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«Nicht der Preis entscheidet über einen Kauf»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

In seinem Haus in Montalchez am Neuenburgersee kommt das Auge nicht zur Ruhe: Ein antikes Buch hier, eine Zinnkaraffe da, ein Kerzenständer dort. Hinter dem kleinen Pult mit dem Computer steht ein antikes Himmelbett, im Schlafzimmer ziert schwedische Kunst die Wände, in der Bibliothek füllt eine riesige Ikone aus einem orthodoxen Kloster die Wand. Und zwischen all den Antiquitäten sind Bilder abgestellt, stehen Skulpturen und Gegenstände aus allen möglichen Ländern. «Ich liebe die Volkskunst», sagt Pierre-Yves Gabus, der zu jedem Gegenstand, zu jedem Bild in seinem Haus eine Geschichte erzählen könnte.

Aufstieg und tiefer Fall

Der Kunsthändler lebt seit je für und von der Kunst – mal besser und mal schlechter. In den 1980er-Jahren verdiente der Sohn des bekannten Ethnologen Jean Gabus Millionen mit der Kunst, lebte in Saus und Braus. Doch dann brach der Markt ein – und die chaotische Buchhaltung des schwarz gekleideten Krauskopfs offenbarte immer grössere Löcher. Kunden beklagten sich, ihre Kunstwerke seien trotz Zahlung nicht bei ihnen angekommen. Sein Unternehmen ging Konkurs, und im August 1996 wurde Gabus zu 27 Monaten Haft verurteilt – wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Die Zeit im Gefängnis hat nichts an seiner Leidenschaft für die Kunst verändert: Pierre-Yves Gabus hat auch aus seiner Zelle heraus Kunstwerke gekauft und verkauft, wenn auch in viel kleinerem Umfang als vorher. Verändert hat er aber das Geschäftsleben: Heute führt ein Freund für ihn die Buchhaltung.

Ordnung im Gemüsegarten

Er wirke zwar chaotisch, meint der 68-Jährige. «Aber auch ich brauche Ordnung – sehen Sie nur meinen Garten an!» Und tatsächlich: Da sind die Gemüsebeete gerade ausgerichtet, kein Unkraut schaut zwischen den Salaten hervor. «Ich stehe jeden Morgen früh auf und arbeite eine Stunde im Garten.»

Ordnung ist auch nötig für eine Auktion – vor allem wenn gleich 2000 Werke angeboten werden. Zurzeit stellt Gabus sie im Saal des Kornhauses (Grenette) in Freiburg aus, ab Freitag werden die Werke versteigert. Darunter sind 600 Werke der Galérie de la Cathédrale (siehe Kasten), «mit vielen Bildern von Freiburger Künstlern», sagt Gabus, der sich freut, die Sammlung der Galerie so nahe bei der Kathedrale versteigern zu können.

«Wir haben Werke von Edmond de Pury an der Auktion, darunter sein Meisterwerk», schwärmt Gabus. Dazu kommen Bilder von Charles-Clos Olsommer, Werke von Niki de Saint Phalle und rund 600 Bilder von Félix Vallotton.

Tiefe Preise

Gabus ist stolz auf die Auswahl. Und gleichzeitig schämt er sich: «Wir bieten wunderbare Werke zu minimalsten Preisen an – das ist ein ethisches Problem.» Der Markt sei zusammengebrochen. Gabus versteht die Antiquitätenhändler nicht, welche Werke nicht mehr kaufen, weil die Sammlungen nicht mehr viel wert sind. «Entweder etwas ist schön, und man kaufts – oder dann nicht. Aber es ist doch nicht der Preis, der über einen Kauf entscheidet.»

Kornhaus, Liebfrauenplatz 4, Freiburg. Besichtigung der Werke: Di, 7. und Mi, 8. Juni, 10 bis 20 Uhr, sowie Do., 9. Juni, 9 bis 17 Uhr. Auktion: Fr., 10. Juni, bis So., 12. Juni, jeweils 10 bis 18 Uhr.

Pierre-Yves Gabus vor dem Bild «Elena» von Edmond de Pury, das zurzeit im Saal der Grenette ausgestellt ist.Bild Corinne Aeberhard

Sammlung: Bilder der Galérie de la Cathédrale

Vor 45 Jahren hat Carlo Olsommer zusammen mit seiner Frau Jacqueline die erste Galerie Freiburgs eröffnet: Die Galérie de la Cathédrale. Der Sohn des Malers Charles-Clos Olsommer hat die Galerie an der Hängebrückgasse (Rue du Pont-Suspendu) 2 bis 1991 geführt. Dann übergab er sie seiner Tochter Nane Olsommer.

Von 1966 bis 2010 hat die Galerie mehr als 300 Ausstellungen organisiert. Rund tausend Künstlerinnen und Künstler haben ihre Werke gezeigt, wie Nane Olsommer auf der Internetseite der Galerie schreibt. Sie gibt ihre Tätigkeit als Galeristin auf. Und so werden nun an der grossen Kunstauktion in der Freiburger Grenette (siehe Haupttext) auch rund 600 Werke aus dem Besitze von Nane Olsommer versteigert: «Das ist die Sammlung der Galérie de la Cathédrale – alles Werke, die meine Eltern und ich im Laufe der Jahre erworben haben», sagt Nane Olsommer. njb

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