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Neuer Anlauf mit neuer Technik

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Ronald Auderset ist der schnellste Skeletonfahrer, den die Schweiz je hervorgebracht hat. Der Freiburger rast die Eiskanäle sogar schneller hinunter als seinerzeit Gregor Stähli, der dreifache Weltmeister (1994, 2007, 2009) aus Zürich. Dennoch hat es Auderset im Weltcup noch nie aufs Podest geschafft, auch in den Top 10 ist er noch nie aufgetaucht. Die Erklärung ist ebenso simpel wie komplex: «Der Skeletonsport hat sich in den letzten 12 Jahren enorm entwickelt», erklärt der 30-Jährige. «Das Material ist besser geworden, die Bahnen und das Eis schneller. Deshalb werden heute viel schnellere Zeiten gefahren.» Leider auch von der Konkurrenz, fügt Auderset mit einem Schmunzeln an.

Schwierige Rahmenbedingungen

Die Schweiz und das Skeleton, das war lange eine selige Verbindung. Hinter Deutschland hat die Schweiz bis heute am meisten WM-Medaillen gewonnen. Das letzte Edelmetall datiert allerdings von der WM 2009 in Lake Placid, und seit die Medaillengaranten Stähli und Maya Pedersen 2010 ihre Karriere beendet haben, herrscht in der Schweiz eine Skeleton-Depression. Mehrere Nationen wie Lettland oder Russland haben im Sog der olympischen Skeleton-Rückkehr 2002 die Schweiz eingeholt, inzwischen gar überholt. «Während der erfolgreichen Jahre hat der Verband die Nachwuchsarbeit etwas vernachlässigt, dafür büssen wir heute», erklärt Auderset.

In der Schweiz ist Skeleton noch immer eine Randsportart, bei der sich die Athleten ihre Saison grösstenteils selbst finanzieren müssen. «Durch einige Gönner und dank öffentlicher Gelder der Loterie Romande erhalte ich etwas Unterstützung, mit dem Sport verdiene ich aber nichts, im Gegenteil, ich zahle drauf.» Neben den Ausgaben für den Sport an sich, rund 10 000 Franken pro Saison, fallen bei Auderset auch dann die Fixkosten zu Hause an, wenn er im Ausland unterwegs ist. Das sind rund fünf Monate pro Jahr, in denen der Freiburger für das Skeleton unterwegs ist. Die restlichen Monate arbeitet er. «Es ist nicht einfach, einen Arbeitgeber zu finden, der das so akzeptiert», weiss Auderset aus eigener Erfahrung. Unzählige Bewerbungen musste der gelernte ­Maschinenbauingenieur schreiben, bis er bei der Comet AG in Flamatt eine Stelle als Projektleitungsassistent gefunden hat.

«Körper schonen»

Seit knapp zwei Monaten trainiert Auderset nun wieder im Eiskanal, in den er sich bäuchlings und Kopf voran auf seinem Schlitten mit bis zu 140 Stundenkilometern hinunterstürzt. Anfang Oktober verbrachte er eine Trainingswoche in Sigulda (LET), es folgte eine zweite in Altenberg (DEU), wo Ende Februar die WM stattfinden wird, und schliesslich war er noch eine Woche in Innsbruck (AUT) unterwegs. Seit gestern weilt er im deutschen Winterberg, wo am Wochenende die ersten Europacup-Rennen ausgetragen werden.

Zu Saisonbeginn fährt der Stadtfreiburger, der als einziger Schweizer Pilot einen Startplatz im Weltcup hat, nur auf zweithöchster Stufe Rennen. Anders als in den letzten Jahren verzichtet er auf die Rennen in Übersee und steigt erst zum Jahreswechsel in den Weltcup ein, wenn die Tournee nach Europa kommt. «In den letzten Jahren hatte ich gegen Ende Saison immer abfallende Leistungen. Und da die EM oder die WM immer am Ende stattfindet, bin ich da jeweils schlecht gefahren», seufzt Auderset. Er hat seine Lehren aus diesem Umstand gezogen. «Anstatt fünf Wochen nach Amerika zu fliegen und in dieser Zeit eh nur zwei Renen zu fahren, bleibe ich hier und schone meinen Körper.» Er hoffe, dass sich dies im Februar beim Saisonhöhepunkt, der Europameisterschaft in Sigulda, positiv auswirken werde.

Zurück zur Basis

Noch zu deutlich ist bei Auderset die Enttäuschung der letzten WM im vergangenen März präsent. Als 28. hat er den Finaldurchgang der besten  20 deutlich verpasst. Es war der misslungene Abschluss einer ansonsten starken Saison, der besten gar in der zwölfjährigen Skeleton-Karriere des Stadtfreiburgers. In allen sieben Weltcuprennen hatte er sich für den Finallauf qualifizieren können, einmal wurde er 12., einmal fuhr er auf Platz  13.

In die Top 10 zu fahren ist dem 169 cm grossen Athleten nicht gelungen – trotz seiner hervorragenden Qualitäten als Schnellstarter. «Mein Schwachpunkt war bisher die Position auf dem Schlitten. Sobald es etwas brenzlig wurde oder ich auf dem Schlitten unsicher war, habe ich die Schultern angehoben», erklärt Auderset. Das habe sich fatal ausgewirkt: «Die Aerodynamik ist weg, der Schlitten wird instabil und man kann nicht mehr präzis lenken.» Um seine Defizite zu korrigieren, ist der Freiburger Ende letzter Saison noch nach Sigulda geflogen, anstatt direkt in die Sommerpause zu gehen. In Lettland hat er zusammen mit seinem Trainer Ivo Pakalns an seiner Fahrposition gefeilt – zurück zur Basis gewissermassen. «Ich habe mir eine neue Position auf dem Schlitten angeeignet, die mir das Abheben der Schultern verunmöglicht.» Die neue Technik hat Auderset während des Sommers mit Trockenübungen in seinem Keller in unzähligen Stunden perfektioniert. «Es funktioniert schon ganz gut», lautet sein Fazit.

Peking 2022 im Visier

Nicht zuletzt deshalb blickt er zuversichtlich auf die bevorstehende Saison. Eine Zwischensaison, wie er sagt. «Mein Blick ist auf die Olympischen Spiele 2022 in Peking gerichtet.» Im Weltcup habe er sich heuer keinen bestimmten Rang als Ziel gesetzt. «Vielmehr geht es darum, weiter Fortschritte zu machen und noch schneller zu werden.»

Ob er auf dem richtigen Weg ist, das wird sich am Wochenende beim Europacup in Winterberg zeigen. Als Minimalziel nennt Auderset die Top 6. «Wenn alles gut läuft, ist eine Medaille möglich. Es kommt aber darauf an, wie viele Weltcupfahrer sonst noch mitfahren.» In der Saison 2012/13 ­hatte der Freiburger zuletzt auf einem Podest gestanden: Als Drittklassierter bei den Europacuprennen in Cesana und Igls.

«Ich habe mir eine neue Position auf dem Schlitten angeeignet, die mir das Abheben der Schultern verunmöglicht.»

Ronald Auderset

Skeletonfahrer

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