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Nie wieder eine Stromrechnung bezahlen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Auf einer Mountainbike-Tour entdeckten Sibylle Kamber und Cédric Berberat das Stück Land, auf dem sie ihr Projekt realisieren wollten. «Uns ging es nicht darum, ein Haus zu besitzen. Wir wollten einfach nie mehr eine Stromrechnung bezahlen müssen», erzählt Sibylle Kamber. Wir sitzen am Holztisch im Wohnraum im ersten Stock mit Blick über die Hügel von Villarepos. Das Thermometer zeigt 21 Grad an, es ist angenehm warm, nur der Boden fühlt sich trotz Socken kühl an. «Seit Anfang Woche heizen wir nicht mehr.» Die Sonneneinstrahlung liefert im Passivhaus bereits genügend Wärme. In die Zwischenräume der Holzkon­struktion, die das Haus trägt, wurden kleine Bio-Weizenstrohballen aus dem Val-de-Ruz im Kanton Neuenburg gestopft. Sie sorgen für die Wärmedämmung. Die Innenwände bestehen aus Lehm; die Decken sind 14 Zentimeter dicke Bresta-Holzdecken, wie Sibylle Kamber erklärt. Zwei Stampflehmwände, hart wie Beton, unterteilen die Räume. «Eigentlich hätten wir den Lehm unseres eigenen Aushubs verbauen wollen. Uns wurde aber gesagt, dass das Zumischen von Sand und Wasser sehr aufwendig sei. Darum haben wir davon abgesehen.» Erst im Nachhinein haben die Kambers festgestellt, dass der Boden vor Ort genügend lehmhaltig gewesen wäre.

Lehrgeld bezahlt

Beim Bau des Ökohauses mussten die Lebensmittelingenieurin und der Programmierer durchaus auch Lehrgeld bezahlen. Fünf Jahre dauerte es von der Planung über die Material- und Technologiesuche bis zum Einzug. Sie gingen an Messen und informierten sich im Internet. «Die Hauptschwierigkeit war, Handwerker zu finden, die noch das nötige Wissen haben», erzählt Kamber vor dem Keller. Denn ökologisches Bauen greift nicht selten auf althergebrachte Techniken und Bauweisen zurück. So ist etwa der Keller nur vom Garten her zugänglich, damit keine Kältebrücke zum Wohntrakt entsteht. Sodann galt es, die Möchtegern-Ökofachpersonen, die vor allem auf das Geld der Bauherren aus waren, von jenen zu unterscheiden, denen es um die Sache ging.

Kompromisse eingegangen

Von der Nachbarparzelle dringt Baulärm herüber. «Die Bauindustrie ist sehr CO2-lastig», bemerkt Sibylle Kamber und zeigt auf den Beton, der verbaut wurde. Nicht so bei ihrem Haus. Die Unterkellerung ist nicht wie üblich aus Beton. Das Fundament des Kamberschen Hauses besteht aus einer Kiesschicht, darauf wurden Natursteinblöcke aus dem Jura gesetzt und mit einem Mörtel aus zwei Dritteln Kalk und einem Drittel Zement verbunden. Auf die letzte Steinreihe wurden massive Eichenbretter geschraubt. Der Zement ist einer der Kompromisse, die die Kambers eingehen mussten. «Beim Bau war Winter. Wegen der Kälte wäre der Mörtel ohne Zement zerbröckelt.» Zu Beginn des Projekts hätten sie eine Liste mit verschiedenen Kriterien erstellt, die ihnen wichtig waren. Stichworte waren: natürliche und nachwachsende Materialien, kein Silikon, keine Kunstharze, energieautark, nah von öffentlichen Verkehrsmitteln, zahlbar. Bis zum Ende seien aber gewisse Kompromisse unvermeidbar gewesen. «Ohne Elektroauto geht es zum Beispiel nicht», erzählt Sibylle Kamber.

Im Winter seien sie zudem hin und wieder auf einen Generator angewiesen, der die Energielücken zu überbrücken hilft. 50 Liter Benzin – eine kleine Autotankfüllung – werden dafür jährlich verbraucht. Denn an Nebeltagen erzeugen weder die thermische noch die Fotovoltaikanlage auf dem Dach genügend Energie. Die thermische Solaranlage ist von der direkten Sonneneinstrahlung abhängig, die Fotovoltaikanlage vom Licht.

Manchmal liefert aber bloss die Erste nicht genügend Energie, um das Wasser zu wärmen. «Dann heizen wir das Wasser im Warmwasserspeicher eben mit Strom von der Fotovoltaikanlage auf.» Was zuviel an Strom produziert wird, wird in Batterien gespeichert. In der kalten Jahreszeit wärmen die Kambers das Haus mit dem Ofen aus gestampftem Lehm, der in der Küche steht. Vier Ster Holz verbrauchen sie dafür jährlich. Im Ofen kann auch gebacken werden, und mit der Abwärme wird zusätzlich das Wasser geheizt, das im Keller in einer Schichtspeicherheizanlage gespeichert wird. Vier Wandheizungen, mit Warmwasser gespeist, erwärmen das Haus. Nach dem klassischen Heizkörper hält man vergeblich Ausschau.

Gewohnheiten ändern

Das Ökohaus hat das Leben der Kambers verändert. Nicht einschneidend, aber so manche Gewohnheiten mussten sie über Bord werfen. So waschen sie nur noch tagsüber, wenn die Sonne scheint, geduscht wird auch nicht unendlich lang, manchmal muss auch ein dickerer Pulli her. «Aber wir entbehren nichts.» Die Frage sei doch einfach, was für den Einzelnen Komfort sei, sagt Kamber, während wir vom gefilterten Regenwasser trinken. Seit sie vom Strom der Groupe E abgekoppelt seien, lebten sie eben viel stärker mit dem Wetter. Die App von Meteo Suisse sei ihr täglicher Begleiter. «Wenn die Wettervorhersage mal nicht stimmt und der Generator nicht angeworfen werden darf, weil Sonntag ist, gehen wir eben Pizza essen.»

Viel Irritation

Mit ihrem Ökohaus sind die Kambers im Dorf die Exoten. «Im Schulbus wurde offenbar erzählt, dass wir ein Strohhaus bauen würden. Wenn man nach dem Strohhaus fragt, wissen alle, wo es steht», erzählt Sibylle Kamber lachend.

Irritiert sei auch die Sachbearbeiterin von Groupe E gewesen, als sie sich als Stromkunden abgemeldet hätten. Lange nicht verstanden habe zudem die Gemeinde, dass sie Regenwasser nutzten und dieses abgesehen von der Abwassergebühr nicht gebührenpflichtig sei. «Wenn man bei den Behörden nicht in ein Schema passt, ist man ein Problem. Die sind so in ihrem Fahrwasser», bedauert Kamber. Überhaupt: Die Gebühren würden heute vielmehr ins Gewicht fallen als die Verbrauchskosten. Das gelte für Wassergebühren gleich wie für die Abfallgebühren. «Wer auf die Umwelt achtet, wird im Kanton Freiburg ex­trem bestraft.»

Nach drei Jahren, in denen sie in dem Haus wohnt, würde Sibylle Kamber trotzdem nichts anders machen. «Wir wollen auch kein besonderes Aufheben um unser Haus machen.» Sie hätten es einfach gebaut, weil ihnen ein Leben mit der Natur wichtig sei. Trotzdem wünscht sich Sibylle Kamber, dass das Verursacherprinzip in unserer Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit wird.

240 Quadratmeter gross ist das Haus. Dafür gaben die Kambers nach eigenen Angaben rund zehn Prozent mehr aus, als sie für den Bau eines normalen Hauses bezahlt hätten. «Dafür haben wir jetzt fast keine Unterhaltskosten», betont Kamber. In jeder Hinsicht also eine Investition in die Zukunft.

Infos zum Haus unter: www.sunpower-on.ch

 

 

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