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Neues Vernetzungsprojekt

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Neues Vernetzungsprojekt

Fuchs und Hase sagen sich jetzt öfters gute Nacht

Das sechste Projekt im Kanton, das nach der Öko-Qualitätsverordnung verwirklicht wurde, lancierte ein Landwirt in Noréaz. Hochstammobstgarten, Buntbrache, extensiv genutzte Wiesen, Bachböschungen und Pflege des Waldrandes mit Kleinstrukturen gehören dazu.

Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

Von einem Tag auf den anderen wird aus einer intensiv genutzten Landwirtschaftsfläche kein Paradies für Eidechsen und Libellen. Und doch ist es in den drei Jahren, seitdem die Verordnung über die regionale Förderung der Qualität und der Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft (ÖQV) in Kraft ist, gelungen, in fast allen Schweizer Kantonen die biologische Vielfalt von Pflanzen und Tieren in ihren natürlichen Lebensräumen zu fördern.

«Diese ökologischen Massnahmen werden auch weiterhin gefördert, trotz den Sparmassnahmen im Bundeshaushalt», sagte Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, an der Medienorientierung in Noréaz.

Jacques Studer, Biologe und fachlicher Begleiter des Projektes in Seedorf in der Gemeinde Noréaz, erklärte: «Der ökologische Ausgleich soll mit Mitteln von heute die Artenvielfalt von gestern wieder erreichen.»

Vernetzung von Ideen und Projekten

Im Kanton Freiburg bestehen in Ried-Murten, Léchelles, Düdingen-Tafers, Intyamon, Bösingen und seit diesem Frühling auch in Noréaz vernetzte ökologische Ausgleichsflächen.

Fritz Wenger bewirtschaftet seit zehn Jahren mit seiner Frau Anni einen Hof, wo er vor allem Milchwirtschaft und Ackerbau betreibt. Kühe, Rinder, Stuten mit Fohlen, Legehennen, Bienenvölker, Katzen und Hunde gehören zum Betrieb. Wenger konnte fünf Kollegen für seine Idee begeistern, ein Vernetzungsprojekt zu lancieren. Unterdessen sind zwei Bauern wieder ausgestiegen. Die vier verbleibenden, neben Wenger gehören die Gebrüder Mauron sowie Simon Zürcher und Simon Schmitter dazu, engagierten den Biologen Jacques Studer, der für sie das Projekt erarbeitete.

Am Beispiel des Hofes der Familie Wenger wurden fünf Massnahmen vorgestellt: ein Hochstammobstgarten mit alten, zum Teil absterbenden Bäumen wurde mit neu gepflanzten jungen Bäumen ergänzt. Als Ziel- und Leitart der Fauna gelten der Gartenrotschwanz und der Grünspecht. Eine 0,45 Hektaren grosse Buntbrache wurde angelegt und mit mehr als 30 Pflanzen angesät. Der Feldhase, die Feldlerche und der kleine Perlmutterfalter gelten als Zielarten. Eine 2,3 Hektaren grosse, extensiv genutzte Wiese in der Grundwasserschutzzone wurde eingesät. Feldhase und Damenbrettfalter fühlen sich dort wohl. An der Bachböschung wird ein fünf Meter breiter Streifen nur einmal im Jahr gemäht, dort sind Prachtlibellen und Damenbrettfalter anzutreffen. Der südexponierte Waldrand dient heute mit seinen Asthaufen, Steinhaufen und Hochstauden dem Grünspecht und der Zauneidechse als Lebensraum.

Umdenken ist gefragt

Anni Wenger zieht eine positive Bilanz: «Es braucht ein Umdenken, dann geht es. Wir interessierten uns schon vorher für diese Massnahmen, vielleicht werden wir sogar eines Tages ganz auf Bio-Bewirtschaftung umstellen.» Auch Marius Achermann, Leiter der Fachstelle für Naturschutz des Kantons Freiburg, erklärte: «Bisher wurde in der Landwirtschaft von oben entschieden und unten verwirklicht. Heute findet ein Paradigmen-Wechsel statt. Die Initiativen gehen von den Direktbetroffenen aus.» Alle ziehen übrigens in der gleichen Richtung, erklärte er, das Amt für Landwirtschaft, das Büro für Natur- und Landschaftsschutz, das Landwirtschaftliche Institut Grangeneuve, das Amt für Wald, Jagd und Fischerei und die Landwirte.

Im Jahr 2003 konnten im Kanton Freiburg für die sechs bereits genehmigten Projekte insgesamt rund 150 000 Franken ausbezahlt werden. «Im Verhältnis zu den 128 Millionen allgemeinen und 33 Millionen ökologischen Direktzahlungen, die im Kanton ausbezahlt wurden, ist dies ein Tropfen auf den heissen Stein. Es zeigt aber auf, dass die ÖQV-Beiträge nicht nach dem Giesskannenprinzip, sondern nur für effektive und effiziente ökologische Zusatzleistungen ausbezahlt werden», sagte Achermann.
Im Jahr 2002 wurden vom Bund für die biologische Qualität und Vernetzung 8,9 Millionen Franken ausbezahlt. 2003 waren es 14,7 Millionen, davon flossen 2,6 Millionen in Vernetzungsprojekte; das sind mehr als doppelt so viel als im Jahr zuvor.

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