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Neue Arbeitsweise in alten Mauern

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Im Spätsommer 2013 ist das Kantonsgericht in das Augustinerkloster in der Freiburger Unterstadt gezogen. Dieser Umzug hat für das Gericht auch das Jahr 2014 geprägt: «Wir haben uns an das Gebäude angepasst, gelernt, zusammenzuleben und die Arbeitsprozesse harmonisiert», sagte Marianne Jungo gestern vor den Medien. Sie war im letzten Jahr Präsidentin des Kantonsgerichts. Vor dem Umzug hatte das Gericht an zwei verschiedenen Standorten gearbeitet–und offenbar auch auf verschiedene Weise. «Wir mussten unsere ganzen Arbeitsprozesse überdenken und neu organisieren», sagte Jungo.

Einheitliche Arbeitsweise

Frédéric Oberson, Generalsekretär des Kantonsgerichts, führte aus, dass eine Arbeitsgruppe den Ablauf harmonisiert habe: Vom Eingang über die Sichtung bis hin zur Archivierung eines Dossiers arbeiten nun alle nach der gleichen Methode. «Das Personal hat in der Arbeitsgruppe mitgemacht, was zwar einen Mehraufwand bedeutete, aber auch zu einer guten Zusammenarbeit geführt hat.»

Die Tücken des Gebäudes

Auch sonst hat der Umzug für einige Umstellungen gesorgt. Bereits zuvor hatte sich das Gericht vergeblich dagegen gewehrt, in die Räume des Augustinerklosters zu ziehen. Nach dem Umzug zeigte sich, dass das historische Gebäude seine Tücken hat. So ist es im alten, nicht renovierten Teil im Winter so kalt, dass einige Büros nicht benutzbar sind. Und im Sommer wird es in den Räumen unter dem Dach sehr heiss–Messungen vom letzten März und April ergaben 28 Grad. In anderen Büros wiederum ist die Luftfeuchtigkeit problematisch. «Wir sehen aber, dass das Hochbauamt alles tut, um angenehme Arbeitsbedingungen zu schaffen», sagte Marianne Jungo. «Wir jammern daher nicht, sondern warten auf die Lösungen.»

Hohe Arbeitsbelastung

Nicht geändert am neuen Standort hat sich die hohe Arbeitsbelastung. «Durch die Zusammenlegung aller Gerichtshöfe haben wir zwar an Flexibilität gewonnen und können einzelne Mitarbeitende an mehreren Höfen einsetzen», sagte Marianne Jungo. «Wir wären aber immer noch froh um zwei bis drei Stellen mehr.» Zu laut wolle das Gericht aber nicht danach rufen: Auf anderen Stufen der Justiz–beispielsweise bei den Friedensrichtern–sei die Arbeitslast noch grösser als am Kantonsgericht. Darum versuche das Gericht, vor allem mit internen Lösungen eine Entlastung zu erreichen. Trotzdem: Die für 2015 befristeten zusätzlichen 35 Stellenprozente für eine Gerichtsschreiberstelle müssten unbedingt dauerhaft eingeführt werden.

Die grosse Masse neuer Dossiers gehe bei der zivilrechtlichen Abteilung ein, sagte Jungo. Dabei gehe es vor allem um Fragen rund um Arbeitslosengelder und um das Anrecht auf Invalidenrente. «Gerade die Dossiers, bei denen es um die Invalidenversicherung geht, sind sehr umfangreich und komplex und brauchen daher Zeit.» Zugleich wolle das Gericht diese Fälle prioritär behandeln: «Hier geht es um Personen in schwierigen Situationen, die auf eine rasche Klärung angewiesen sind.»

Zahlen und Fakten

Mehr neue Dossiers als im Vorjahr

Am 1. Januar 2014 waren am Freiburger Kantonsgericht 1323 Angelegenheiten hängig; Ende Jahr waren es noch 1302. Im letzten Jahr kamen 2957 Dossiers zum Kantonsgericht, 2978 wurden erledigt. Vor allem an der zivilrechtlichen Abteilung nahmen die Dossiers im Vergleich zum Vorjahr zu, nämlich um 6,5 Prozent. Seit dasneue Erwachsenenschutzrecht 2013 in Kraft getreten ist, ist die Anzahl Dossiers des Kindes- und Erwachsenenschutzhofes gestiegen. In diesen Angelegenheiten begeben sich die Richterinnen und Richter vor Ort, hauptsächlich ins stationäre Behandlungszentrum des Freiburger Netzwerks für psychische Gesundheit in Marsens. Die Explosion der Anzahl Fälle und deren Dringlichkeit haben laut Jahresbericht des Kantonsgerichts «eine kollaterale Auswirkung auf die übrigen vom Kantonsgericht behandelten Angelegenheiten». Das Gericht hat letztes Jahr 2447 Urteile in französischer Sprache und 513 in deutscher Sprache gefällt. 284 Entscheide des Kantonsgerichts wurden an das Bundesgerichtweitergezogen; dieses hiess die Rekurse in 31 Fällen gut.njb

 

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