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Nicht alles über den Haufen werfen

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Mit seinen 39 Jahren ist Laurent Meunier der erfahrenste Spieler im Kader von Gottéron. Der französisch-schweizerische Doppelbürger bestreitet die zwölften Playoffs seiner Karriere und lässt sich von der Rücklage seines Teams in der Viertelfinal-Serie gegen Lugano nicht verrückt machen. Der Center glaubt weiter an das Spielsystem der Freiburger.

Laurent Meunier, wie ist die Gefühlslage nach der zweiten Playoff-Niederlage vom Dienstag?

Ganz bestimmt sind wir enttäuscht, jedoch nicht niedergeschlagen. Enttäuscht, weil wir im Vergleich zum ersten Spiel eine verbesserte Leistung zeigen konnten und trotzdem noch ohne Sieg dastehen.

Ein Grund dafür ist, dass Lugano in den Schlüsselmomenten die Tore erzielen konnte …

Tatsächlich war Lugano in den wichtigen Spielphasen das effizientere Team und traf jeweils früh in der Partie oder kurz vor den Pausen. Gleiches muss nun uns gelingen.

Mit welchem Rezept? Bisher sah es zuweilen so aus, als ob Gottéron eine klare Marschroute fehlte.

Wir haben ein Spielsystem, das in den 50 Partien der Qualifikation zumeist funktioniert hat. Dies unter der Bedingung, dass wir das System korrekt ausführen. Wir werden alles daran setzen, wieder in das System reinzufinden. Es war nicht alles schlecht, was wir bisher in den Playoffs gespielt haben. Am Dienstag konnten wir uns deutlich mehr Möglichkeiten kreieren als noch am Samstag. Wir müssen die Ruhe bewahren und nicht meinen, dass wir alles über den Haufen werfen müssen. Im Gegenteil, wir müssen das spielen, das es uns erlaubt hat, die Qualifikation auf dem fünften Rang abzuschliessen.

Ist die fehlende Systemtreue auf eigene Undiszipliniertheiten oder aber auf die Qualitäten Luganos zurückzuführen?

Natürlich stellen die Tessiner eine starke Equipe, aber wir konnten auf die zweite Partie hin doch einige Dinge korrigieren. Wir hatten mehr vom Spiel. Das Resultat widerspiegelt die Physiognomie der Partie nicht. Aber in den Playoffs ist es eben so, dass man effizient sein muss, und wir waren es am Dienstag halt nicht. Das müssen wir im Hinblick auf den dritten Match unbedingt ändern.

Teilen Sie den Eindruck, dass der Zug aufs Tor bei Gottéron ungenügend ist?

Oft wird geglaubt, es sei einfach, auf das gegnerische Tor zu ziehen und zu schiessen. Das ist es aber nicht. Die Strategie von Lugano ist, die Zone vor dem eigenen Tor bestmöglich zu beschützen. Die Tessiner stehen bisher ziemlich gut in der Abwehr. Deshalb ziehen wir es manchmal vor, nicht zu schiessen, um nicht geblockt zu werden und in einen Konter zu laufen. Aber es ist wahr, es ist wichtig, viele Pucks aufs Tor zu bringen und für Verkehr vor dem Goalie zu sorgen. Es ist definitiv ein Ziel von uns, vor Merzlikins mehr Gefahr zu erzeugen.

Stichwort Merzlikins: Der Lugano-Goalie machte Gottéron das Leben bisher ziemlich schwer …

Ja, er spielt wirklich gut und hat überdies manchmal das nötige Schlachtenglück auf seiner Seite, wie etwa beim Lattenschuss im ersten Spiel oder bei zwei, drei Paraden am Dienstag, ohne die das Spiel auch eine andere Richtung hätte nehmen können. Aber es ist, wie es ist. Wir dürfen nicht aufgeben. Wir sind uns bewusst, was wir können. Führen wir unser System gut aus, werden wir Erfolg haben. Darauf müssen wir uns stützen und die Chancen entschiedener verwerten.

Das gilt insbesondere auch für das Powerplay, das ziemlich harmlos war.

Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass die Scheibe in Überzahl ganz gut läuft, wir aber einfach nicht treffen. Die Jungs machen einen guten Job und erarbeiten sich Möglichkeiten, sie probieren viel und destabilisieren den Gegner. Es gibt allerdings Phasen, in der die Pucks einfach nicht reinfallen wollen. Ich bin mir sicher, dass der Knopf bald aufgehen wird.

In Lugano zu spielen ist nie einfach. In dieser Saison verlor Gottéron in der Resega schon mit 2:8 und 2:6. Was gibt Ihnen dennoch Zuversicht?

Die Tatsache, dass wir in der Qualifikation auch bereits einmal dort gewinnen konnten. Wir wissen also, dass wir dazu fähig sind, in Lugano als Sieger vom Eis zu gehen. Natürlich werden die Tessiner zu Hause mit viel Selbstvertrauen antreten, doch wir wollen diese Partie unbedingt für uns entscheiden, koste es, was es wolle.

Wie werden Sie die wegweisende Partie angehen?

Wir müssen ein starkes erstes Drittel abliefern, in der Defensive gut stehen und einfach spielen. Wir wollen gleich Präsenz markieren und versuchen, Lugano unter Druck zu setzen.

Das dritte Spiel einer Best-of-7-Serie wird gemeinhin als Schlüsselpartie bezeichnet. In Ihrer Situation trifft das ganz bestimmt zu.

Alle Spiele sind wichtig, aber wie in unserer Lage auf 1:2 verkürzen zu können oder aber mit 0:3 hinten zu liegen, ist selbstredend nicht das Gleiche. Es ist ganz einfach: Gewinnen wir, sind wir zurück in der Serie und übernehmen das Momentum.

Wie wichtig wäre die Rückkehr der bisher abwesenden Jonas Holos und Jim Slater?

Sehr wichtig, wir haben in der Qualifikation ebenfalls schon nur mit drei Ausländern gespielt, aber in den Playoffs mit dieser Intensität, ist es wichtig, alle Mann an Bord zu haben. Keine Frage, der Einsatz von einem der zwei oder gar von beiden würde uns mehr als gut tun.

Vor Spiel 3 der Playoff-Viertelfinal-Serie

Holos und Slater zurück, aber mit welchem Leistungsvermögen?

Trotz fünf Ausländern im Kader konnte Gottéron in den ersten beiden Viertelfinal-Spielen nur deren drei einsetzen. Heute (20.15 Uhr) im wegweisenden dritten Spiel der Serie in Lugano dürften es erstmals die erlaubten vier Ausländer sein: Jonas Holos und Jim Slater stiegen gestern wieder ins Teamtraining ein. Trainer Mark French wird erst heute am Spieltag in Absprache mit der medizinischen Abteilung definitiv entscheiden, ob er einen oder gar beide einsetzen wird. Das volle Leistungsvermögen werden sowohl Holos nach seiner hartnäckigen Magen-Darm-Grippe als auch Slater aufgrund seiner Schulterblessur nicht abrufen können, dennoch dürfte allein ihre Präsenz der Mannschaft den erforderlichen Schub verleihen.

Eine Steigerung ist ganz speziell auch auf der Goalieposition unverzichtbar. Der verunsichert wirkende Barry Brust (Fangquote von 76,4 Prozent) zog bisher im Vergleich mit Lugano-Torhüter Elvis Merzlikins (92,5 Prozent) eindeutig den Kürzeren. Dass French auf den Kanadier verzichtet, sollten Holos und Slater denn spielen können, erscheint trotzdem als unwahrscheinlich. «Klar erwarte ich mehr von Brust. Wichtig ist aber, dass sich die Mannschaft als Ganze verbessert», hält sich French in Sachen Aufstellung bedeckt. Sein Team habe bereits in Spiel zwei signifikant besser gespielt. «Diesen Trend gilt es, in Lugano fortzusetzen.» Ermöglichen sollen dies unter anderem kleine taktischen Anpassungen. «Wir müssen für noch mehr Verkehr vor Merzlikins sorgen und unsere Schuss-Mentalität verbessern.»

Lapierres Blick geht voraus

Wenig Grund, sein Spiel zu ändern, hat derweil Lugano, das mit einem weiteren Heimsieg die Tür zum Halbfinal weit aufstossen könnte. Doch davon will Stürmer Maxim Lapierre noch nichts wissen. «In den Playoffs ist jedes Spiel anders. Am Dienstag haben beide Teams hart gespielt. Manchmal hängt es nur davon ab, wo der eine oder andere Puck hinspringt», sagte der Kanadier, bisher eine der grossen Figuren dieser Serie, nach Spiel zwei. «Wir müssen den Sieg in Freiburg vergessen und uns auf die nächste Partie konzentrieren. Wer schneller die nötigen Anpassungen vornehmen kann, wird sich durchsetzen.»

fs

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