Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Neuer Ärger für den FC Freiburg

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das 1.-Liga-Schlusslicht FC Freiburg braucht im Kampf gegen den Abstieg unbedingt Punkte. Entsprechend gross war am Samstag der Jubel, als man Tabellenleader Yverdon auswärts mit 3:2 bezwang. Dank den gewonnenen drei Zählern konnten sich die Pinguine bis auf zwei Einheiten dem Strich annähern. Der Ligaerhalt schien plötzlich wieder möglich.

Die Freude über den gelungenen Exploit währte jedoch nicht lange. Gestern enthüllte die Zeitung «Le Matin», dass der FC Freiburg einen Spieler eingesetzt hatte, der eigentlich nicht auf dem Platz hätte stehen dürfen. Das Problem: Gemäss Artikel 148 des Wettspielregelements des Schweizerischen Fussballverbandes SFV darf ein Spieler in einer Saison nur für zwei verschiedene Klubs Verbandsspiele bestreiten. Dejan Janjic, der im August das Trikots des FC Lutry und im Herbst jenes des FC Saint-Légier getragen hatte, stand in Yverdon während 90 Minuten im Dress des FC Freiburg auf dem Platz. Ein klarer Regelverstoss. Wegen des 19-jährigen Verteidigers – in der Winterpause ins St. Leonhard gewechselt – droht dem FC Freiburg nun Ungemach. Das 1.-Liga-Komitee hat keine andere Wahl, als den gewonnenen Match in eine 0:3-Forfaitniederlage umzuwandeln. Freiburgs Rückstand auf den Strich würde damit wieder fünf Punkte betragen, und das nur zwei Runden vor Meisterschaftsende.

Protest des FC Yverdon

«Wir wurden heute Morgen vom FC Yverdon informiert, dass sie Protest gegen die Wertung des Spiels eingelegt haben», sagte Jean-Pierre Gauch, Präsident des FC Freiburg, gestern den FN. «Die Verantwortlichen von Yverdon haben mir erklärt, dass sie eigentlich gar kein Interesse an einem Einspruch gehabt hätten. Auf Drängen des FC La Sarraz-Eclépens und des FC Vevey hätten sie diesen aber doch eingereicht.»

Sowohl La Sarraz als auch Vevey wären Nutzniesser einer Forfait-Niederlage des FC Freiburg. Die beiden Waadtländer Vereine stecken ebenfalls im Abstiegskampf und könnten so einen Konkurrenten abhängen. «Es ist schon erstaunlich, dass der Verband erst dann bemerkt, dass wir einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt haben, wenn uns zwei Vereine denunzieren», ärgert sich Gauch. «Dejan Janjic hat schon gegen Vevey und gegen Lancy für uns gespielt. Warum hat da niemand reagiert? Es gehört zur Aufgabe des Verbands, solche Sachen zu kontrollieren und rechtzeitig einzuschreiten.»

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Bei der 1.-Liga-Kommission des SFV sieht man das etwas anders. Um die rund 800 Spieler zu kontrollieren, die an einem Wochenende in der 1. Liga im Einsatz stehen, verwendet der Verband ein Computerprogramm. «Eine lückenlose maschinelle Kontrolle ist mit der heutigen Software nicht möglich», sagt Bruno Tanner, Präsident der 1.-Liga-Disziplinarkommission. Man arbeite ständig daran, diese zu verbessern. «Es entbindet die Vereine aber nicht davon, die Regeln und Artikel, die für alle gelten, zu kennen und dafür zu sorgen, dass sie eingehalten werden. Die Tatsache, dass bisher niemand moniert hat, wenn der besagte Spieler unberechtigterweise eingesetzt wurde, ist keine Legitimation, dies weiterhin zu tun.»

«Warum hat die Liga im Feb­ruar Dejan Janjic überhaupt für unseren Verein qualifiziert, wenn wir den Spieler gar nicht einsetzen dürfen», ärgert sich FCF-Präsident Gauch. Für diesen Einwand bringt Bruno Tanner «ein gewisses Verständnis» auf. «Gemäss Artikel 148 darf ein Spieler in einer Saison für drei verschiedene Vereine qualifiziert sein, er kann aber nur für zwei Verbandsspiele bestreiten. Diese Regelung macht Sinn für Spieler, die in einem Club nicht zum Einsatz gekommen sind.» Den Passus mit den drei Qualifikationen finde er persönlich auch nicht optimal, und es sei gut möglich, dass dieser künftig aus dem Reglement gestrichen werde, sagt der Präsident der Disziplinarkommission. «Das schützt die Vereine aber nicht davor, das Wettkampfreglement zu kennen. Als Club muss man auf solche Sachen sensibel sein.»

Forfait-Niederlage realistisch

Die Fahrlässigkeit der Vereinsverantwortlichen und die Unkenntnis des Spielers in Bezug auf das Wettspielreglement drohen für den FC Freiburg gravierende Folgen zu haben. Es wirft zwar niemand dem FCF bewusste Spielmanipulation vor, Unwissenheit schützt aber auch im Fussball vor Strafe nicht. «Die 1.-Liga-Disziplinarkommission wird die Einsprache des FC Yverdon prüfen», sagt Bruno Tanner. «In einem nächsten Schritt kann der FC Freiburg dazu Stellung nehmen. Erst dann werden wir ein Urteil fällen.»

Auch wenn es Tanner nicht direkt ausspricht, so lässt er doch durchdringen, dass die ganze Angelegenheit aus juristischer Sicht ziemlich klar sei. Im Falle des FC Saint-Prex hat der Fussballverband unter den genau gleichen Umständen eine 0:3-Forfait-Niederlage ausgesprochen.

Freiburg droht mit Rekurs

Das letzte Wort im Fall Dejan Janjic dürfte aber noch länger nicht gesprochen sein. «Gegen eine allfällige Forfait-Niederlage werden wir Rekurs einlegen», sagt Jean-Pierre Gauch. Die Drohung des Präsidenten gleicht indes eher dem Griff zum letzten Strohhalm, um den FC Freiburg vor der Relegation zu retten. Denn eines ist klar: Verlieren die Pinguine die drei Punkte aus dem Yverdon-Spiel, dann ist ihre Chance auf den Ligaerhalt nur noch hypothetischer Natur.

Mehr zum Thema