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Nicht den Eindruck vermitteln, alles zu wissen

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Nicht den Eindruck vermitteln, alles zu wissen

4. Symposium der Hochschule für Wirtschaft über die erfolgreiche Entwicklung der KMU

«Wir lernen in der Schule so zu tun, als wüssten wir alles», erklärte Jane Royston, die Inhaberin des ersten Lehrstuhls der Schweiz für «Entrepreneurship» (Unternehmertum), am 4. Symposium der Hochschule für Wirtschaft. Mit einer solchen Einstellung lässt sich aber kein Unternehmen erfolgreich führen.

Prof. Jane Royston war eine der vielen kompetenten Referentinnen und Referenten am 4. Symposiums der Hochschule für Wirtschaft, die ihre Weisheiten und Erfahrungen in der erfolgreichen Führung eines KMU den rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern weitergaben. Und sie wusste, wovon sie sprach, denn sie gründete im Jahre 1986 selber ein Unternehmen, die «lientreprise NatSoft SA», und bot Grossunternehmen Beratungen im Informatikbereich an. Ihre Firma kannte ein sensationelles Wachstum und beschäftigt heute rund 100 Mitarbeiter. 1993 wurde sie zur Schweizer Geschäftsfrau des Jahres gewählt. Drei Jahre später verkaufte sie ihr Unternehmen an eine US-Firma, um eine internationale Entwicklung zu ermöglichen.

«Gründe nie eine Firma allein»

Erste Weisheit, die sie gestern weitergeben wollte: «Gründe nie eine Firma allein. Mindestens zu dritt sollte man sein, lieber fünf», hielt sie fest. Gefragt ist nach ihren Worten auch Geduld, bis sich die erste Kundschaft finden lässt. «Wichtig ist, die ersten Kunden gut auszuwählen und nicht einfach zu verkaufen, um Geld zu machen», betonte sie. So gab sie sich überzeugt, dass es sich auszahlt, Firmen mit Referenz als erste Kunden zu gewinnen.

Sein Metier beherrschen
und den Markt gut kennen

Genauso wichtig ist es für sie, sein Metier zu beherrschen, den Markt und das Umfeld gut zu kennen und Kontakte zu knüpfen. «Romantische Vorstellungen genügen nicht», meinte sie. Wichtig ist es für sie aber auch, sich von der Konkurrenz wesentlich zu unterscheiden, um einen Marktanteil zu erobern. «Wo ein Markt, da gibt es auch Konkurrenten», rief sie in Erinnerung. «Es ist sehr schwierig, der Konkurrenz Kunden abzuwerben, wenn man sich nicht klar von ihr unterscheidet. Die Kunden wechseln ihre Lieferanten nur ungern», fuhr sie fort.

«Erste Erfolge dürfen
nicht in den Kopf steigen»

Am 4. HSW-Symposium wurde aber nicht nur über die erfolgreiche Gründung eines KMU geredet. Oft ist es viel schwieriger, ein Unternehmen nach einem guten Start erfolgreich weiterzuführen, vor allem dann, wenn sich 100prozentige Wachstumsraten pro Trimester einstellen, wie Jane Royston ausführte. Für sie ist es deshalb auch wichtig, dass sich das Unternehmen vorzeitig auf dieses Wachstum vorbereitet, die entsprechenden Strukturen auf die Beine stellt und sich Gedanken macht über die Geldbeschaffung, aber vor allem auch über das Mitarbeiterteam.

«Habe ich das Team, das ich brauche, um die Zukunft zu bewältigen?» Diese Frage stellt sich nach ihren Worten insbesondere auch in der Konsolidierungsphase. Sie gab sich Rechenschaft darüber, dass Unternehmer Mühe bekunden, sich von den Mitarbeitern der ersten Stunde, die alles gegeben, die keine Ferien gemacht haben usw. zu trennen. «Aber sie eignen sich vielleicht nicht, um ein Unternehmen mit Millionen-Umsätzen zu führen», gab sie zu bedenken.

Schwächen eingestehen
und Ratschläge einholen

Der Unternehmer sollte sich aber auch nicht scheuen, sich selber in Frage zu stellen, seine Schwächen zu erkennen und Ratschläge einzuholen, auch wenn dies Überwindung braucht. Nach ihren Worten ist es nicht des Schweizers Sache, Schwächen einzugestehen. Dafür machte sie auch die Schulen verantwortlich, welche ihren Schülern lehren, stets den Eindruck zu erwecken, alles zu wissen.

Und Ratschläge sollte man sich bei Fachleuten der Branche einholen, meinte sie. Für sie ist es aber genauso wichtig, sein Unternehmen von Profis führen zu lassen. Sich selber in Frage zu stellen kann deshalb auch bedeuten, dass man sich selber von der operativen Leitung zurückzieht und z.B. noch als Verwaltungsratsrpräsident tätig ist oder die Firma
gar verkauft, wie sie es selber getan hat, um einen gesponserten Lehrstuhl an der ETH Lausanne zu übernehmen.

Der Börsengang der SAIA-Burgess

Die Symposiums-Teilnehmer konnten aber auch viele andere Ratschläge sammeln, z.B. jene von Otto Ineichen, dem Inhaber und Geschäftsleiter der OTTO’S AG (Ottos Warenposten). Oder von Daniel Ocskay, dem Verwaltungsratspräsidenten der SAIA-Burgess Electronics Holding AG, Murten, der den Weg vom Management Buy Out an die Börse schilderte, den das Unternehmen erfolgreich bestritten hat.

Schwierige Finanzierung

Alle Unternehmen können allerdings nicht an die Börse gehen, um sich Geld zu beschaffen. Und auch nicht alle Unternehmen erhalten Risiko-Kapital. Vor allem bestehende Firmen der «alten Ökonomie» haben heute Probleme, von den Banken Kredite zu erhalten, wie dies Otto Ineichen gestern am Podiumsgespräch betonte, das von den Journalisten Herbert Ming und Michel-R. Flechtner geleitet wurde. Nach seinen Worten fehlt aber auch den Banken das Geld, weil es via Börse in Wachstumsfirmen fliesst. Laut Otto Ineichen ist dies eine sehr ungesunde Entwicklung, die seiner Ansicht nach eines Tages gar das Sozialgefüge sprengen werde.

Vielleicht müssten sich aber auch die Unternehmen bei den Banken besser «verkaufen», wie ebenfalls bemerkt wurde. Andererseits müssten sich ebenfalls die Bankiers den Unternehmen vermehrt nähern und diese besser kennenlernen. Und dies könnte auch bedeuten, dass die Bankiers ihre Krawatte von Zeit zu Zeit ausziehen und sich in einen Betrieb begeben. . .

Arthur Zurkinden

4. Symposium
der HSW Freiburg

Freiburg hat eine Hochschule für Wirtschaft (ehemals höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule). Diese Fachhochschule bildet nicht nur Führungskräfte (210 Studierende) aus und bietet Nachdiplomstudien an, sie führt auch Symposien durch, an welchen Manager von den Weisheiten und Ratschlägen kompetenter Referenten profitieren können. Selbstverständlich eignen sich diese Veranstaltungen auch, um Kontakte zu knüpfen und selber Erfahrungen auszutauschen.

Gestern fand bereits das 4. Symposium der HSW Freiburg statt. «KMU – erfolgreiche Unternehmensentwicklung» lautete diesmal das Thema, das rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Schweiz anzulocken vermochte. az

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