Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Nichts ist peinlich im Schauspiel

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Wir arbeiten in einem geschlossenen Kreis», sagte Theaterpädagoge Alex Truffer. «Wenn jemand dabei zuschaut, wirkt das störend. Der Schauspieler arbeitet mit sich selber und anderen. Dabei werden Hürden genommen, auch innere.» Die FN liessen sich auf die Reise ein.

Sich den Ball zuspielen

Alex Truffer ist dem Murtner Theaterpublikum gut bekannt: Er führte bei mehreren Produktionen des Kellertheaters Regie, darunter bei der mit Kritikerlob bedachten Inszenierung von «Harold und ­Maude». Im Rahmen der Kleinkunsttage konnten Interessierte nun am Samstag im Murtner Kulturzentrum im Beaulieupark (KiB) an zwei Kursen Theaterluft schnuppern und sich auf spielerische Art mit der Basisarbeit des Schauspiels vertraut machen. Unter den fünf Teilnehmerinnen waren Anfängerinnen, aber auch erfahrenere Laiendarstellerinnen. «Ich war am Freitagabend an der öffentlichen Theaterprobe des Berner Theaters Matte im KiB, und mir ist dabei aufgefallen, dass ich eigentlich keine Ahnung vom Schauspielhandwerk habe», sagte eine von ihnen.

In einer ersten Übung stellten sich alle Anwesenden im Kreis auf und warfen sich in bestimmten Reihenfolgen bis zu vier Bälle zu. Dabei nannten sie die Vornamen der Ballempfänger – gar nicht so einfach, volle Konzentration war gefragt. Was dieses Spiel mit Schauspielerei zu tun hatte, erklärte Kursleiter Alex Truffer: «Diese Übung ist ein Symbol für das Schauspiel. Auch auf der Bühne geht es um das Senden und Empfangen, Aktion und Reaktion. Wenn es Kollisionen gibt, fällt der Ball sprichwörtlich zu Boden – auch auf der Theaterbühne.» Zentral seien Dynamik und Rhythmus. Es gehe nicht darum, einfach den Text herunterzuleiern, sondern sich in einem fliessenden Dialog zu befinden. «Man muss aufeinander eingehen, darf niemals blockieren.» In Impuls- und Improvisationsübungen setzten die Teilnehmerinnen die Theorie um: So galt es, während drei Minuten auf der Bühne zu stehen und in einem gegebenen Setting spontan und fliessend einen Monolog zu führen – inklusive drei vorgegebener Stichworte, welche die Runde erraten musste. Drei Minuten können in dieser Situation sehr lange sein. Zu zweit, im Dialog, vergeht die Zeit schon schneller. Die Wahrnehmung, die Impuls- und Improvisationsarbeit, die Textarbeit sowie die Körperarbeit inklusive Stimmbildung: Dies alles gehört zum Schauspielerhandwerk, wie die Anwesenden im Theorieteil erfuhren. «Ein Schauspieler lernt während seines ganzen Lebens nie aus», so Truffer.

Der 15-jährigen Kursteilnehmerin Jeamie Mathys aus Kerzers hat der Kurs gefallen. «Einfach mal auf die Bühne stehen und improvisieren hat Spass gemacht.» Auch die 14-jährige Lisa Ramseyer aus Lugnorre hat am Kurs viel gelernt. Ihr Favorit: die Übung, bei der die Teilnehmerinnen Berufe pantomimisch darstellten. Auch Zita Schroeter aus Murten war vom Kurs begeistert: «Was ich vom Kurs mitnehme: ein paar gute Erkenntnisse über das Schauspielern an sich und darüber, was alles zur Schauspielausbildung gehört, sowie die Aussage des Regisseurs, dass es nie peinlich ist, solange man mit seiner ganzen Präsenz und Energie auf der Bühne steht. Dies konnten wir anhand der Impulsübungen sehr schön selber erleben.»

Die Teilnehmerzahlen blieben unter den Erwartungen. Je rund ein halbes Dutzend Personen hatten an den beiden Kursen mitgemacht. «Wir haben einen günstigen Kurs für Nachwuchsschauspieler angeboten. Das geringe Interesse spiegelt für uns die Nachfrage in der Region wider», sagte Vorstandsmitglied Marlies Schneeberger.

Bilanz

Weniger Besucher als erhofft

Gestern Sonntag ging der dreitägige Event «Grossartige Kleinkunsttage» des Kellertheaters Murten zu Ende. Der Verein feierte damit sein 50-Jahr-Jubiläum. «Leider sind weniger Besucher gekommen als budgetiert», sagte Vorstandsmitglied Marlies Schneeberger gestern. Genaue Zahlen lägen noch nicht vor. Am meisten Besucher hatte das Gastspiel des Duos Jobert und Pancetta am Samstagabend. Schneeberger blickt trotzdem positiv auf die sechs Veranstaltungen zurück. «Uns ist ein gutes, vielseitiges Programm gelungen. Alles hat gut geklappt.» Ein besonderes Highlight sei die Lesung mit Birgit Steinegger und Pianist Urs Ruprecht gewesen. Ebenfalls fanden eine Filmvorführung und ein Kindertheater statt.

ea

Mehr zum Thema