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«Nicht die Form ist entscheidend»

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Kirche anders erleben: Das ist im Wesentlichen das Ziel der zweiten «langen Nacht der Kirchen», die am Samstag, 25. Mai stattfindet. Beteiligten sich an der ersten Ausgabe noch ausschliesslich Aargauer Kirchgemeinden, so sind dieses Mal auch Kirchen aus den Kantonen Bern, Freiburg, Jura, Solothurn und Nidwalden dabei.

Von Museen inspiriert

«Mit der langen Nacht der Kirchen wollen wir Menschen in die Kirche holen», erklärt Barbara Laurent, Sprecherin der reformierten Landeskirche des Kantons Aargau. Das Konzept entstand in Deutschland und Österreich.

Die lange Nacht der Kirchen basiert auf einer ähnlichen Idee wie die Museumsnächte. «Auch dort geht es darum, mit originellen Ideen Menschen in die Museen zu bringen, die sonst nicht zu den typischen Museumsbesuchern gehören.» Die Nacht der Kirchen zeige ein anderes Bild der Kirchen, so Laurent. «Die Menschen sollen sehen, was Kirche alles bedeuten kann.» Die Reaktionen seien positiv gewesen. Wie nachhaltig Aktionen wie die Kirchennacht seien, sei aber schwierig abzuschätzen.

Grosses spirituelles Bedürfnis

Für Konrad Bühler, reformierter Pfarrer in Laupen, war schnell klar, dass sich seine Gemeinde nun an der zweiten Nacht der Kirchen beteiligt. «Wir sehen uns als eine Kirchgemeinde mit offenen Türen.» Die Kirche Laupen sei eine von knapp 20 Velowegkirchen der Schweiz. Diese liegen an einem Veloweg und sind besonders gastfreundlich. «Ich staune manchmal, wie viele Menschen im Vorbeifahren die Kirche besuchen.» Viele Menschen hätten ein spirituelles Bedürfnis, auch wenn sie nicht mehr zu den klassischen Kirchenbesuchern gehörten.

«Es ist eine Realität, dass wir mit der klassischen Sonntagspredigt nicht mehr gleich viele Menschen erreichen», sagt Konrad Bühler. Er ist deshalb überzeugt: «Die Kirche muss moderne Formen suchen.» Das sei ein Bedürfnis. «Wir merken, dass wir mit Veranstaltungen wie Waldgottesdiensten mehr Menschen erreichen.»

«Wir möchten die Menschen aufmerksam machen», sagt Maja Petrus, Pfarrerin der reformierten Kirchgemeinde in Neuenegg. Sie habe ja eigentlich zuerst gelacht: «Veranstaltungen von 18 bis 24 Uhr bezeichne ich noch nicht als wirklich lange Nacht.» Sie hätte die Nacht gerne bis am anderen Morgen fortgesetzt. «Gerade in den frühen Morgenstunden ist der Kirchenraum besonders eindrücklich.» Schlussendlich musste sie diese Idee aber mangels Ressourcen fallen lassen.

Nicht nur unterhalten

Doch die Modernität hat auch Grenzen «Die Kirche soll mit ihren Veranstaltungen nicht nur unterhalten», sagt Konrad Bühler. «Das können andere besser.» Für ihn sei weniger die Form der Veranstaltung entscheidend, sondern dass sie sich ernsthaft mit christlichen Fragen aus­einandersetzt.

Religion als Beziehungsarbeit

Auch Maja Petrus meint, kirchliche Anlässe sollten nicht in blosse Unterhaltung aus­arten. Doch auch ausgefallenere Freizeiterlebnisse passten besser zum christlichen Anliegen als auf den ersten Blick vermutet. Denn Petrus sieht den Auftrag der Kirche breiter als in theologischen Fragen. «Wir wollen Gemeinschaft stiften und Menschen zusammenbringen.» So beteiligt sich die Kirchgemeinde auch am mittelländischen Schwingfest, das 2019 in Neuenegg stattfindet. «Religion ist Beziehung», sagt Petrus.

Programm

Konzerte, Bibelzitate und ein Escape Room

Die lange Nacht der Kirchen findet am Freitag, 25. Mai zwischen 18 Uhr und Mitternacht an verschiedenen Orten in der Schweiz statt. In Laupen können Besucherinnen und Besucher die Kirche, den Turm und die Orgel besichtigen. Um 19 Uhr singt das Taizéchörli Frauenkappelen. Um 20.30 Uhr treten die jungen Musiker Livio Hänni und Noemi Vogel auf. Um 21.30 Uhr zeigt die Kirchgemeinde den Film «Rabbuni», der in der Zeit unmittelbar nach dem Tod von Jesus spielt. In Neuenegg hören die Besucherinnen und Besucher ab 18 Uhr Bibelzitate auf Berndeutsch, ab 19 Uhr sehen sie Luftbilder des Dorfes Neuenegg sowie der Kirche. Um 20 Uhr konzertiert Organistin Yong Yeon Müdespacher mit Filmmusik, zwischen 21 und 22  Uhr erklingen unter anderem Taizé-Lieder, bevor Besucher ab 23 Uhr die Stille geniessen können. Während des ganzen Abends können sich die Besucher zudem in den Escape Room einschliessen lassen, einen Raum, den sie nur durch das Lösen von Rätseln wieder verlassen können. In Ferenbalm steht die Nacht der Kirchen unter dem Motto «Kirche mit allen Sinnen erfahren». Auf dem Programm stehen unter anderem der Auftritt einer Zithergruppe und ein Lichter­labyrinth. In Flamatt liest der Mundartkünstler Achim Parterre aus seinem Werk. Dazu kommen unter anderem eine Andacht und ein Kindertheater.

sos

www.langenachtderkirchen.ch

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