Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Nicht alle Tiere und Pflanzen haben das Hochwasser im Kanton Freiburg gut überstanden

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Unwetter der vergangenen Wochen haben viel Schaden angerichtet im Kanton Freiburg. Auch die Tier- und die Pflanzenwelt sind nicht unbeschadet davongekommen. Andreas Binz vom kantonalen Amt für Wald und Natur erklärt den FN die Auswirkungen der starken Regenfälle und des Hochwassers auf Flora und Fauna.  

In den letzten Tagen und Wochen hat die ganze Schweiz mit starken Regenfällen und Hochwasser zu kämpfen gehabt. Auch am Kanton Freiburg ging das Wetterchaos nicht spurlos vorbei. Seen, Flüsse und Bäche sind über ihre Ufer getreten, ein Schifffahrtsverbot wurde ausgesprochen, und Tausende Schadensmeldungen sind eingegangen. 

Doch nicht nur Menschen sind von solchen Unwettern betroffen. Auch Flora und Fauna bekommen das wechselhafte Wetter und den Anstieg der Wasserpegel zu spüren. «Lokal verschwanden in den überfluteten Bereichen temporär etwa Insekten und andere wirbellose Tiere, darunter auch gefährdete Arten wie die Zwerglibelle und die Glänzende Glattschnecke an den Ufern des Neuenburgersees», sagt Andreas Binz vom kantonalen Amt für Wald und Natur.

Schwierig sei die Situation für brütende Vögel am oder auf dem Wasser gewesen, die ihre Nester und Küken verloren hätten. Viele Vögel hätten jedoch in andere Gebiete ausweichen können, wo die Auswirkungen der Unwetter nicht so stark waren. Es sei auch wahrscheinlich, dass Fischlaich von den Wassermassen weggeschwemmt worden sei. «Für die Tiere und Pflanzen entlang der Seeufer bedeuten starker Regen und Hochwasser eine kurzfristige Umstellung auf spezielle, katastrophale Lebensumstände», sagt Binz.

Probleme könne es auch bei Jungfischen geben, die in der Nähe der Seeufer lebten. «Es kann sein, dass sie bei hohem Wasserpegel in Bereiche schwimmen, wo normalerweise kein Wasser ist», sagt Binz. Wenn das Hochwasser dann zurückgehe, blieben sie in Tümpeln zurück. Binz hat Kenntnis von solchen Fällen an den Ufern des Bielersees, jedoch noch von keinem im Kanton Freiburg, obwohl es sie sicher auch hier gebe.

«Sie brauchen Hochwasser, um zu überleben»

Im Kanton Freiburg gibt es auch Tierarten, die nur an naturnahen Fliessgewässern oder ebensolchen Seeufern leben. Gefährdet sind diese wegen der Unwetter jedoch nicht. Im Gegenteil: «Es gibt spezialisierte Arten wie den Laubfrosch, den Eisvogel oder etwa die Gelbbauchunke, deren Bestände wegen ihrer Anpassungsfähigkeit sicher nicht durch solche Hochwasser gefährdet werden», so Binz.

Diese Arten brauchen Hochwasser als Gestaltungselement ihres Lebensraums, um langfristig überleben zu können.

Für die Natur sei gelegentlich auftretendes Hochwasser durchaus gut. «Für uns Menschen ist es schlecht und mitunter sogar katastrophal. Wir sind solche Ereignisse nicht mehr gewohnt.»

Es sei zwar möglich, dass bei starkem Regen und Hochwasser Pflanzen, die nur an einem bestimmten Orten zu finden und die auf spezielle Wachstumsbedingungen angewiesen sind, plötzlich nicht mehr an denselben Stellen wachsen würden. «Aber das ist eher unwahrscheinlich, und mit der Normalisierung der Bedingungen werden sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder in der gleichen Gegend ansiedeln», sagt Binz. Grössere Tiere hingegen seien mobil und können gut auf solche Situationen reagieren.

Nicht gleich aussterben

Dass Tiere oder Pflanzen jedoch gleich aussterben wegen des Hochwassers der vergangenen Wochen, hält Binz für sehr unwahrscheinlich. «Dafür bräuchte es noch deutlich grössere Wassermassen und höhere Pegelstände, die über eine viel längere Zeit andauern. So etwas ist in der Schweiz aufgrund der Topografie kaum möglich», sagt er. «Es könnte allenfalls sein, dass gewisse stark gefährdete und ohnehin seltene Arten lokal verschwinden; ich persönlich glaube aber nicht, dass es wegen der heuer beobachteten Regenmassen und Hochwasser zu einem wie auch immer gearteten Aussterben kommen wird», so Binz.

Schnell verbessern

«Die zurzeit schwierige Situation soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt», stellt Binz klar. Denn sobald sich die Lebensbedingungen wieder normalisierten, werde sich auch die kurzfristig problematische Situation der Tier- und Pflanzenwelt wieder verbessern, und das ökologische Gleichgewicht erreiche das vorherige Niveau. «Von daher sind die gegenwärtigen Zustände nicht wirklich problematisch für Tiere und Pflanzen.»

In einigen Tagen wieder normal

Tiere und Pflanzen bräuchten nicht lange, um sich nach einem Hochwasser zu erholen. «Je nach Art ist das eine Frage von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen, bei anderen dauert es wohl etwas länger, etwa mehrere Monate», sagt Binz. Bei gewöhnlichen Bedingungen bräuchten auch natürliche Gewässer nicht lange, um ihren regulären Pegelstand wieder zu erreichen.

Kann der Mensch helfen?

Und was kann der Mensch tun, um Tieren und Pflanzen nach einem Unwetter zu helfen? Laut Andreas Binz sollten sich Menschen normal verhalten und der Natur ihren Lauf lassen. Wenn jedoch eine Person entlang eines Seeufers Fische in der Tümpelfalle findet, kann sie versuchen, die Fische in tieferes Wasser zu bringen. 

Die Tier- und Pflanzenwelt braucht in der Regel unsere Hilfe nicht, wenn wir uns vernünftig verhalten.

Ein grösseres Problem als Hochwasser und Unwetter sind für Flora und Fauna der steigende Druck durch die Menschen und unvernünftiges Verhalten – sei es durch die allgemeine Umweltbelastung, die starke Nutzung der natürlichen Ressourcen, die Verkleinerung der natürlichen Lebensräume oder die stark zunehmenden Freizeitaktivitäten in der Natur.

«Letztere kennen aufgrund der forcierten Entwicklung technischer Freizeitgeräte immer weniger Grenzen. Wir helfen der Natur und den Tieren am meisten, wenn wir uns verantwortungsvoll verhalten, auf den Ruhebedarf der Tiere achten und im Rahmen unserer Möglichkeiten ihre Lebensräume wieder vergrössern, nachdem wir diese in den vergangenen etwa siebzig Jahren sukzessive und nachhaltig verkleinert haben», sagt Binz.

Verschmutzung

Wasser verdünnt den Dreck

Die starken Regenfälle und das Hochwasser können die Kläranlagen überlasten und dafür verantwortlich sein, dass Schmutzabwasser sowie Dünger und andere landwirtschaftliche Hilfsstoffe in die Gewässer gelangen und sie verunreinigen. Für die Flora und die Fauna sei das jedoch im vorliegenden Fall kaum spürbar, da die Konzentration allfälliger Schadstoffe durch die grossen Wassermassen stark verringert werde. «Viel schlimmer wäre ein Unfall bei normalen Witterungsbedingungen, bei dem zum Beispiel grosse Mengen Dünger in ein Gewässer gelangen», sagt Andreas Binz.

Aber auch Güllelöcher können bei zu viel Wasser überlaufen und Schaden verursachen. «Mir ist nur ein Fall aus den letzten Tagen und Wochen bekannt, bei dem wegen eines Unwetters unfallmässig Gülle in ein Fliessgewässer geleitet wurde, was den Tod einer grösseren Anzahl Fische zur Folge hatte», so Binz. Der Unfall habe jedoch eher mit einem fehlerhaften Entwässerungskonzept zu tun gehabt als mit dem Unwetter per se. Laut Binz werden Güllegruben in aller Regel auch nicht in Gebieten gebaut, in denen Überflutungs- bzw. Hochwassergefahr herrscht. km

Kommentar (1)

  • 09.08.2021-Urs Leicht

    „Die Ufer sind übergetreten“ ??? Was ist hier übergetreten?

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema