Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Nichts vorzuwerfen»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Nichts vorzuwerfen»

Vater und Sohn vor dem Strafgericht Sense wegen Hanfanbau

Vor dem Strafgericht Sense hat am Dienstag der Prozess gegen zwei Sensler Landwirte begonnen. Vater und Sohn wird vorgeworfen, zwischen 1999 und 2002 im grossen Stil Hanf angebaut zu haben.

Von IMELDA RUFFIEUX

Der Hanf sei für ihn ein innovatives landwirtschaftliches Produkt gewesen, erklärte der Sohn S., gestern vor dem Strafgericht des Sensebezirks in Tafers. Er habe den Hanfanbau auf dem IP-Dossier eingetragen und die zuständigen Ämter informiert. «Ich habe das Gefühl, dass ich mir nichts vorzuwerfen habe.» Diese Aussage stand am Anfang eines zweitägigen Prozesses, der unter dem Präsidium von Reinold Raemy stattfindet.

Dem Sohn wird vorgeworfen,
zwischen 1999 und 2002 gewerbsmässig gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen zu haben. Ausserdem soll er illegal ausländische Arbeiter beschäftigt haben. Der Vater steht ebenfalls wegen des Hanfanbaus
vor Gericht sowie wegen Geldwäscherei.

Die ganze Verantwortung für den Hanf lag in den Händen des Sohnes, wie sich im Verlauf der Verhandlung immer mehr herauskristallisierte.

Vater distanziert sich von Hanfanbau

Der Vater gab mehrfach zu verstehen, er habe einzig für die Bereitstellung der Felder Arbeiten ausgeführt. Was dann gesät worden sei, sei nicht seine Angelegenheit gewesen.

Zwar ist auf seinem Konto der Lohn für die Pflügearbeiten eingegangen, doch sagte der Vater V. aus, einzig seine Frau und der Buchhalter hätten sich um die finanzielle Belange gekümmert. Er habe auch nie beim Ernten und Rüsten des Hanfs geholfen, hielt V. fest. Beim Umbau des Wohnhauses und bei der Erstellung einer Maschinenhalle wurden zwei Baukredite auf seinen Namen aufgenommen. Auch in dieser Sache lehnte V. die Verantwortung ab. Planung des Baus und Finanzierung seien Sache seines Sohnes gewesen, erklärte er.

Aussagen verdreht

Die Aussagen des Vaters wurden im Rahmen der Untersuchung teilweise bestätigt. Der Sohn war nach einer Razzia auf dem Hof im August 2001 mehrfach einvernommen worden. S. kritisierte mehrfach die damalige Verhörtaktik der Polizei. Seine Aussagen seien nicht korrekt wiedergegeben worden, erklärte er. Demzufolge wollte er auch mehrere während der Untersuchung gemachten Aussagen gestern vor Gericht nicht mehr bestätigen.

S. gab aber zu, 1999 eine unbekannte Menge Hanf angebaut und den Ertrag von 230 Kilogramm ans CannaBioland nach Litzistorf geliefert zu haben. Im Jahr 2000 betrug die Fläche 6200 Quadratmeter, 2001 bereits 22 500 und 2002 insgesamt 23 400 Quadratmeter. Teilweise lieferte er die Ernte an einen Hanfladen, teilweise liess er es zu ätherischen Ölen verarbeiten. Zum Schutz der Hanffelder vor Dieben pflanzte S. um die Pflanzen herum ein paar Reihen Mais. Er gab an, sich nicht um eine spezielle Sorte Hanf bemüht zu haben, erklärte er. Er habe eine frühe Sorte gewollt, die nicht schimmelanfällig sei.

An legalen Hanf geglaubt

Der 30-jährige Sohn gab auch an, er sei immer davon ausgegangen, dass die an den Hanfladen verkaufte Ware zu Salben, Tee und anderen pharmazeutischen Produkten verarbeitet werde. Ob er nie daran gedacht habe, dass sein Hanf als Betäubungsmittel verwendet werden könnte, wollte Gerichtspräsident Raemy wissen. «Nein, ich habe ihn nicht in diesem Sinne angebaut», hielt S. fest. Die Polizei sei regelmässig vorbeigekommen und habe Hanfproben entnommen.«Ich war immer davon überzeugt, dass mein Hanf einen THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent hat, weil weder die Polizei noch die Untersuchungsbehörden interveniert haben.» Es sei ihm erst nach der Razzia bewusst geworden, dass er ein Problem mit dem Hanfanbau habe.

Maschinen und Geräte gekauft

Ein zentraler Punkt der gestrigen Verhandlung waren auch die rund 445 000 Franken, die in der Untersuchung als «Einnahmen von nicht erklärbarer Herkunft» der Betriebsgemeinschaft ermittelt wurden. Der Sohn gab zu, u.a. einen Traktor, einen Frontmäher, ein Güllenfass gekauft und teils bar bezahlt zu haben. Das Geld stamme von Bareinnahmen aus dem Hofbetrieb, auch aus dem Verkauf von Hanf. Mehr als 100 000 Franken habe er gespart, sagte S. Mit dem Ersparten hat er dann einen Sportwagen für 120 000 Franken gekauft.

Der Prozess wird am Freitag mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung fortgesetzt.
Unfall unter Alkoholeinfluss

Der Vater steht nicht nur wegen des Hanfanbaus vor Gericht, sondern auch wegen eines Verkehrsdelikts. Er hatte in alkoholisiertem Zustand einen schweren Verkehrsunfall verursacht.

Der Unfall ereignete sich am 20. August 2004 kurz nach 14.30 Uhr auf der Strecke Brünisried-Rechthalten. Der Angeklagte war mit seinem Auto Richtung Brünisried unterwegs, als er in einer Rechtskurve bei «Galternbächli» die Herrschaft über sein Auto verlor. Dieses geriet auf die Gegenfahrbahn, wo es frontal mit einem entgegenkommenden Wagen zusammenprallte.

Die Fahrerin dieses Autos erlitt Rippenbrüche, einen Milzriss sowie weitere Verletzungen, u. a. an Oberschenkel und Knie. Sie schwebte zeitweise in akuter Lebensgefahr, musste insgesamt fünf Operationen über sich ergehen lassen, war zwei Monate im Krankenhaus und sass während zweieinhalb Monaten im Rollstuhl. Die Mutter von drei minderjährigen Kindern ist seit dem Unfall zu 100 Prozent arbeitsunfähig und wird gemäss ärztlichen Prognosen wohl nie wieder ohne Schmerzen sein.
Der Angeklagte kann sich an den Unfallhergang nicht mehr erinnern. Die Blutwerte ergaben, dass er mit 1,81 Promille unterwegs war. Er wurde beim Unfall ebenfalls verletzt und musste Knie und Hüfte operieren. Derzeit ist er zu 50 Prozent arbeitsunfähig.

Namens des Opfers verlangte Anwalt Elmar Perler, dass der Mann für den verursachten Personenschaden aufkommt, dass der Frau eine Entschädigung für die Teilnahme am Strafverfahren zugesprochen wird und dass der Unfallverursacher auch die Anwaltskosten übernehmen soll. Der Mann anerkannte diese Zivilbegehren vorbehaltlos.

Die Anklage lautete in diesem Fall auf fahrlässige Körperverletzung, grobe Verletzung von Verkehrsregeln, Fahren in angetrunkenem Zustand und Übertretung der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln. im

Meistgelesen

Mehr zum Thema