Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Neutraler Vermittler bei Konflikten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Neutraler Vermittler bei Konflikten

Martin Tschopp aus Schmitten arbeitet als Mediator

Wenn sich bei einem Konflikt die Fronten verhärten und eine einvernehmliche Lösung kaum mehr denkbar ist, dann kann der Mediator unter Umständen weiterhelfen. Martin Tschopp aus Schmitten erzählt von den Möglichkeiten und Grenzen der Mediation.

Autor: Von IMELDA RUFFIEUX

«Die Mediation kann in verschiedenen Bereichen zur Anwendung kommen, überall dort, wo Menschen in irgendeiner Form miteinander in Beziehung stehen», erklärt Martin Tschopp, der vor zwei Jahren an der Universität Hagen in Deutschland die Ausbildung zum diplomierten Mediator abgeschlossen hat. Das geht von Familienkonflikten wie Trennung oder Scheidung über die Nachfolge-Regelung in einer Firma, bis zu Arbeitsprozessen in der Verwaltung oder im Umweltbereich. Der 50-Jährige arbeitet hauptberuflich als Ausbildungsleiter und Personalentwickler beim Eidg. Departement des Innern. Er ist Vorstandsmitglied des Schweizerischen Verbandes für Mediation und betreibt diese Tätigkeit nebenberuflich.

Hilfe bei der Konfliktbewältigung

Konkret hilft der Mediator den beiden Parteien – auch mehr als zwei sind möglich – bei der Suche nach einer Lösung des Konflikt. «Ich sage ihnen nicht, was getan werden muss, und treffe keine Entscheidungen», betont er. Er helfe ihnen als Gesprächsleiter auf diesem oft nicht einfachen Weg.Eine Mediation geht über mehrere Sitzungen. Als Voraussetzung müssen alle Seiten einverstanden sein, eine Drittperson hinzuzuziehen. Beim ersten Treffen, das wie alle anderen auf neutralem Boden stattfindet, geht es darum, gewisse Regeln aufzustellen, etwa, dass man einander ausreden lässt, keine Beleidigungen austauscht und offen miteinander redet.

Gemeinsame Vereinbarung

Am Ende dieser ersten Phase wird eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet, in der jede Seite ihre Sicht des Konflikts schildert. «Es geht darum, einmal das Problem zu deponieren, ohne Wertung oder Diskussion.»In einer weiteren Phase werden Themen festgelegt, die Konfliktpotenzial bieten. Im Falle einer Scheidung etwa das Besuchsrecht der Kinder, die Aufteilung von Besitztümern usw. Dann geht es darum, dass jeder seine Interessen und Argumente für diese Themen darlegt. Schliesslich wird für jeden Punkte eine Lösungsoption ausgearbeitet. Das geschieht mittels einer Ideensammlung, die als Verhandlungsbasis dient. Auf Grund dieser Gespräche wird am Schluss eine Vereinbarung unterzeichnet, worin die von beiden akzeptierten Kompromisse festgehalten sind.Idealerweise wird der Mediator beigezogen, bevor die Fronten verhärtet sind. Meistens wird aber zu lange gewartet. «Der Mediator kann keine Garantie abgeben, dass der Konflikt tatsächlich gelöst wird», hält Martin Tschopp fest. «Es braucht eine Haltung, die von Offenheit, Fairness und Kompromissbereitschaft, aber auch von Vertrauen zum Vermittler geprägt ist.» Nur so könne man am Schluss eine sogenannte Win-Win-Situation erreichen, also eine Lage, in der alle Seiten bereit sind, zu geben und nehmen. Manchmal gebe es sprachliche oder kulturelle Grenzen, manchmal auch menschliche: «Die Chemie muss stimmen», hält Martin Tschopp fest.Noch gibt es in der Schweiz keine Statistiken über den Wirkungsgrad von Mediationen. In den USA und Deutschland, wo diese verbreiteter sind, geht man davon aus, dass bis zu 80 Prozent der Konflikte auf diese Weise gelöst werden können. «Der Weg über einen Mediator ist rascher und günstiger als über das Gericht, zumal dort am Schluss einer als Verlierer dasteht.»

Ein kleiner Schritt, bis ein Problem zu einem Konflikt wird

Martin Tschopp ist überzeugt, dass die Konfliktschwelle abgenommen hat. «Es ist ein gesellschaftliches Problem. Die Leute sind empfindlicher geworden. Der Schritt, bis ein Problem zum Konflikt wird, ist kleiner.»Weitere Informationen: www.focus-mediation.ch

Mehr zum Thema