:3. Im Nachhinein war dies schon so etwas wie die Wende im Spiel, einmal mehr nicht unbedingt vom Gegner eingeleitet, sondern vom eigenen Unvermögen.

Trainer Huras nahm seinen jungen Goalie etwas in Schutz: Aus einem solchen Fehler werde er sicher lernen und ihn bestimmt nicht mehr so schnell machen. Ob morgen Dienstag in Lausanne wieder Benjamin Conz das Tor hüten werde, wusste Huras so kurz nach dem Spiel natürlich noch nicht, der Jurassier müsse sich aber so oder so seine Position als Nummer eins mit konstant guten Leistung selber zurückholen.

Andrei Bykow: «Uns fehlt ganz einfach das gewisse Etwas»

Nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen hat Freiburg in Davos ein Spiel leichtfertig aus den Händen gegeben, das man mit etwas mehr Cleverness, wie Verteidiger Sebastian Schilt nach dem Match korrekt analysierte, auch hätte gewinnen können.

Als es im noch grünen Bündner Kurort im letzten Drittel um die Wurst ging, hatten die Davoser die besseren Trümpfe auszuspielen. Zuerst buchte Goldhelm Lindberg im Powerplay das 4:3 (47.) – Schilt hatte den Puck einen Moment zu lange in der Hand gehalten, und die Schiedsrichter bewerteten dies streng als Spielverzögerung. Danach versuchten die Gäste zwar nochmals alles, um wenigstens einen Punkt zu holen – Huras änderte sogar noch seine Sturmreihen. Doch plötzlich fand der HCD-Keeper seine Sicherheit wieder und wehrte alle Freiburger Versuche ab. Und wie so oft im Eishockey gab es, als Saikkonen einem sechsten Feldspieler Platz machte, nicht das Ausgleichstor, sondern das entscheidende 5:3. Dino Wieser versorgte den Puck im leeren Tor; kurz zuvor hatte sein Bruder dieses aus wenigen Metern noch verpasst.

Nach dem Match gab es dann im Lager des unglücklichen Verlierers verständlicherweise viele schwer enttäuschte Spieler. Andrei Bykow suchte ruhig nach Erklärungen für die erneut dumme Niederlage: «Ich weiss nicht warum, aber immer, wenn wir das Spiel eigentlich im Griff hätten, versagen bei uns die Nerven, und wir machen Fehler. Uns fehlt in diesen Phasen ganz einfach das gewisse Etwas.» Daran gelte es zu arbeiten, war auch die Aussage von Larry Huras, der sich punkto Rangliste keine grosse Sorgen macht: «Ich schaue nicht nach jedem Match auf die Tabelle, ich weiss nur, dass wir mit vielen anderen Teams um den Strich herum sind.» Um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, müsse man eben in Zukunft auch solche knappen Spiele für sich entscheiden. So eines wartet bereits morgen Dienstag in Lausanne auf die Drachen, leichter als gegen die schwächelnden Bündner wird es allerdings sicher nicht werden.

Telegramm

Davos – Gottéron 5:3 (2:1, 1:2, 2:0)

5237 Zuschauer. – SR Massy/Prugger, Kaderli/Obwegeser. Tore: 2. Simion (Dino Wieser, Corvi) 1:0. 6. Marc Wieser (Ambühl, Lindgren) 2:0. 15. Bykow (Sprunger, Schilt) 2:1. 24. (23:02) Bykow (Ritola) 2:2. 24. (23:33) Mauldin (Birner) 2:3. 33. Lindgren (Marc Wieser/Ausschluss Rahimi!) 3:3. 47. Lindgren (Corvi, Du Bois/Ausschluss Schilt) 4:3. 60. (59:43) Dino Wieser 5:3 (ins leere Tor). – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Davos, 3-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Gottéron.

Davos: van Pottelberghe; Schneeberger, Forster; Du Bois, Kindschi; Heldner, Paschoud; Jung, Rahimi; Sciaroni, Kousal, Ruutu; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Simion, Corvi, Dino Wieser; Egli, Walser, Eggenberger.

Freiburg-Gottéron: Saikkonen; Schilt, Stalder; Rathgeb, Leeger; Kienzle, Abplanalp; Chavaillaz; Neuenschwander, Rivera, Schmutz; Mauldin, Cervenka, Birner; Sprunger, Bykow, Ritola; Mottet, Gustafsson, Neukom.

Bemerkungen: Davos ohne Axelsson, Jörg und Aeschlimann (alle verletzt), Gottéron ohne Loichat (verletzt), Picard, Maret (beide überzählig), Marchon (Ajoie); ab dem letzten Drittel Mottet im Bykow-Sturm und Ritola im vierten Angriff. – Timeouts Gottéron (6.) und Davos (23:02). Pfostenschüsse Sciaroni (38.) und Egli (46.). Gottéron von 58:07 bis 59:43 ohne Torhüter.

Die FN-Besten: Lindgren, Bykow.

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