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Nationalbank lässt weiter Vorsicht walten

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An ihrer Lagebeurteilung im März hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Zins für Sichteinlagen und für den 3-Monats-Libor bei –0,75 Prozent belassen. Sie beurteilt den Schweizer Franken als hoch bewertet und die Situation am Devisenmarkt als fragil. Die SNB schätzt das globale Wachstum skeptischer ein als noch anlässlich der letzten Lagebeurteilung im Dezember.

SNB-Zinsanhebung 2020?

Eine erste SNB-Zinserhöhung ist für den März 2020 zu erwarten, wenn auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen anheben dürfte. In einem unsicheren Umfeld hilft die Zinsdifferenz zwischen Geldmarktzinsen in der Eurozone und in der Schweiz, den Franken für Investoren weniger attraktiv zu machen. Sie wirkt damit einer exzessiven Aufwertung des Frankens entgegen.

Das Ende der Negativzins­politik wurde oft angekündigt, aber ebenso oft wieder verschoben. Das wirft die Frage auf, wieso EZB und SNB gerade im nächsten Jahr ein erstes Mal seit 2007 ihre Leitzinsen wieder nachhaltig erhöhen sollten. Dafür verantwortlich dürfte die steigende Auslastung der Wirtschaft sein. Im letzten Jahr ist die Auslastung in der Eurozone, aber auch in der Schweiz, das erste Mal seit 2008 wieder auf ein normales Niveau zurückgekehrt.

Das unterdurchschnittliche Wachstum in diesem Jahr sowohl in der Eurozone als auch in der Schweiz dürfte die Auslastung wieder leicht verringern. Wenn sich für das nächste Jahr aber eine solide Konjunkturentwicklung abzeichnet, könnte das erste Mal seit über zehn Jahren wieder von einer nachhaltig ausgelasteten Wirtschaft gesprochen werden.

Gleiches gilt für den Arbeitsmarkt. 2018 ist die Arbeitslosenrate in der Eurozone ein erstes Mal seit 2008 unter das langfristig nachhaltige Niveau gefallen. Eine ausgelastete Wirtschaft ist ein erster Schritt zu einer Normalisierung der heute zu tiefen Inflationsrate und kann deshalb als Startpunkt für einen Zinserhöhungszyklus dienen.

Die EZB dürfte nur dann die Leitzinsen anheben, wenn sich der Konjunkturausblick für die Eurozone deutlich verbessert hat. In dieser Situation könnte sich dann allerdings auch der Franken abschwächen.

Realisiert sich die Konjunkturaufhellung im nächsten Jahr nicht oder fällt die europäische Wirtschaft in den nächsten Quartalen gar in eine Rezession, dürften Leitzinserhöhungen für längere Zeit vom Tisch sein.

Gleiches gilt, wenn die US-Zentralbank in der nächsten Zeit wieder auf eine expansive Geldpolitik mit tieferen Zinsen umschwenkt, weil beispielsweise auch in den USA die Rezessionsrisiken zunehmen. Auch wenn das nicht ein Basisszenario darstellt, ist es angesichts des weit vorangeschrittenen Konjunkturzyklus ein nicht zu vernachlässigendes Risiko.

In einem globalen Abschwung wäre die SNB gar gezwungen, ihre Geldpolitik noch expansiver zu gestalten, um einer harten Landung der Schweizer Wirtschaft vorzubeugen. Dazu bietet sich in einem ersten Schritt eine Stabilisierung des EURCHF-Wechselkurses über Devisenmarktinterventionen an. In einem zweiten Schritt könnte die SNB ihre Leitzinsen weiter reduzieren, allerdings ist der Spielraum hierfür nur noch begrenzt.

Aussichten für den Franken

Die SNB ist eine weitere Zentralbank, die eine Zunahme der globalen Risiken feststellt. Es ist symptomatisch, dass ein schwächerer Ausblick auf die Weltwirtschaft in diesem Zyklus den US-Dollar für einmal nicht schwächt, sondern stärkt. Die Fed hat die Möglichkeit, die Zinsen zu senken.

Die SNB oder die EZB könnten dies zwar auch tun, aber das Ausmass von potenziellen Zinssenkungen ist beschränkt. Es ist also nicht mit einem langfristig schwächeren Franken zu rechnen. Ein stärkeres globales Wachstum scheint die beste Voraussetzung, um den Euro gegenüber dem Franken zu stärken.

Der Autor

Olivier Schmutz ist Vizedirektor und Kundenberater bei der UBS Freiburg im Bereich Wealth Management.

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