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Naheliegende Lebensqualität

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Naheliegende Lebensqualität

Neue Arbeitsgruppe für die Altstadt Murten

Anwohner, Detaillisten und Hauseigentümer aus Murten haben sich zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität im Stedtli zu erhalten.

Von PATRICK HIRSCHI

«Ich bin froh, wenn es etwas frisches Blut gibt», meint Bäckermeister Bernhard Aebersold am Ende der Informationsveranstaltung im Rathaus Murten am Mittwochabend. Als Detaillistenobmann ist er bereits sehr engagiert. Daher ist er nicht unglücklich, dass sich zur Bildung der noch namenlosen Arbeitsgruppe einige unbekannte Köpfe gefunden haben, die sich für die Lebensqualität in Murten einsetzen wollen.

Franziska und René Wirz, die Initianten des Anlasses, haben konkrete Vorstellungen, was Lebensqualität bedeutet. Immer wieder während der Veranstaltung ist von «Nahversorgung» die Rede.

«Viele Bewohner der Altstadt schätzen es, dass es in unmittelbarer Umgebung alles gibt», kommentiert René Wirz die Resultate einer Umfrage, die das Ehepaar vorgenommen hatte. Die Erhebungen entstanden im Rahmen einer gemeinsamen Diplomarbeit in Public Management.

Kurzdistanzen werden geschätzt

Nahversorgung bedeutet kurze Distanz zu Gütern, aber auch zu Dienstleistungen wie Banken und Ärzte, selbst Schulen und sogar der Arbeitsplatz zählen dazu. «Arbeits- und Pendlerzeit zusammengezählt ergeben schnell einmal eine 60-Stunden-Woche», lautet das Fazit von René Wirz. Er folgert daraus, dass so genannte Fernversorgung Abhängigkeit bedeutet.

Gerade im Detaillistenbereich kriselt die Nahversorgung. René Wirz rechnet vor: «1964 gab es in der Altstadt zehn Lebensmittelgeschäfte – heute nur noch drei.» Metzgereien habe es vor vierzig Jahren noch deren sechs gegeben – heute bleibt lediglich eine übrig. Im Gegenzug seien die Modeboutiquen im gleichen Zeitraum von 10 auf 19 angestiegen.

Sollte nun beispielsweise auch die letzte Metzgerei schliessen, so hätte dies laut Wirz gravierende Auswirkungen auch auf die anderen Bereiche. «Wer dann fürs Fleisch in die Migros oder ins Coop geht, kauft auch die anderen Lebensmittel gleich dort», ist er überzeugt.

Keine Fertigrezepte

Die Arbeitsgruppe setzt sich zusammen aus Anwohnern und Gewerblern aus der Altstadt, Ryf und Meylandstrasse sowie aus einigen externen Vertretern. Welche Projekte die Gruppe in nächster Zeit angehen will, steht noch in den Sternen. «Ich erwarte erste Resultate im Spätsommer», sagt René Wirz

Von der Arbeitsgruppe erhoffen sich der Organisator und die Agronomin keine Patentlösungen. «Das Ziel ist nicht, Neuland zu finden, sondern die Dinge mit neuen Augen zu sehen», erklärt René Wirz.
Als Erstes sollen die Mitglieder der Arbeitsgruppe sich und ihre Anliegen gegenseitig besser kennen lernen. Auf dieser Basis sollen daraufhin Lösungsansätze entstehen. Dass dies nicht ganz leicht wird, zeigt die Antwort eines Bewohners in der Umfrage zum Thema Verkehr. Der Betroffene möchte die Altstadt für sämtlichen Verkehr sperren lassen, jedoch vor seinem eigenen Haus parkieren können. «Das war wenigstens eine ehrliche Antwort», findet René Wirz.
«Grüssen ist cool»

Das Ehepaar René und Franziska Wirz ist vor fünf Jahren aus dem aargauischen Baden nach Murten gezogen. In ihrer alten Heimat entstand vor einiger Zeit eine Bürgergruppe, die sich mit konkreten Forderungen an die Stadtexekutive wandte und sich so Gehör verschaffte. Ein weiteres Modell, das für die Murtner Idee Pate stand, ist ein Verein in Muotathal SZ, der regelmässig Projekte und Initiativen unterstützt, die zur Entwicklung der Region beitragen.

Besonders imponierend ist ein drittes Beispiel aus dem oberösterreichischen Steinbach an der Steyr. Dort ermuntert der Bürgermeister die Einwohner, Ideen an ihn heranzutragen. Dabei geht es nicht um kostspielige Vorhaben, sondern kleine, leicht umsetzbare Projekte. Eines davon heisst «Grüssen ist cool» und entstand auf Anregung eines Schulmädchens, welches feststellte, dass es von den Erwachsenen kaum noch gegrüsst wurde.

Seit den 80er-Jahren wurden gemäss René Wirz in Steinbach etwa 30 Projekte umgesetzt, was eine Verdreifachung der Arbeitsplätze zur Folge hatte. Resultat: In Steinbach schaut man positiv in die Zukunft.

Wirz ist sich sicher, dass ähnliches auch in Murten möglich wäre und sich insbesondere positiv auf den Tourismus auswirken würde: «Wo sich die Einwohner wohl fühlen, fühlen sich auch die Gäste wohl», sagt er. hi

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