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«Nicht zu Tätern werden»

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Immer neue Enthüllungen von Missbrauch lassen die Glaubwürdigkeit der Kirche erodieren. Will sie wieder glaubwürdig werden, muss die Kirche in erster Linie ehrlich zu sich selber sein, meint der Freiburger Moraltheologe Daniel Bogner. Auf dem theologischen Portal «feinschwarznet.net» präsentiert er eine Analyse des «toxischen Kerns» der Kirche.

«Missbrauchte Dienerinnen»

Die Diskussion um das Thema ist höchst virulent: Für Entsetzen sorgten jüngst der auch vom Schweizer Fernsehen SRF ausgestrahlte Dokumentarfilm «Gottes missbrauchte Dienerinnen» über den Missbrauch von Ordensfrauen durch Priester und die in der SRF-»Rundschau» verbreitete Nachricht vom Missbrauch an gehörlosen Kindern in Italien.

Der toxische Kern der Kirche speist sich laut Daniel Bogner aus unterschiedlichen Elementen und Faktoren, die immer wieder ineinandergreifen. Zu diesen Elementen zählt der Moraltheologe etwa die Sakralisierung von Ämtern und Strukturen, die sich im Laufe der Kirchengeschichte ergab.

Oder passend dazu das Ehrfurchtsgefühl vieler Gläubiger gegenüber Amt und Amtsträger. Auch das Fehlen einer echten Gewaltenteilung und die Loyalität im klerikalen Sozialverband, der nur Männer umfasst, gehören zum toxischen Kern.

Keine Grenzen für Täter

Keines der genannten Elemente führe – für sich allein – in direkter Weise zu missbräuchlichem Verhalten, schreibt Bogner in seinem Beitrag mit dem Titel «Diese Kirche tötet». Aber: «Im Zusammenspiel gedeiht eine kirchliche Binnenkultur, die man als Gelegenheitsstruktur für Missbrauch bezeichnen muss.» Menschen mit einer bestimmten Grundveranlagung – zum Beispiel Pädophilen – setze die kirchliche Binnenkultur keine Grenzen, stellt Bogner fest. Im Gegenteil, sie begünstige das Täter-Werden.

Aus Sicht von Bogner, der gewissermassen auch die Täter als Opfer sieht, sind jedoch alle Menschen darauf angewiesen, dass in Staat und Gesellschaft Mechanismen der Kontrolle herrschen, «die uns helfen, nicht zu Täterinnen und Tätern zu werden».

«Rechenschaftspflichtigkeit»

Und genau hier versage die Kirche, klagt der Moraltheologe, «eine Organisation, die ein gestörtes Verhältnis zu transparenter Kommunikation, öffentlicher Kritik, demokratischer Rechenschaftspflichtigkeit und Geschlechterdiversität hat». Der Theologe ist überzeugt: Für die Kirche gibt es keine gemeinsame Neuorientierung, wenn sie den «dunklen, toxischen Kern im eigenen Innern» nicht in den Blick nimmt.

Der 46-jährige Daniel Bogner hat Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft in Freiburg und Münster studiert. Nach seinem Promotionsstudium in Paris widmete er sich in seiner Habilitation der Thematik der christlichen Sozial­ethik. Seit dem Jahr 2014 lehrt er als Professor für Moraltheologie und Ethik an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg.

kath.ch/jcg

 

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