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Nichts als Schulden – Was nun?

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Nichts als Schulden – Was nun?

Die Caritas Freiburg bietet Schuldenberatung und Schuldensanierung an

Man hat ein flottes Einkommen, lässt es sich gut gehen, kann sich dieses und jenes leisten. Doch auf einmal ist Schluss damit. Scheidung, Einkommenseinbusse oder Krankheit zwingen zum Umdenken. Nicht alle schaffen es. Der Schuldenberatungsdienst der Caritas hilft.

Von IRMGARD LEHMANN

Eigentlich gehts der Familie gut. Zwei Autos in der Garage. Ein Eigenheim im Grünen. Drei Kinder, die die Schule besuchen. Und ein Vater, der jeden Monat 9000 Franken heimbringt. Doch es reicht nicht. Die Familie ist im höchsten Grad verschuldet, erzählt Ilse-Marie Cottier, Leiterin des Schuldenberatungsdienstes bei der Caritas. Die Familie lebt seit Jahren über ihre Verhältnisse. Kredite wurden aufgenommen. Doch eines Tages schlug die Stunde der Wahrheit. Die Gläubiger schalteten das Betreibungsamt ein. Um die Steuerschulden zu bezahlen, musste das Haus verkauft werden.

Einschränken und verzichten

«Man hatte zu spät erkannt, dass man sich mit dem Grösserwerden der Kinder nicht mehr jeden Luxus leisten kann», erklärt die Schuldenberaterin. Und wer ist sich schon bewusst, dass man für einen Kredit von 20 000 Franken nach fünf Jahren 15 000 Franken an Zinsen hingeblättert hat? (Verzinsung 15 Prozent.)

In seiner Verzweiflung wandte sich das Paar an den Schuldenberatungsdienst. Hier wurde nun akribisch genau aufgelistet, was ausgegeben und eingenommen wird. «Jedes Kind ein Handy», sagt Cottier, «solches und Ähnliches musste rigoros gestrichen werden.» Und von einem zweiten Auto war keine Rede mehr.

Wie Scheidung in einen finanziellen Engpass führen kann

Menschen, die über ihre Verhältnisse leben und so in die Schuldenspirale geraten, sind allerdings in der Minderheit, räumt die Beraterin ein. Bei den meisten Personen geben Ereignisse wie etwa eine Krankheit oder eine Scheidung den Ausschlag. Damit konfrontiert sind vorab allein erziehende Mütter wie Väter mit Alimentenpflichten. So wenden sich immer wieder junge Männer an die Beratungsstelle.

Die Schuldenberaterin weiss, wovon sie spricht. Gegenwärtig berät sie zwei junge Männer in Scheidung. Der eine fiel in eine Depression und verlor die Arbeit. Nach Abzug der Alimente bleiben ihm noch 2000 Franken für die laufenden Kosten wie Miete, Krankenkasse, Steuern, Auto und Unterhalt.
Kein bisschen besser geht es dem zweiten 30-Jährigen. Auch ihm bleiben gerade noch 2000 Franken übrig. Beide konnten sich keine eigene Wohnung mehr leisten und sind zur Mutter gezogen. «Oft bringt die Scheidung die Menschen in eine grosse finanzielle Not», betont Cottier. 25 Prozent der Geschiedenen seien verschuldet.
Wenn ausser dem Existenzminimum, dem Steuerbetrag und einer kleinen Reserve vom Einkommen nichts oder zu wenig übrig bleibt, dann sind solche Menschen nicht «entschuldbar», wie es im Fachjargon heisst. Was unternimmt die Caritas in so einem Fall? «Wir unterstützen die Menschen moralisch, helfen sporadisch und zeigen auch andere Lösungen auf, zum Beispiel, wie ein Gesuch um Verringerung der Alimentenzahlung gestellt werden kann.»

Wie eine Krankheit einen Strich durch die Rechnung macht

Die andere Realität: eine junge Familie. Noch sind beide Eltern berufstätig. Doch bald einmal ist ein zweites Kind unterwegs. Die Frau wird krank und muss die Arbeit aufgeben. Gleichzeitig werden am Arbeitsplatz des Mannes Stellen abgebaut. Einbussen sind die Folge. Statt wie einst 7000 Franken stehen der Familie nur noch 5200 Franken zur Verfügung. «Die Leasingrate für das Auto (für die Arbeit unentbehrlich), Raten für den Kleinkredit und eine Zahnarztrechnung bringen das Budget ins Schleudern.»

Gemäss Erfahrung sind von der Verschuldung alle Gesellschaftsschichten gleichermassen betroffen. Doch für Personen mit niedrigem Einkommen sind die Chancen einer Entschuldung kleiner. «Was wir hier tun, ist nichts anderes als «Erziehung zum Budgetführer», meint Cottier. Gemäss Statistik sei jeder siebte Schweizer resp. Schweizerin verschuldet.

Und wie nehmen die Leute die Ratschläge auf? Unterschiedlich, meint die Beraterin. «Es ist ein harter Prozess, drei Jahre mit dem Sanierungsbudget leben zu müssen.» Doch der Leidensdruck sei meistens so gross, dass die Menschen alles tun, um von den Schulden loszukommen. Derzeit bearbeitet der Dienst rund 80 Dossiers. Sie betreffen Personen, deren Einkommen über den Kriterien zum Anspruch auf Sozialhilfe liegt.

Frühzeitig handeln

Die Schuldenberaterin empfiehlt frühzeitiges Handeln. «Es ist oft zu spät, wenn man die Beratungsstelle erst dann aufsucht, wenn man das Messer bereits am Hals hat.» Denn die Beratungsstelle informiert ja auch über Möglichkeiten, wie Ausgaben reduziert werden können.

So muss immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Recht auf subventionierte Krankenkassenprämien besteht. Oder dass im Notfall Steuererlassgesuche eingereicht und allenfalls rechtliche Schritte unternommen werden können. «Vielfach kennen die Leute ihre Rechte nicht.»
Wie Schulden sanieren?

Vorerst wird von den finanziellen, sozialen und psychologischen Möglichkeiten der Person und ihrer Familie eine Bestandesaufnahme gemacht.

In einem zweiten Schritt wird ein Budget erarbeitet, das dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum und der Höhe des Schuldenbergs Rechnung trägt.
Wie lebt die Familie? Kann man sich vorübergehend mit einer kleineren Wohnung begnügen? Ist das Auto notwendig? Wie steht es allenfalls mit einer Teilzeitarbeit des Partners? Das sind Fragen, die bei einer Schuldensanierung gestellt werden.

Kontakte schaffen

Der Dienst der Schuldenberatung und Schuldensanierung nimmt zudem auch Kontakt mit den Gläubigern auf und vereinbart allenfalls Ratenzahlen. Je nachdem sind auch aussergerichtliche oder gerichtliche Nachlassverträge anzupeilen. In Extremfällen hilft die Caritas ausserdem mit dem Rückkauf von Verlustscheinen.

«Ich erinnere mich an eine junge Familie», erzählt Ilse-Marie Cottier, «der Mann kam in die Beratung, weil er mit seinen Schulden von 35 000 Franken nicht mehr zurechtkam.» Die Schulden datierten aus der Zeit vor der Familiengründung und führten neun Jahre, in die Zeit der Drogenabhängigkeit, zurück.

Dank einer Stiftung und eines Vorschusses der Caritas konnte dem Mann geholfen werden. Die Verlustscheine wurden zu einem «guten» Preis aufgekauft. «Wir haben das ausnahmsweise getan, weil wir gesehen haben, wir sparsam die Familie lebt und wie ernst es ihr ist, sauberen Tisch zu machen.» Die Familie zahlt monatlich 50 Franken zurück, was «bereits eine ganze Menge ist».

Drei Jahre lang abzahlen

Die Schuldenberatungsstelle legt das Sanierungsbudget maximal auf drei Jahre an. Dabei werden vom Einkommen das betreibungsrechtliche Existenzminimum, die Steuern plus eine kleine Reserve abgezogen. Was übrig bleibt, wird für die Tilgung der Schulden eingesetzt. il

Der Schuldenberatungsdienst der Caritas wird in Deutsch und Französisch angeboten. Anmeldung unter Tel. 026 321 18 62 von 8.30 bis 12.00 Uhr
E-Mail: dettes.resp@caritas-fr.ch
Homepage: www.schulden.ch

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