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Naturschutz kontra Stromproduktion

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Autor: karin aebischer

«Wo sieht der Staatsrat die höheren Interessen: bei der relativ bescheidenen Elektrizitätsproduktion oder beim Naturschutz, welcher für den zukünftigen Tourismus und die Naherholung eine tragende Rolle spielen dürfte?», will Grossrat Markus Bapst (CVP, Düdingen) vom Freiburger Staatsrat wissen. Dass die Unternehmen Sol-E und die Groupe E in der Warmen Sense bei Zollhaus ein Wasserkraftwerk planen (siehe Kasten) und sich diese Projekte zurzeit in der Vorprüfung befinden, hat den Sensler Grossrat dazu veranlasst, eine Anfrage an den Staatsrat zu richten.

Ein Novum für die Sense

«Der Lauf der Sense wird bis heute für die Elektrizitäsproduktion nicht genutzt. Der Bau des Wasserkraftwerks – ob umweltverträglich oder nicht bleibe dahingestellt – ist deshalb ein Novum an der Sense», schreibt Markus Bapst in seinen Ausführungen. Aufgrund ihrer hohen biologischen Diversität und Schönheit sei die Sense zu Recht umfassend unter Schutz gestellt worden. Nur der Teil der Warmen Sense figuriere nicht im Bundesinventar der geschützten Auenlandschaften und geniesse auch keinen weitergehenden kantonalen Schutzstatus.

Von der Saane profitiert

Er unterstütze das Ziel der Freiburger Regierung, Elektrizität aus erneuerbaren Energien zu produzieren, so Markus Bapst. Er frage sich aber, an welchen Orten dies geschehen soll und ob zusätzlich zur bereits voll genutzten Saane nun auch im Senselauf elektrische Energie produziert werden soll. «Die Nutzung der Wasserkraft der Saane hat zweifelsohne die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons stark begünstigt.» Dies sei seines Erachtens jedoch bereits der umfassende Beitrag des Kantons im Bereich der Engergieproduktion mit erneuerbaren Energien.

Den Schutz ausdehnen?

Markus Bapst will nun vom Staatsrat wissen, ob dieser die ausserordentlichen Naturwerte der Sense anerkenne und, falls ja, ob er denn nicht auch der Auffassung sei, dass das Gewässer als Ganzheit von weiteren Eingriffen verschont werden sollte. «Ist der Staatsrat bereit, den umfassenden Schutz des Gewässers auch auf die Warme Sense auszudehnen und damit die langfristige Erhaltung und Einmaligkeit des Gewässers auch für unsere Nachkommen zu sichern?», fragt er weiter.

Bericht liegt Staatsrat vor

Ein Bericht über die Beurteilung und Bewirtschaftung der Wasserkraft im Kanton Freiburg legt die Kriterien fest, nach welchen die Gesuche für solche Projekte beurteilt werden. Dieser Bericht wurde aufgrund der Rückmeldungen aus der öffentlichen Vernehmlassung überarbeitet. Er ist Bestandteil der Änderungen des kantonalen Richtplans, welche am 30. November vom Staatsrat genehmigt wurden und im Februar 2011 im Grossen Rat behandelt werden, wie Kulturingenieur Jean-Claude Raemy vom Tiefbauamt erklärt.

Gemäss diesem Bericht müssen Wasserkraftprojekte zwei Beurteilungsstufen überstehen. Zuerst werden die von den Wasserkraftprojekten betroffenen Gewässerabschnitte beurteilt. Einige Standorte, etwa in Schutzgebieten, werden ganz ausgeschlossen. Andere kommen unter verschärften Auflagen in Frage und bei der dritten Kategorie werden nur die minimalen gesetzlichen Bedingungen gefordert.

Was dies für das Wasserkraftwerk an der Warmen Sense heisst, kann gemäss Jean-Claude Raemy noch nicht gesagt werden, da die Beurteilung des Gesuchs noch nicht abgeschlossen ist.

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