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«Nasses Sägemehl juckt weniger»

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Die beiden jungen Mitglieder des Schwingklubs Freiburg hatten ihren Kampf auf dem Pythonplatz beendet. Es regnete, Sägespäne klebten an der nassen Kleidung und im Gesicht. Das schlechte Wetter habe aber auch seine Vorteile, so der 15-jährige Gaëtan Kolly, der seit sieben Jahren schwingt. «Das Sägemehl juckt dann weniger!» Einer der Zuschauer, Albert Bachmann aus Estavayer-le-Lac, meinte schmunzelnd: «Schwinger sind bei jedem Wetter kampfbereit!»

Mitten in der Stadt

Sägemehl, Ländlermusik und ein Streichelzoo in der Innenstadt: Als Vorgeschmack auf das «Eidgenössische» Ende Woche in Burgdorf machte am Samstag die «Roadshow Schwingen» mit Stargast Sonia Kälin in Freiburg Halt. Organisiert wurde das Event mit Showschwingen und Schwinginstruktion von der Mobiliar-Versicherung. Freiburg bildete nach Biel, Winterthur, Bern und Aarau den Abschluss der Eventreihe. «Wir haben uns in der Romandie für Freiburg entschieden; unter anderem im Hinblick auf das Eidgenössische in Estavayer 2016», so Corinne Vogel, Projektleiterin Sponsoring.

Für einmal ist «Lätz» richtig

 Gross und Klein vertrieb sich das Warten auf die Schwingerkönigin unter anderem mit dem Quiz, bei dem jeder Schwingerkönig werden konnte–wenigstens virtuell. Die Ratefüchse mussten etwa wissen, welchen Schwung es gebe: «Richtig» oder «Lätz». Hier war «Lätz» für einmal richtig.

Als Stargast Sonia Kälin eintraf, scharten sich die wenigen Zaungäste unter die Sonnenschirme, die zu Regenschirmen geworden waren. Die Sportlerin demonstrierte vier Schwünge: den Kurz, den Hüfter, den inneren Haken und den Hochschwung. Nach den Erwachsenen gehörte der Sägemehlring den Kindern. Darunter der achtjährige Nathanaël Schmutz: «Ich schwinge, weil es mir gefällt», sagt der Junge aus der Unterstadt mit Überzeugung. Seine elfjährige Schwester Katjana und der zwölfjährige Dylan Cotting hatten das Schwingen erstmals ausprobiert. Es habe ihnen sogar so gut gefallen, dass sie vielleicht in einen Klub eintreten wollen. «Jungschwinger ‹rechnen› und überlegen beim Kampf weniger», kommentierte Jean-Claude Portmann vom Schwingklub Freiburg und Umgebung die Taktik des Nachwuchses.

Cooler Kampf gegen Kälin

Wer schon immer einmal gegen die Schwingerkönigin antreten wollte, hatte dazu nach einem Interview die Gelegenheit. Der Zuschauer Eurico Silva wagte den Kampf–der unentschieden ausging. «Sie war nett und hat mich einmal gewinnen lassen», sagte der Mann. «Ich dachte zuerst, ich könnte siegen, da ich stärker bin. Es ist sehr schwierig, wenn man die Technik nicht kennt.» Aber Spass hatte es ihm trotzdem gemacht. «Es war wirklich cool», so Silva begeistert. Die Idee des ungleichen Kampfs Mann gegen Profi-Sportlerin erinnerte an das TV-Boxevent, an dem Moderator Stefan Raab gegen Boxchampion Regina Halmich im Jahr 2001 antrat. Aber selbst ein Mitglied des Schwingklubs musste kapitulieren: Schon nach wenigen Minuten musste sich der stärkere, kräftig gebaute Schwinger geschlagen geben. Beim Kampf gegen einen Mann würde Kälin übrigens am liebsten gegen Schwingerkönig Kilian Wenger antreten, wie sie am Event verriet.

Sägemehl sieht «die Böse» nicht als Dreck. Schwingen ist für die Schwyzerin eine Lebensschule.

Sonia Kälin kommt gerade vom Kampf, Sägemehl hängt in ihren Wimpern und Haaren. Lachend winkt sie einen Kommentar ab: «Sägemehl sehe ich nicht als Dreck!» Die Sekundarlehrerin schwingt seit ihrem 16. Lebensjahr. Freiburg ist ihr nicht unbekannt: Vor ihrem Studium lernte sie die Stadt als Au-pair kennen.

 

 Sonia Kälin, wie sind Sie zum Schwingsport gestossen?

Durch die Familie: Mein Vater war schon Schwinger, auch die Brüder meiner Mutter. Als mein jüngerer Bruder mit dem Schwingen begann, begleiteten ihn meine zwei Schwestern und ich ins Training. Seither hat es mich gepackt. Jetzt schwingen nur noch eine Schwester und mein Bruder.

 

 Wie fühlen Sie sich in dieser Männerwelt?

Ich fühlte mich von Anfang an akzeptiert. Klar gab es vereinzelte negative Kommentare, und die wird es auch immer geben. Aber ich fühle mich wohl, es ist meine Welt.

 

 Schwingen Frauen anders als Männer?

Die Technik ist gleich, aber unsere Kraft ist limitiert, weil unser Körperbau anders ist. Wir versuchen deshalb weniger mit Kraft zu schwingen als mit Technik. Aber wir schwingen mit genauso viel Leidenschaft wie die Männer! ea/Bild aw

Freiburger Schwingsport: In der Stadt noch wenig Popularität

D er Anlass auf dem Pythonplatz sei für sie Gratiswerbung, so Jean-Claude Portmann vom Schwingklub Freiburg und Umgebung. Sie hätten sich sehr darüber gefreut, dass sie für das Showschwingen angefragt worden seien. «In der Stadt Freiburg gestaltet sich die Suche nach Neumitgliedern schwierig», sagt der technische Leiter der Jungschwinger. «Unser Rayon ist klein.» Geschwungen werde eher auf dem Land als in der Stadt.

Klubs in der Sense, in Kerzers oder im Greyerz würden zum Beispiel mit weniger Problemen kämpfen. Nachwuchsprobleme seien auch mit dem gegenüber anderen Sportarten relativ hohen Einstiegsalter von acht Jahren verbunden. Ein anderes Problem sei der Zeitaufwand. «Ein Schwinganlass dauert einen Tag, nicht 90 Minuten wie ein Fussballmatch. Die meisten Eltern möchten diese Zeit nicht investieren», sagt der Freiburger. In der Romandie sei das Schwingen ausserdem weniger populär als Fussball, Basketball und Eishockey. «Der Schwingerkönig wird in der Deutschschweiz auf der Strasse erkannt, im Welschland nicht», so Portmann. Frauen im Freiburger Schwingsport könne man an einer Hand abzählen. Ein Problem sieht er in der Infrastruktur der Trainingslokale, die oft nur eine Umkleidekabine und eine Dusche hätten. ea

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