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«Niemand kauft mehr eine Praxis»

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Autor: Marc Kipfer

Drei der vier Hausärzte in Schwarzenburg werden in den nächsten Jahren pensioniert. Nachfolger werden sie kaum finden. Einer von ihnen, Simon Denier, sagt: «Heute kauft niemand mehr eine Praxis.» Dies sei – nicht nur in Schwarzenburg – die triste Realität auf dem Hausärzte-Markt. Um die medizinische Grundversorgung im Dorf zu sichern, sei deshalb jetzt die Gemeinde federführend, so Denier.

Aus dieser Not heraus will die Gemeinde Schwarzenburg möglichst bald ein Zentrum für vier Hausarztpraxen errichten (die FN berichteten). Junge Hausärzte – so hofft die Gemeinde – können sich die Kosten und den administrativen Aufwand so besser aufteilen und werden darum eher nach Schwarzenburg kommen.

Der erste Arzt ist schon da

Kürzlich hat die Gemeinde nun mitgeteilt, wo das Ärztezentrum entstehen soll. Aus vier möglichen Standorten ist die Wahl auf das Schwesternhaus unweit des Pflegezentrums gefallen. Laut Gemeindepräsident Ruedi Flückiger ist dies einer der Vorteile dieses Standorts. Bereits seit Jahren benutzen die Hausärzte in Schwarzenburg die Röntgen-Infrastruktur des Pflegezentrums. Es befände sich dann gleich nebenan. Weitere Vorteile: Der einzige Hausarzt, der noch längere Zeit nicht pensioniert wird, Markus Lüdi, hat seine Praxis bereits im Gebäude. Der erste von vier Ärzten wäre damit bereits gefunden.

Das Gebäude muss allerdings deutlich vergrössert werden: Die heutige Fläche wird vervierfacht. Bei zwei der drei unterlegenen Standorten hätten neue Gebäude gebaut werden müssen. Ein weiterer Konkurrent in Bahnhofsnähe –optimal an den öffentlichen Verkehr angebunden – unterlag unter anderem darum, weil das Ärztezentrum dort auf mehrere Stockwerke aufgeteilt werden müsste. Gemäss Flückiger wäre dies zu teuer.

Auf konkrete Zahlen kann sich der Gemeindepräsident allerdings nicht berufen – auch nicht, was den Anbau und den Innenausbau beim Schwesternhaus betrifft. Die Kosten würden in den nächsten Wochen geschätzt, erklärt er.

Kein riesiges Startkapital

Der Standort ist nun ausgewählt, doch die wichtigeren Punkte sind momentan noch offen. Zum Beispiel die Frage, welche Hausärzte dereinst im Ärztezentrum praktizieren, und mit welchen Marketingmassnahmen sie angelockt werden sollen (siehe Kasten). Unklar ist auch, ob sich die neuen Hausärzte finanziell an der Praxis beteiligen müssen. Flückiger hält dies für wünschenswert, weil sie so vermutlich länger an den Ort gebunden werden könnten – ohne dass sie schon ein riesiges Kapital nach Schwarzenburg mitbringen müssen. Ein anderes Szenario wäre, eine Firma zu gründen, die die Ärzte anstellt.

Diese und weitere Fragen will die Projektgruppe um Flückiger in nächster Zeit lösen. Der Baubeginn soll in der zweiten Hälfte 2012 erfolgen, die Inbetriebnahme im Jahr 2013.

Das Schwesternhaus in Schwarzenburg: Für das Ärztezentrum muss seine Fläche mit einem Anbau vervierfacht werden.Bild Aldo Ellena

Neue Hausärzte: Es herrscht Zuversicht, aber auch Skepsis

Schwarzenburgs Gemeindepräsident Ruedi Flückiger ist zuversichtlich, dass sich neue Hausärzte – aus der Schweiz oder Deutschland – im Dorf niederlassen werden. Dies trotz des allgemein bekannten Hausarztmangels. «Für ein Ärztezentrum lässt sich einfacher jemand finden», sagt Flückiger. Er gibt allerdings zu, dass sich die Gemeinde diesbezüglich auf die Aussagen eines externen Beraters verlässt.

Viel skeptischer ist Hausarzt Antonio Gervasi. «Einen Hausarzt zu finden, wäre ein Sechser im Lotto, zwei wären eine Euro-Million», sagt er. Dennoch sei die neue Infrastruktur immer noch besser, als gar nichts zu tun.

Flückiger erklärt, die Suche betreffe auch Hausärztinnen, die Teilzeit arbeiten könnten. Und auch Spezialisten – etwa ein Gynäkologe oder ein Kinderarzt – könnten im Zentrum vereinzelt Sprechstunden anbieten. Gegenüber heute, wo es im Dorf keine Spezialisten gibt, wäre dies ein deutlicher Ausbau des Angebots.mk

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