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Nie zu spät für ein Aha-Erlebnis

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wort zum sonntag

Autor: Ingrid Grave/Kipa

Nie zu spät für ein Aha-Erlebnis

Nicht zu viel Belehrung auf einmal! Das kann man ja gar nicht alles behalten und erst recht nicht in die Tat umsetzen! Also schön eins nach dem anderen! – So möchte ich manchmal ausrufen, wenn jemand mir allzu viel auf einmal beibringen oder auch zumuten will.

Es scheint, dass Jesus in dieser Hinsicht zu dosieren weiss. «Noch vieles habe ich euch zu sagen», so äussert er sich im Jüngerkreis (Joh 16, 12-15), und er fährt fort: «Aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.» Vorausgehend hat er nämlich schon angedeutet, dass einiges an Mühsal und Plage, ja sogar Verfolgung auf die Jünger und Jüngerinnen zukommen wird. Er spricht dabei von der Zeit nach seinem Tod, wenn er nicht mehr unter ihnen sein wird.

Doch Jesus gibt ihnen auch einen Trost: Der Geist wird über sie kommen, später, als Beistand. Im Moment wäre das alles etwas zu viel. Jesus selbst wird dafür sorgen, dass ihnen dieser Geist vom Himmel herab gesendet wird. Er wird die Jünger und Jüngerinnen dann das Weitere lehren. Dieses Versprechen hat Jesus nach dem Empfinden der Jüngerschaft und der ganz frühen Christenheit eingehalten. Denn sonst wäre im Gedenken daran kein Fest entstanden: Pfingsten! Vor einer Woche haben wir die Geistsendung gefeiert.

Der Bibeltext für den morgigen Sonntag knüpft hier an und doppelt nach. Alles, was die Männer und Frauen im Freundeskreis Jesu zwar gehört, aber doch nicht ganz verstanden haben, das wird dieser Geist in ihnen wachrufen. Da werden sie ihre Aha-Erlebnisse haben! Das heisst, sie werden das, was sie schon irgendwie wissen, umfänglicher verstehen. Sie werden den Wahrheitsgehalt tiefer erfassen, denn der Heilige Geist ist ein Geist der Wahrheit.

Eigentlich kennen wir Erfahrungen dieser Art aus dem eigenen Leben. Wir hören, was ein Mensch uns an Gutem und Wichtigem sagt, aber erst viel später, vielleicht nach seinem Tod, geht uns voll auf, welch tiefe Bedeutung seine Worte hatten.

Jesus spricht im Evangelium dieses Sonntags aber nicht nur vom Geist. Er erwähnt sich selbst, den Geist und seinen Vater nahezu in einem Atemzug. Das hat etwas zu bedeuten: Gott im Himmel – er nennt ihn Vater -, der Heilige Geist und Jesus selbst sind sich völlig einig in dem, was sie lieben, fühlen, denken und tun. Drei, die sich einig sind! Sie sind die Dreieinigkeit. Und weil in ihnen kein Schatten von Uneinigkeit ist, dürfen wir sie als Heilige Dreieinigkeit betiteln.

Von einer solchen Einigkeit können wir Menschen nur träumen. Wir haben schon Mühe mit einer Zweierbeziehung. Zu dritt ist es meist noch schwieriger. Wir sehnen uns nach Harmonie, ohne dabei an einen dreieinigen Gott zu denken. Die Sehnsucht zeigt uns, dass wir auf Gott hingeordnet, gottähnlich sind.

In der Heiligen Dreieinigkeit gibt es auch kein Mein und Dein. Aus ihrer gemeinsamen Fülle wirken Vater, Sohn und Geist und ent-falten sich als Heilige Drei-falt-igkeit. Der Sohn hat verkündet, was der Vater ihm aufgetragen hat, und der Vater wird dasselbe verkünden. Und dies alles in Einheit mit dem Heiligen Geist. Aus liebender Dreiheit kann nichts anderes als die Wahrheit sprechen. Wo man liebt, belügt man weder sich noch andere.

Das zu erfahren, ist viel mehr als ein Aha-Erlebnis. Es ist tiefste Beglückung und Seligkeit.

Ingrid Grave ist Dominikanerin und lebt in Zürich, wo sie in der Ökumene und in der Arbeit mit Frauen engagiert ist.

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