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Nicolas Bürgisser: «Entwicklung geht fast zu schnell»

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Die FN haben sich auch mit Oberamtmann Nicolas Bürgisser über die BIP-Zahlen unterhalten.

Die Veröffentlichung der BIP-Rangliste nach Bezirken hat im Sensebezirk einige Fragen aufgeworfen. Hat Sie der letzte Platz des Sensebezirks überrascht?

Nein. Der Sensebezirk liegt als Wohnregion ideal und ganz nahe zwischen zwei grossen Agglomerationen mit vielen Arbeitsplätzen. Viele Sensler arbeiten in Bern oder Freiburg und tragen automatisch zur Entwicklung des BIP in diesen Regionen bei. Auch Muri bei Bern, die Dörfer um den Wohlensee oder die Goldküste am Zürichsee haben ein kleines BIP. Dies ist logisch, die Leute wohnen dort und arbeiten in anderen Gemeinden. Dies ist auch im Sensebezirk so. Einige Journalisten haben ganz einfach die Kennzahl BIP nicht verstanden. Die FN tragen zum BIP der Stadt Freiburg bei. Für den Sensebezirk sind der Verlag und die Redaktion der Freiburger Nachrichten BIP-mässig eine Nullsumme. Also: jede Wohnregion hat ein kleines BIP.

Von mangelnder Dynamik kann also keine Rede sein?

Nein. Noch nie wurden in der Geschichte des Sensebezirks derart viele Industriewerke gebaut oder erweitert. Mir haben letzthin etliche Düdinger erzählt, dass ihnen die Entwicklung zurzeit fast zu schnell gehe. Extramet, Sarnafil; Kapaflex, Scout24, XMedia, Collano und andere bauen im Sensebezirk an ihrer Zukunft. Wir haben zurzeit oft zu wenige qualifizierte Arbeitskräfte im Bezirk und müssen Arbeitskräfte in Bern anwerben. Wir müssen immer noch den Rückstand aufholen, den wir in den 40er bis 60er Jahren in unserem Bezirk erlitten haben. Damals mussten etliche Sensler wegziehen, weil es keine oder zuwenig Arbeit im eigenen Bezirk gab.

Auch wenn die Zahl der Arbeitsplätze in den Bezirken vor allem für diese Rangliste verantwortlich ist, wie erklären Sie sich die Tatsache, dass der Broye- und Glanebezirk noch vor dem Sensebezirk rangiert sind?

Zwei andere Indikatoren geben Klarheit über die Gesundheit der Wirtschaft in den Bezirken: Der Sensebezirk hat die tiefste Arbeitslosenquote aller Bezirke. Der Steuerertrag der natürlichen Personen liegt im Sensebezirk höher als im Broye- und Glanebezirk. Und wenn man den Unteren Sensebezirk nimmt, liegen wir über dem kantonalen Schnitt. Der Broye- und Glanebezirk liegen nicht unmittelbar neben grossen Agglomerationen. Zudem hat die Migros in beiden Bezirken sehr grosse Produktionsstandorte (Mifroma, Elsa) und stellt dort Nahrungsmittel für die ganze Schweiz her.

In den nächsten vier Jahren vergibt der Kanton im Rahmen der Neuen Regionalpolitik 34 Mio. Franken. Was muss der Sensebezirk tun, um von diesen Millionen profitieren zu können?

Wir sind bereits daran, von der NRP unseren Teil zu ergattern, und deponieren mehrere Projekte. Ich erinnere an die Windenergie auf dem Schwyberg, die Stromgewinnung aus Biomasse und Kleinwasserkraftwerke. Zudem arbeiten wir an Projekten von Wärmeverbünden in Gemeinden. Weitere Projekte werden mit den Partnern deponiert. Ich erinnere daran, dass etliche Sensler Firmen in letzter Zeit mehrere Innovationspreise gewonnen haben. Wir sind also gerüstet für die Zukunft.

Welche Möglichkeiten sehen Sie in den Bereichen Tourismus, aktive Bodenpolitik, erneuerbare Energien usw.?

Im Tourismus war die definitive Aufnahme des Naturparks Gantrisch-Schwarzsee ins nationale Programm ein grosser Erfolg. Hier erwarte ich einige finanzielle Unterstützung der Eidgenossenschaft. Unser Projekt wurde vom Bund bereits angenommen. Das Greyerzerland hat sein Projekt erst angemeldet und deponiert. Alle Sensler Gemeinden werden sich auch am Ausbau der Schwarzsee-Kaiseregg-Bahnen beteiligen. Die Solidarität ist exzellent. Im unteren Bezirk solidarisieren sich die Gemeinden zusammen mit dem Laupenamt für den Ausbau des Schwimmbades Laupen. Im Bereich der aktiven Bodenpolitik sind wir mit «Birch 1» in Düdingen in den Startlöchern; bei den erneuerbaren Energien wie erwähnt das Windenergieprojekt auf dem Schwyberg sowie zwei Kleinwasserkraftwerke in der Planungsphase.

Welche Rolle soll Ihrer Ansicht nach die Region Sense inskünftig spielen?

Unsere grosse Chance ist unsere Lage zwischen zwei starken Agglomerationen mit vielen Arbeitsplätzen. Der Sensler ist im Kopf flexibel und bereit, auch auswärts zu arbeiten, sich sprachlich anzupassen, und ist arbeitsfreudig. Die junge Generation ist auch weltoffen und bildet sich hervorragend aus. Ich habe nicht Angst um die Sensler. Wir haben seit drei Wochen den Halbstundentakt im ÖV im Unteren Sensebezirk und sogar den Viertelstundentakt ab Flamatt Richtung Bern. Die Region Sense will die Trümpfe in der Überarbeitung unserer Regionalplanung einbringen. Die letzte Regionalplanung stammt aus dem Jahr 1991 und wird jetzt vom Vorstand überarbeitet. Wir definieren die überregionalen Arbeitszonen und die Wohnzonen. Dies wird dazu führen, dass in den Wohnzonen das BIP allerdings sehr tief ist, was aber auch richtig ist. Unser grosser Trumpf ist die hervorragende Qualität der Landparzellen (nahe bei den Agglos, trotzdem in der Natur), die relativ vernünftigen Landpreise und die exzellenten Schulen in unserer Region. Wir haben im vergangenen November mit der Baulandmesse ein weiteres Instrument für die Ankurbelung der Wirtschaft eingesetzt, speziell für die KMU.

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