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Neuartiger Verputz für alte Kirchenwände

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Ein ungewöhnlicher Anblick: die Pfarrkirche Giffers als Grossbaustelle.Bilder Aldo Ellena

Neuartiger Verputz für alte Kirchenwände

Autor: Imelda Ruffieux

Die Pfarrkirche Giffers gleicht derzeit weniger einem Gotteshaus als einer Grossbaustelle. Die Holzbänke sind auf einer Seite aufgestapelt, der Boden ist herausgerissen, an den Wänden stehen hohe Gerüste. Alles ist mit einer feinen, weissen Staubschicht bedeckt. Die Innenrenovation wurde vor einer Woche begonnen und dauert bis Ende März. In dieser Zeit hat die Pfarrei in den umliegenden Dörfern Asyl gefunden (siehe Kasten).

Regelmässige Arbeiten

In den letzten Jahren wurden immer wieder kleinere Renovationen ausgeführt. So wurde letztes Jahr die Steuerung für die Uhr erneuert, und 2009 musste das Dach nach einem Hagelschlag neu gedeckt werden. «Auch im Innern der Kirche sind immer wieder Auffrischungsarbeiten ausgeführt worden, aber jeweils in einem kleineren Rahmen», sagt Pfarreipräsident Dominik Gauch.

Für das jetzige Projekt hat die Pfarreiversammlung Anfang Dezember 250 000 Franken gesprochen. «Die Mauern wiesen immer mehr Risse auf.» Die Farbe der Wände sei immer dunkler, wolkiger geworden, was sehr unschön ausgesehen habe. «Man hätte vielleicht noch warten können, aber die Schäden wären dann immer grösser und die Kosten immer höher geworden», sagt Dominik Gauch.

Der Entscheid für die Sanierung sei von den Pfarreimitgliedern einstimmig gefällt worden. «Uns war es ein Anliegen, ein solches Kulturgut nicht zerfallen zu lassen.» Ausschlag für die grosse Unterstützung der Pfarrei war gewiss auch die gesicherte Finanzierung. «In unserer Pfarrei wurde immer gut zum Geld geschaut.» Darum könne die Renovation über das Vermögen finanziert werden.

Bis auf das Mauerwerk

Die Kirche Giffers ist von 1778 bis 1781 erbaut und zwischen 1908 und 1911 vergrössert worden. Das ursprüngliche Gipsgewölbe wurde 1929 durch eine Holzkonstruktion ersetzt. Weil der alte Verputz instabil geworden ist, entstanden die Risse in den Wänden, wie Guido Fontana, Malermeister und Spezialist für Kirchenmauern, ausführt. «Der Verputz hat seine Haftung auf den Steinen verloren und vermodert förmlich.» Wann genau die Wände zum letzten Mal gestrichen wurden, ist unklar. Guido Fontana vermutet, dass es vor etwa 25 Jahren war. «Die letzten Anstriche wurden mit organischen Farben, wie zum Beispiel mit Kunstharz-Mattfarben gemacht.» Diese schliessen relativ dicht ab. «Organische Anstriche sind thermoplastisch, sie ziehen den Schmutz förmlich an.»

Im alten Teil der Kirche habe der Putz zudem seine innere Festigkeit verloren. «Wir entfernen ihn nun bis zum Mauerwerk», sagt Guido Fontana. Dieses besteht aus einem Gemisch aus Ärgera-, Sand- und Backsteinen – was die Leute damals zur Hand hatten. Die Arbeiter müssen vorsichtig zu Werke gehen, um das Mauerwerk nicht zu verletzen.

«Historisch-Grundputz»

Im neueren Teil der Kirche werden die Anstrichschichten bis auf die gesunde Putzschicht entfernt. Der neue Verputz ist gemäss Guido Fontana auf mineralischer Basis aufgebaut. Er wird auch «Historisch-Grundputz» genannt, weil er oft bei Gebäuden mit einer hohen Kernfeuchtigkeit wie Kirchen oder Schlössern eingesetzt wird. «Dieser Putz ist diffusionsfähig, kann also ‹atmen›», erklärt der Fachmann. «Er kann viel Luftfeuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben.» So wird das Kondensat absorbiert. Die Oberfläche verschmutzt viel weniger. Er macht seinen Vorgängern keinen Vorwurf: «Damals waren diese Anstrichstoffe im Trend. Die Leute dachten, es sei das Beste.»

Fresken entdeckt

Im Chor sind unter dem alten Anstrich Fresken zum Vorschein gekommen. Da es von den Finanzen und vom Aufwand her unmöglich ist, sie zu restaurieren, wurden sie vom Kulturgüterdienst katalogisiert und werden nun ebenfalls wieder übermalt, aber nicht zerstört.

Auch der Boden wird erneuert. Bisher bestand dieser aus Tannenholz, das schon mehrfach abgeschliffen und neu versiegelt worden war. Er wies viele Löcher auf. Neu wird ein massiver Eichenboden eingesetzt. Die Gelegenheit wird benützt, um eine sogenannte Induktionsschleife zu verlegen, damit Hörgeschädigte den Ton aus den Lautsprechern besser verstehen. Bevor die abgenutzten Sitzbänke wieder an ihren Platz kommen, werden sie geschliffen, vom alten Lack befreit und neu lackiert.

Weg mit den Stromfressern

Erneuert werden auch die elektrischen Leitungen und die Beleuchtung. «Die Lampen im Bogen zwischen Chor und Altarraum waren wegen der Höhe sehr schwer auszuwechseln», erklärt Dominik Gauch. «Und der Stromverbrauch war sehr hoch.» Neu wird eine leichter zugängliche Schiene mit Niedervolt-Spotlampen verlegt. Auch in der Empore mussten die Lampen ausgewechselt werden. «Sie wurden sehr heiss.» Mit LED-Technik wird dieses Problem gelöst, und es gibt zusätzliches Licht. Im Schiff sorgen acht grosse Leuchten für Helligkeit. Gerne würde die Pfarrei diese ersetzen, weil sie teuer sind und viel Strom verbrauchen. «Das Geld reicht aber wohl dieses Mal nicht aus», sagt Dominik Gauch. Auf jeden Fall werde man die Zugangsleitungen für einen späteren Wechsel erneuern. Ein wichtiger Teil des Sanierungsprojekts sind die Fenster in der Sakristei. Feuchtigkeit durch Kondenswasser hatte ihnen geschadet. Sie werden ausgewechselt, isoliert und sind neu doppelverglast.

Provisorium

Ausweichen nach St. Silvester

Die Bauarbeiten in der Kirche Giffers werden mindestens bis zum 20. März dauern. Am 1. April, an Palmsonntag, soll die Kirche wieder eröffnet werden. Die Sonntagsmesse um neun Uhr fällt weg. Dafür wird in St. Silvester am Samstagabend um 17 Uhr und am Sonntag um 9.30 Uhr eine Messe gelesen. Dort finden auch Jahrmessen oder Messen zum Dreissigsten statt. Die übrigen Andachten während der Woche werden im Pfarrheim in Giffers abgehalten. Für Beerdigungen überlässt die Pfarrei den Familien die Wahl, nach St. Silvester, Rechthalten, Plaffeien oder Plasselb zu gehen. Pfarrer Hubert Vonlanthen, Messdiener und nach Absprache auch der Chor und der Organist gehen jeweils mit. im

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