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Nicht zumzölibatären Leben geschaffen

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Autor: Anton Jungo

Edith Flubacher hatte festgestellt, dass in ihrer Familie über den Grossvater väterlicherseits kaum je gesprochen wurde. Nach der Pensionierung machte sie sich an die Erforschung ihrer Familie; ein besonderes Augenmerk richtete sie auf ihren geheimnisumwobenen Grossvater. Bald fand sie heraus, dass Anton Schreiber – so das Pseudonym ihres Grossvaters im Buch – katholischer Priester war. Er lebte von 1835 bis 1896.

Ihre Neugier war geweckt. Sie suchte die Wirkungsorte ihres Grossvaters in der Schwarzwald-Gegend auf, versuchte – unter grossen Schwierigkeiten – Zugang zu den kirchlichen Archiven zu erhalten und bemühte sich, die Lebensumstände von Anton Schreiber kennenzulernen.

Vor ihr stand schliesslich eine Person, die sehr gebildet und belesen, humorvoll, schlagfertig und gesellig war. Ein Priester, der leicht Zugang zu den meist einfachen Leuten fand und auffallend viel Verständnis für menschliche Schwächen zeigte.

Anton Schreiber war aber auch jemand, der seine Triebe absolut nicht unter Kontrolle hatte. Er hätte sich für viele Berufe geeignet, hält Edith Flubacher fest: «Nur Priester hätte er nicht werden dürfen.» Und doch hielt Anton Schreiber bis zu seinem Tod – wohl auch aus materiellen Gründen – daran fest, Priester zu bleiben.

Und finanzielle Mittel brauchte der Mann. Hatte er doch im Lauf seines Lebens mit vier Frauen acht Kinder gezeugt. Drei dieser Frauen waren seine Nichten und die vierte seine eigene Tochter. Der Sohn des noch nicht 15-jährigen Mädchens war der Vater von Edith Flubacher.

Die Autorin verzichtet darauf, ihren Grossvater zu verurteilen. Die Aussagen, die seine Tochter beim Verhör durch die kirchlichen Behörden zu Protokoll gibt und das Buch abschliessen, sprechen deutlich genug …

Edith Flubacher: Das gebrochene Gelübde. Mein Grossvater, der Priester. Gockhausen, Wörtherseh-Verlag 2008, 192 Seiten.

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