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Nicht nur das kleine Geschäft setzt dem Badiwasser zu

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Mit dem Beginn der Badi-Saison steigt Schwimmern auch wieder der typische Chlorgeruch in die Nase. Chlor ist ein Desinfektionsmittel und soll im Badewasser Keime abtöten. Den Badi-Geruch verbinden die meisten von uns mit Sauberkeit. Doch das ist ein Irrtum: Je stärker das Odeur, desto dreckiger ist das Wasser. Denn der Duft entsteht erst, wenn sich das Chlor mit anderen Substanzen verbindet, zum Beispiel mit Harnstoff.

«Ein Teil des Harnstoffs gelangt ins Wasser, weil Badende ins Becken pinkeln», sagt René Schittli, Badewasserinspektor des Kantons Zürich. «Nicht nur Kinder tun es, sondern auch Erwachsene.» Sogar Leistungssportler erleichtern sich gerne mal im Wasser – wie der Schwimmstar Michael Phelps in Interviews zugegeben hat.

Was die Schwimmer abgeben, müssen die Badibetreiber wieder herausholen. Sie reinigen das Wasser laufend, schweizweit geltende Höchstwerte sind einzuhalten. Diese sind im Freibad für Harnstoff allerdings dreimal höher als im Hallenbad, weil dort mehr Leute im Wasser sind und Verunreinigungen einbringen, erklärt René Schittli. Er selbst nimmt bis viermal pro Jahr in jedem Zürcher Bad Wasserproben.

Die Wasserqualität überprüfen auch die Badibetreiber. «Dreimal täglich kontrollieren unsere Bademeister das Wasser», sagt Philipp Buchelt, Leiter des Schwimmbads Geiselweid in Winterthur. Das ist nicht nur wegen den Wasserpinklern nötig. Denn Harnstoff ist auch ein natürlicher Bestandteil unserer Haut und diverser Lotions. «Genau deshalb ist es so wichtig, vor dem Baden zu duschen», sagt Buchelt. Je mehr Leute duschen, desto weniger Chemikalien brauchen die Betreiber ins Wasser zu geben.

Doch das Duschen durchzusetzen, sei gar nicht so einfach, sagt Wasserinspektor Schittli. Er beobachtet oft, dass Gäste sich vom Bademeister nichts vorschreiben lassen. Im Schwimmbad Geiselweid sei man aber konsequent, sagt Badileiter Buchelt: «Wer sich nicht an die Regeln hält, wird aus der Badi gewiesen.»

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