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Neuanfang für den Spektakelmacher

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In seinem ersten richtigen Mannschaftstraining mit Gottéron sorgte Charles Bertrand gestern ab und zu für staunende Gesichter bei seinen Mitspielern und den Journalisten auf der Tribüne. Etwa als er sich in vollem Tempo durch die Verteidigung dribbelte, indem er den Puck zwischen seine Beine zog – und dieser Puck auch am Ende der Aktion noch an seiner Schaufel zu kleben schien. «Er ist ein sehr spektakulärer Spieler», sagte Laurent Meunier, der Bertrand bereits aus der französischen Nationalmannschaft kennt, nach dem Training. «Er ist extrem schnell, hat gute Hände und einen starken Schuss. Ich denke, dass er sehr gut in die temporeiche Schweizer Liga passt und uns weiterbringen wird.»

«Ich bin sehr ambitioniert. Wenn ich eine nächste Stufe auf der Leiter erklimmen kann, dann mache ich das.»

Charles Bertrand

Gottéron-Stürmer

 

Trainer Mark French sagte zwar, er könne den 27-Jährigen nach einem Training noch nicht wirklich beurteilen, sein erster Eindruck sei jedoch positiv. «Er ist ein grossgewachsener Spieler, der trotzdem schnell ist. Zudem scheint er ein gutes Puckhandling und einen guten Torriecher zu haben.»

Die KHL als hartes Pflaster

All diese Stärken konnte Charles Bertrand zuletzt bei Sibir Nowosibirsk nicht unter Beweis stellen. Vor zwei Wochen wurde er beim KHL-Team freigestellt. Seine Bilanz: zwei Tore und ein Assist in 23 Spielen. «Wir haben 13 Spiele in Folge verloren, und in der KHL ist man nun einmal nicht so geduldig, da gibt es sofort viele Wechsel, sowohl bei den Coaches als auch bei den Spielern», erklärte Bertrand gestern nach dem Training. Der finnische Nationalstürmer Julius Junttila etwa, der gemeinsam mit Bertrand auf diese Saison hin vom finnischen Meister Kärpät Oulu nach Sibirien gewechselt hatte, verliess Nowosibirsk sogar nach bloss fünf Spielen in Richtung Schweden, der Kanadier Cory Emmerton heuerte nach elf Spielen für Sibir beim HC Lausanne an. Auch der russische Trainer wurde nach nur sechs Spielen entlassen und durch einen Weissrussen ersetzt. «Das ist halt so in der KHL, damit musst Du als Spieler leben können.»

«Er ist ein sehr spektakulärer Spieler, ist extrem schnell, hat gute Hände und einen starken Schuss.»

Laurent Meunier

Gottéron-Stürmer

 
 

Wechsel nach Traumsaison

Drängt sich die Frage auf, warum er auf diese Saison hin überhaupt nach Sibirien gewechselt hat? Nach einer unglaublichen Saison mit Kärpät Oulu, in der Bertrand in 78 Spielen bemerkenswerte 37 Tore erzielte, 28 Assists gab und auch noch den Meistertitel holte. Einer Saison, von der Bertrand selbst sagt, die Spieler hätten «wirklich etwas Cooles kreiert.» Alles habe gestimmt. «Wie viele Skorerpunkte man holt, hängt immer von vielen Faktoren ab. Wir waren ein sehr gutes Team, und ich spielte in einer sehr guten Linie.» Dennoch sei für ihn nach acht Jahren in Finnland der Wechsel nach Nowosibirsk auf der Hand gelegen – obwohl seine Frau Finnin ist. «Der Grund ist ein simpler: Ich bin sehr ambitioniert. Und wenn ich eine nächste Stufe auf der Leiter erklimmen kann, dann mache ich das.»

Bereits mit 16 in die Slowakei

Ambitioniert waren Charles Bertrand und seine Familie schon immer. Im Alter von dreieinhalb Jahren wird der kleine Charles von seinem Vater – einem Hobbyspieler aus der dritten französischen Division – erstmals ins Training gebracht. Frankreich ist ein sportverrücktes Land, Eishockey gehört allerdings nur zu den Randsportarten. Während den Schulferien besucht Charles Bertrand, der im Pariser Vorort Saint-Maurice aufwächst, deshalb immer wieder Camps im Ausland, etwa in Tschechien. Mit 16 zieht er bereits in die Slowakei, um sich dort weiterzuentwickeln. «Es war für mich früh klar, dass ich das Eishockey zum Beruf machen möchte – und es war auch für meine Eltern früh klar. Sie haben sehr viel für mich geopfert. Meine Mutter war eineinhalb Jahre mit mir in der Slowakei, während mein Vater in Paris blieb, um zu arbeiten. Es war ein Familienprojekt.»

Verschafft hatte Bertrand den Platz in der U18 bei Dukla Trencin sein damaliger Juniorentrainer im französischen Rouen, der Kontakte in die Slowakei hatte. «Es war nicht leicht, ich war ja erst 16. Zunächst wollte ich nicht gehen, aber meine Mutter konnte mich zum Glück überzeugen. Denn heute habe ich sehr gute Erinnerungen an diese Zeit.»

Erste Offerte aus der Schweiz

Charles Bertrand hielt dem Druck, ein Familienprojekt zu sein, stand. Via Kurzaufenthalt in der U20 von Salzburg wechselt er 2010 dank seinem finnischen Agenten zu Lukko Rauma in die finnische Juniorenliga. Wenig später schafft er den Schritt zu den Profis. Seither hat er für Rauma, Turku, Vaasa, Ässät und Oulu 400 Spiele in der obersten finnischen Liga absolviert und dabei 102 Tore und 97 Assists erzielt. Mit der französischen Nationalmannschaft nahm er zudem an vier Weltmeisterschaften teil.

Nachdem es in der KHL nicht geklappt hat, versucht Bertrand nun also sein Glück bei Gottéron. Es ist übrigens nicht sein erster Aufenthalt in Freiburg. «Als Kind habe ich hier an einem Piccolo-Turnier teilgenommen. Aber an viel mehr, als dass wir in einem Bunker übernachtet haben, kann ich mich nicht erinnern», so der Franzose schmunzelnd.

Auch wenn die KHL die beste Liga ausserhalb der NHL ist und die Schweizer Liga vom Niveau her eher mit der finnischen zu vergleichen ist, will er nicht von einem Rückschritt sprechen. «Ich freue mich auf einen Neuanfang, ich bin auch überhaupt nicht deprimiert oder so, dass es in Russland nicht geklappt hat.»

Die Schweizer Meisterschaft sei immer schon eine Liga gewesen, in der er einmal habe spielen wollen. «Das hatte ich stets im Hinterkopf.» Das Angebot von Gottéron sei allerdings die erste konkrete Offerte aus der Schweiz gewesen. Wie versucht er das Freiburger Team weiterzubringen? Welche Trümpfe will Bertrand einbringen? «Ich mag es, mit Tempo in beide Richtungen der Eishalle zu skaten, habe gerne den Puck und versuche in der Offensivzone Kreativität reinzubringen», so die neue Nummer 8 von Gottéron. Mit seinen 185 Zentimetern und 94 Kilogramm muss sich Bertrand zudem auch körperlich keineswegs verstecken.

Zunächst nur Zuschauer

Um seine Qualitäten in einem Match zeigen zu können, muss sich der Flügelstürmer allerdings noch gedulden. «Für den Match in Zürich habe ich nicht vor, Umstellungen zu machen», verrät Trainer Mark French. Bertrand wird also heute im Hallenstadion als überzähliger Ausländer auf der Tribüne sitzen. Auch, weil er vor dem gestrigen Tag eineinhalb Wochen nur neben dem Eis trainieren konnte. Wie geht Bertrand mit der für ihn neuen Situation um, einer von fünf Ausländern zu sein, von denen nur vier Spielen können? «Das gehört halt hier zum Jobprofil. Für das Team ist es gut, wenn wir uns einen gesunden Konkurrenzkampf liefern.» Er habe bereits mit den anderen ausländischen Spielern gesprochen. «Alle machen einen sehr coolen Eindruck. Wie von allen andern bin ich auch von ihnen sehr warmherzig empfangen worden. Ich mache mir deshalb keinerlei Sorgen.»

Aufstellung

Unverändertes Team in Zürich

Für das Spiel heute Abend (19.45 Uhr) bei den ZSC Lions hat Gottéron-Trainer Mark French im Vergleich zur Niederlage in Ambri keine Änderungen vorgesehen. Im Tor wird erneut Reto Berra stehen, Charles Bertrand und Makai Holdener sind überzählig.

fm

 

 

ZSC Lions – Gottéron 19.45 Langnau – Genf-Servette 19.45

 

Der heutige Gegner

Fakten zum ZSC

• Die Zürcher sind nicht in Topform. Zuletzt haben sie dreimal in Folge verloren und in diesen drei Spielen insgesamt nur vier Tore erzielt.

• Der talentierte Sturm liefert noch nicht wie gewünscht ab. Denis Hollenstein ist mit lediglich 12 Punkten Topskorer.

• Die Lions sind das zweitschwächste Heimteam der Liga. Von den neun Heimspielen im Hallenstadion haben sie nur vier gewonnen.

fm

 

 

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