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Natureindrücke verdichten sich zu Strukturen

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Ivo Vonlanthen bringt intensive Eindrücke auf die Leinwand

Für Ivo Vonlanthen – 1959 im ländlichen Niedermuhren/St. Antoni geboren – spielte die Natur immer eine grosse Rolle. Dies komme auch in den neusten Bildern des Sensler Künstlers zum Ausdruck, erklärt Colette Guisolan-Dreyer, Kuratorin der Ausstellung im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg. Ivo Vonlanthen unternahm 1997 und 1998 Reisen nach Amazonien und nach Yukon/Kanada. Die intensiven Erlebnisse und Eindrücke der jeweils ganz besonderen Natur haben ihn zu ganz unterschiedlichen Bildserien und Arbeitsweisen hingeführt.

Die grossformatigen Bilder – die grössten messen 210 auf 230 Zentimeter – entstanden im Atelier. Diese Acrylbilder sind nicht mit dem Pinsel gemalt worden, sondern entstanden direkt mit dem Spachtel. «Ich hätte meine Eindrücke nicht so unmittelbar umsetzen können mit einem Pinsel als Distanzhalter.» Die Aquarelle und Radierungen machte Ivo Vonlanthen direkt in der Natur, mit einem Karton als Unterlage. Wie Colette Guisolan-Dreyer erklärte, kenne sie keinen anderen Künstler, der Radierungen in der freien Natur mache. Für den Künstler ist dies das Natürlichste der Welt: «Ich brauche den unmittelbaren Kontakt zur Natur, wenn ich arbeite», erklärte er.

Ohne Reise keine Bilder,
aber keine Reisebilder

Ivo Vonlanthen betonte gestern, dass er die Arbeiten nicht zu eng mit den beiden Reisen in Verbindung setzen wolle. «Die Bilder sind Resultat des schockartigen Erlebens der Natur im Amazonas einerseits und der kargen Vegetation im Yukon andererseits», führt er weiter aus. «Natürlich hätte ich die Serie ohne das Amazonaserlebnis nicht gemalt, aber ich habe auch hier im Galterntal Aquarelle gemalt», erklärt er.

Die grossformatigen «Amazonasbilder» reissen den Betrachter mit, lassen ihn eintauchen in ein Meer von Farben und wirren Strukturen. «Strukturen» ist ein immer wiederkehrender Begriff in der aktuellen Arbeit von Ivo Vonlanthen. So geht er denn auch in den etwas kleineren, kühleren «Yukonbildern» den Strukturen auf den Grund, löst sie auf, bis nur noch das Wesentliche zu sehen ist. Man kann diese Bilder auch als Gegengewicht zum sonst so übersättigten «Sehen» in der Werbung und in Illustrierten einsetzen. «Als Maler hat man viel zu tun, bis man alle Eindrücke verarbeitet hat. Deshalb gebe ich mir auch alle Mühe sparsam mit Elementen zu sein. Um die Stille und Ruhe zu suchen, muss man extrem wenig zeigen», führt der Künstler weiter aus.
Die Bilder von Ivo Vonlanthen bringen ein ganz besonderes Stück Naturerlebnis ins Museum. Das Museum hat sich für die aktuelle Ausstellung aber auch in einer weiteren Dimension der Natur geöffnet. Wahrscheinlich zum ersten Mal in der Museumsgeschichte ist der untere Raum des Foyers nicht abgedunkelt. Frisches, klares Tageslicht durchflutet den Raum und macht die Aquarell-Serie so zu einem schönen Seh-Erlebnis. Und mit einer Vitrine mit «Fundstücken» wird eine weitere Verbindung zum Draussen gemacht. Ivo Vonlanthen zeigt darin Steine, Blätter, Äste usw., die er gesammelt hat, weil er deren Struktur und Material besonders interessant findet.

Arbeiten im Einklang
mit Architektur und Raum

Seit 1990 beteiligt sich Ivo Vonlanthen regelmässig an Wettbewerben zur künstlerischen Ausgestaltung von Räumen und Gebäuden. Es sei insbesondere das Gefühl für Räume, welches ihn an diesen Arbeiten interessiere, erklärte er gestern im Gespräch mit den FN. 1996 konnte Ivo Vonlanthen einen Brunnen in der Psychiatrischen Anstalt von Marsens erstellen und 1998 bekam er – zusammen mit Guy Tornay – im Wettbewerb den Zuschlag für ein Wandgemälde. Nach der Matura in Freiburg studierte Ivo Vonlanthen an der Schule für Gestaltung in Luzern und schloss diese Ausbildung mit dem Zeichenlehrerdiplom ab. Ein Stipendium des Kantons und der Stadt Freiburg ermöglichte ihm 1988/89 den Aufenthalt im Atelier Jean Tinguely in Paris. Seit 1998 leitet Ivo Vonlanthen ein Malatelier für geistig behinderte Personen (Creahm) in Freiburg.

Museum für Kunst und Geschichte, Murtengasse 12, Freiburg. Bis 18. Juni. Di.-So. 11-18 Uhr, Do. 11-20 Uhr, Mo geschlossen. Ostermontag, 24. April, und Pfingstmontag, 12. Juni, 14-18 Uhr; Karfreitag, 21. April, geschlossen.
Zur Ausstellung ist ein 34seitiger farbig illustrierter Katalog erschienen.

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