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Nervös wie vor einer Premiere

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Nervös wie vor einer Premiere

Die Spannung steigt – Der Generalrat Freiburg entscheidet über den Kredit von 33,9 Mio. Franken

Der Freiburger Gemeinderat in corpore und zahlreiche Ammänner und Gemeinderäte Grossfreiburgs haben gestern fürs neue Gastspielhaus plädiert. Wird es gebaut und dem Zentrum neuen Schub geben? Auflösung in zwei Wochen.

Von CHRISTIAN SCHMUTZ

Der Gemeinderat Freiburg legt seiner Legislative am Montag, 31. Januar, einen Baukredit für 33,876 Millionen Franken vor. Eine zusätzliche Million war in zwei vorangegangenen Abstimmungen bereits für die Planungskosten genehmigt worden. Der ganze Betrag wird dann aber nach Abzug von Subventionen auf die Mitgliedergemeinden aufgeteilt (vgl. unten). Diese müssen im Lauf des Jahres auch noch über das Projekt entscheiden.

Dass der Gemeinderat Freiburg und seiner Mitstreiter im Kultur-Gemeindeverband vor einer ihrer wichtigsten Abstimmungen stehen, war schon nur am Aufmarsch zur Medienkonferenz zu erkennen: 17 Räte, Dienstchef, Architekten und Ausstellungsmacher sassen elf Journalisten gegenüber. Die Anspannung war zu spüren, aber auch die Zuversicht der Protagonisten.

Kosten dank Zusatzkredit im Griff

Auf fast 35 Millionen Franken wird das Gastspielhaus also budgetiert. Wird es dann nicht sowieso teurer? «Nun ist das Projekt so gut entwickelt, dass ich sehr zuversichtlich bin, dass es nicht teurer wird», sagte Gemeinderat Claude Masset an der gestrigen Medienkonferenz. Auch Architekt Jean-Pierre Dürig sprach davon, dass man die Kosten sehr gut habe kontrollieren können. Es werde nicht teurer, versprach er. Seit dem gewonnenen Architektur-Wettbewerb im November 2001 habe sich das Projekt ausserdem technisch und vor allem akustisch sehr gut entwickelt.

Kritik am Neubau kommt kaum wegen der Qualität des Gebäudes, sondern eher, dass das Gebäude als unnötig erachtet wird – wegen bestehender Säle wie zum Beispiel dem Podium in Düdingen. «Es wird im Kanton einmalig sein», antwortet Kulturchef Charles de Reyff. Es sei der einzige Saal des Kantons, der akustisch ideal auf Konzerte und Opern ausgerichtet sei. «Es ist keine Konkurrenz zu Bestehendem», sagte auch Ammann Jean Bourgknecht, «sondern eine ideale Ergänzung.»

Damit sich in Freiburg etwas bewegt

Neben der regionalen Baubranche würde laut Gemeinderat auch der Tourismus und die ganze Wirtschaft indirekt profitieren. Damit käme die Stadt ihrer Rolle als Antreiber und kantonales Zentrum gerecht und der ganze Kanton könne gewinnen.

Am wichtigsten ist für Architekt Dürig, dass das momentan einzige Gastspielhaus-Projekt der Schweiz zu einem Abschluss gelangt. Damit könnte Freiburg ein wichtiges Zeichen setzen, dass sich hier etwas bewege. «Das Theater soll für Lebensqualität in der Stadt Freiburg stehen wie der Eiffelturm für Paris», sagte Dürig. Dafür stehe auch die Form des Gebäudes, das «Signe», das eine präzise Antwort auf den geplanten Platz im Stadtbild wie auf die Programmation gebe.
«Wenn es jetzt nicht klappt, wird es in den nächsten 25 bis 30 Jahren in Freiburg kein Gastspielhaus geben», sagte Claude Masset. Ausserdem würde dann das sechsjährige Kulturkonzept mit zwei komplementären Sälen absterben. «Das wäre eine Katastrophe für die Kultur», meinte Masset.
Schon Ende 2007
in Betrieb?

Die Bevölkerung der Stadt wird nicht zwingend um ihre Meinung zum geplanten 35-Millionen-Projekt gebeten. Nach dem Entscheid des Generalrats bleibt den Verlierern (oder anderen Bürgern) aber die Möglichkeit zu einem Referendum. Dann müssten sie in drei Monaten an die 2000 Unterschriften sammeln, damit das Volk endgültig entscheidet.

Die Baubewilligung hat das Projekt noch nicht definitiv erhalten. «Zwei Einsprachen wurden abgewiesen und auch sonst haben wir überall positive Vor-Gutachten», zeigte sich Gemeinderat Masset zuversichtlich.
Wenn der Bau dann beginnt, wird der Verkehr ein wichtiges Thema: Eine Spur der Bahnhofstrasse müsste geschlossen werden und die Diagonale Bahnhofstrasse zur Sankt-Peter-Gasse würde verschwinden. Dann müsste der Kreisel vor der Schützenmatte neu gestaltet werden, dann der Verkehr vor dem Manora-Restaurant und dem Haupteingang des Freiburg-Center umgeleitet und schliesslich die Zufahrt zur Schützenmatte neu gestaltet werden. Als Bauzeit sind zwei Jahre gerechnet. Ende 2007 könnte also der Betrieb aufgenommen werden.

Publikum und
Aufführungen

Espace Nuitonie in Villars-sur-Glâne wird im Februar eröffnet. Während dort vor allem vielfältige, zeitgenössische Kunst und Theater gezeigt werden sollen, sind in Freiburg Konzerte, Opern, spezielle Theater, Musical- oder Tanzveranstaltungen vorgesehen.

Befragungen haben gezeigt, dass die Freiburger gerne mehr davon hätten. In erster Linie würden die Programmatoren um Direktor Thierry Loup mit bestehenden Organisationen zusammenarbeiten wie der Freiburger Konzertgesellschaft, der Freiburger Oper, Theater in Freiburg, dem Folkloretreffen oder dem Filmfestival. Durch eine solche Zusammenarbeit würde das Budget auch kleiner als in Villars-sur-Glâne – 1,83 Mio. gegenüber 2,04 Mio. Franken.

Der Gemeinderat rechnet mit rund drei Aufführungen pro Woche in Freiburg. Es werde für technisch anspuchsvolle interdisziplinäre Aufführungen die einzige Adresse im Kanton sein.

Multiplex darunter ist startbereit

Unter dem Gastspielhaus plant Jean-Luc Nordmann im Baurecht ein Multiplex-Kino. Er ist schon seit anderthalb Jahren bereit. Der Gemeinderat von Freiburg spricht in seiner Botschaft an den Generalrat von «in einigen Wochen» und beziffert die gesamte Investitionssumme für Multiplex-Kinos, Einkaufsgalerie sowie das Gastspielhaus auf 76 Millionen Franken. Man kann also davon ausgehen, dass Nordmann für die sechs bis sieben Kinosäle mit insgesamt rund 1600 Plätzen und die Einkaufsgalerie rund 41 Millionen Franken einsetzen will.

Gemäss dem Freiburger Baudirektor Claude Masset sei wegen der fast zweijährigen Verspätung der Baubewilligung für das Projekt der Promotor abgesprungen. Jetzt sei aber ein Vertrag mit einem neuen Promotoren unterschriftsbereit. Er gehe davon aus, dass es bald losgehen könne und dass im Jahr 2007 die Kinos laufen würden, sagte Masset.

Dies soll die Freiburger Wirtschaft ankurbeln und eine ideale Kombination bieten. «Das Gastspielhaus soll gegen aussen ein Zeichen für eine aktive Stadt sein», sagte Architekt Jean-Pierre Dürig. Durch die einmalige Kombination mit den Kinosälen sei dies bei Tag und Nacht der Fall. chs
Virtuelle Ausstellung für die Bevölkerung

In einer Ausstellung im Freiburg-Center sollen die Freiburgerinnen und Freiburger von nächster Woche an ihr Gastspielhaus-Projekt besuchen können. Nach der Vernissage am Dienstag, dem 18. Januar, um 18 Uhr ist die Ausstellung bis zum 29. Januar jeweils an den Öffnungszeiten des Freiburg-Centers zu besuchen.

Gemäss Professor Beat Hirsbrunner vom Departement für Informatik ist der Prototyp zum allerersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf einfache und natürliche Weise könne die Bevölkerung das Gastspielhaus und seine Umgebung bereits anschauen.

Möglicherweise soll sich aus dieser

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