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«Nichts ersetzt den persönlichen Kontakt»

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Gestern Abend war zum ersten Mal am diesjährigen Internationalen Filmfestival Freiburg eine Aufführung bis auf den letzten Platz ausverkauft. Bei dem Film, der auf so grosses Interesse stiess, handelte es sich weder um einen alten Klassiker noch um einen Beitrag aus dem internationalen Wettbewerb, sondern um das in Freiburg gedrehte Werk einer Freiburger Regisseurin: «Sarah spielt einen Werwolf» von Katharina Wyss (siehe auch FN von gestern). Das Beispiel zeige, dass Freiburg das Zeug zur Kinostadt habe, sagte Thierry Jobin, der Künstlerische Leiter des Festivals, gestern anlässlich einer Diskussionsrunde mit Freiburger Filmschaffenden. Die Veranstaltung stand unter dem Motto «Freiburg, Ort des Films» und verstand sich als ersten Schritt, um aus Freiburg eben diese Kinostadt zu machen.

Ein Netz von Filmschaffenden

Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative von Thierry Jobin, Philippe Trinchan, Vorsteher des kantonalen Amtes für Kultur, Regisseur Frédéric Guillaume und Xavier Pattaroni vom Kino Rex. Es gebe in Freiburg viele Filmschaffende, doch diese seien zu wenig vernetzt, sagte Jobin. «Freiburg soll zu einem Begegnungsort für Filmschaffende werden, aber auch zu einem Ort der Zusammenarbeit», ergänzte Trinchan. Die Diskussionsrunde im Rahmen des Filmfestivals solle dazu erste Anregungen liefern.

Dass ein Bedürfnis nach einer solchen Vernetzung besteht, bewies der Aufmarsch zahlreicher Regisseure, Schauspielerinnen und Produzenten im Saal der Arena-Kinos, sowohl aus dem deutsch- als auch aus dem französischsprachigen Kantonsteil. Viele von ihnen bedankten sich nach der Veranstaltung persönlich bei Thierry Jobin und lobten die Initiative. Und auf der Liste, auf der sich alle Interessierten eintragen konnten, standen am Ende über sechzig Namen.

Anfänge bei Cinéplus

Sie begrüsse dieses Projekt, sagte Katharina Wyss, die zusammen mit anderen Teammitgliedern von «Sarah spielt einen Werwolf» an der Podiumsdiskussion teilnahm. Obwohl sie in Freiburg aufgewachsen sei und hier viele Kontakte habe, habe sie lange gebraucht, um das Netz aufzubauen, das sie für ihr Filmprojekt gebraucht habe. Gleichzeitig sei Freiburg für sie aber schon während ihrer Jugend in den Neunzigerjahren eine Kinostadt gewesen: «Wir hatten zu Hause keinen Fernseher, und ich entdeckte die Welt des Films im Kino Rex, vor allem bei Cinéplus», sagte sie. «Und Frédéric und Samuel Guillaume waren für mich Pioniere, die mir zeigten, dass man auch in Freiburg Filme machen kann.»

Ein Verzeichnis aller Freiburger Filmschaffenden sei eine gute Idee, sagte der Produzent und Regisseur Mark Olexa. «Es braucht aber auch Orte der Begegnung, denn nichts ersetzt den persönlichen Kontakt.» Olexa ist Gründer und Inhaber der Freiburger Produktionsfirma Dok Mobile. Nach einigen Dokumentarfilmen stellt er gerade seinen ersten fiktiven Kurzfilm «Porcs-épics» fertig. Diesen hat er zu einem grossen Teil in Freiburg gedreht. Das sei ihm wichtig gewesen, weil er hier lebe und darum Orte im Kopf habe, die er habe nutzen wollen. «Und Freiburg ist auf der Kinoleinwand unverbraucht, es hat etwas Jungfräuliches.»

Neben den künstlerischen gebe es auch praktische Gründe, die für Freiburg als Drehort sprächen, ergänzte Luc Peter, Produzent von «Sarah spielt einen Werwolf». Weil es hier nicht so oft Dreharbeiten gebe, gebe es auch nicht so strenge Reglemente wie anderswo. «Der Zugang für Filmschaffende ist leicht; so können sie sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren.»

Ausblick

Eine Kontakt- Plattform und ­viele Ideen

Mehrere Filmschaffende nutzten das gestrige Podium, um Ideen zu äussern, wie aus Freiburg ein «Ort des Films» werden könnte. So schlug der Produzent Xavier Grin einen «Kinoschalter» vor, wie es ihn etwa in Vevey gebe. Wer Filmaufnahmen machen wolle, könne sich dort unkompliziert melden. Die Regisseurin und Drehbuchautorin Jac­queline Surchat unterstützte die Idee einer Residenz für Drehbuchautoren in Freiburg. Schauspielerin Anne-Laure Vieli brachte den Vorschlag von Schauspiel-Stages in Freiburg ein. Und Emmanuel Schmutz von Cinéplus wies als ehemaliger Mitarbeiter der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg darauf hin, dass diese über eine umfangreiche Mediathek verfüge, die einfachen und kostenlosen Zugang zu Filmen aus und über Freiburg biete: «Das wissen auch viele Filmschaffende nicht.»

Philippe Trinchan nahm die Anregungen entgegen und versprach, darauf aufzubauen. Thierry Jobin seinerseits will den Forumsanlass für Filmschaffende am Filmfestival auch in Zukunft durchführen. Und als erster Schritt werden die gesammelten Kontakte auf einer Internet-Plattform vereint, so dass sich Regisseure, Schauspieler, Produzenten und Techniker künftig einfacher finden können, um Projekte zu verwirklichen.

cs

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