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Noch ein Schlag für die Gewerbler

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Es war voraussehbar: Das St.-Nikolaus-Fest in Freiburg ist abgesagt. Kaum ein Anlass bringt an einem Tag so viele Menschen aufs Mal in die Stadt. In den letzten Jahren waren es jeweils 30 000 Personen, die über die Märkte schlenderten, den Umzug vom Kollegium St. Michael begleiteten und sich dann vor der Kathedrale drängten, um der Rede des St. Nikolaus zuzuhören. Abstandsregeln einzuhalten, ist da kaum möglich, das Erfassen der Koordinaten der Besucher noch weniger, und es ist fraglich, ob Masken etwas bringen bei so vielen Menschen auf einem Haufen.

«Wir haben uns schon überlegt, ob wir das Fest trotzdem irgendwie durchführen könnten. Aber es ist schlicht nicht machbar», sagt Axel Loup, Verwalter des Kollegiums St. Michael und Mitglied des Organisationskomitees. Sämtliche Anlässe rund um das Fest sind nun abgesagt; der Nikolaus wird aber über das Fernsehen zu den Freiburgerinnen und Freiburgern sprechen (siehe Kasten). «Es war ein logischer Entscheid, aber es ist natürlich eine Enttäuschung», sagt Thierry Steiert, Syndic der Stadt Freiburg.

Axel Loup fügt an: «Vielleicht verbessert sich die Situation bis im Dezember wieder. Aber wir mussten jetzt entscheiden, denn für die Organisation braucht es viel Vorlaufzeit. Die Pfeifer und die Chöre müssen üben, und die Geschäfte müssen Bestellungen aufgeben.»

«Eine Katastrophe»

Eine grosse Enttäuschung ist der Entscheid vor allem für die Gewerbetreibenden des Burgquartiers. Das St.-Nikolaus-Fest war für die meisten Geschäfte der beste Tag im Jahr; das habe eine Umfrage ergeben, sagt Axel Loup. Die Restaurants waren jeweils proppenvoll.

«Es ist eine Katastrophe», sagt Jean-Pascal Graf. Er ist Präsident der Vereinigung der Händler und Handwerker des Burgquartiers und betreibt das Café du Marché in der Hochzeitergasse. «Die Absage ist ein weiteres Problem, das sich in eine lange Liste von Problemen einreiht.» Bereits vor der Corona-Pandemie kämpften die Geschäfte und Gastrobetriebe im Burgquartier um Kundschaft. Die Schliessung der Zähringerbrücke und veränderte Lebensgewohnheiten wie das Einkaufen im Internet führten dazu, dass sich viele in ihrer Existenz bedroht sahen. Die Stadt holte Hilfe von aussen: Es gab Workshops und Sitzungen mit Experten des Kompetenz­zentrums für Altstadtfragen, dem Netzwerk Altstadt. Der Schlussbericht zur Wiederbelebung der Altstadt lag im Herbst vor (die FN berichteten).

Doch kein halbes Jahr später kam die Corona-Pandemie. Geschäfte und Restaurants mussten in der Folge wochenlang schliessen. Die Kundinnen und Kunden kehren zwar langsam zurück. Doch die Ende August eingeführte Maskenpflicht in Geschäften schrecke die Menschen ab, sagt Jean-Pascal Graf. Er habe von Geschäften gehört, die wieder weniger Kunden hätten, seit diese Masken tragen müssen.

Verlust nicht aufzuholen

Zu den bisherigen Verlusten komme nun hinzu, dass diesen Herbst und Winter gleich zwei sehr umsatzstarke Wochenenden wegfielen, führt Graf aus. Neben dem St.-Nikolaus-Fest ist nämlich auch der Murtenlauf abgesagt, ein Sportanlass, der jeweils ebenfalls viele Leute in die Stadt bringt. «An diesen Tagen flanieren die Leute, kaufen ein, entdecken aber auch neue Geschäfte, die sie später wieder besuchen», so Graf.

Er hofft darauf, dass am 5. Dezember, dem Tag, an dem das St.-Nikolaus-Fest hätte stattfinden sollen, trotzdem ein paar Leute in die Stadt kommen. «Es werden aber kaum so viele sein, dass die Ausfälle wettgemacht werden können.»

Die Vereinigung der Händler und der Handwerker des Burgquartiers hat derzeit kein spezielles Alternativ-Programm geplant. «Wir haben schlicht keine Mittel. Wir sind erschöpft, mental und physisch», sagt Jean-Pascal Graf. Viele Ladenbesitzer und Wirte arbeiteten seit Wochen viele Stunden am Tag, weil die Angestellten in Kurzarbeit seien. «Wir hoffen, dass das St.-Nikolaus-Fest 2021 wieder stattfinden kann. Sonst wird es für sehr viele sehr schwierig.»

Das Gleiche hofft auch David Krienbühl, Sekretär des Freiburgischen Verbands des Handels, des Handwerks und der Dienstleistungen (AFCAS) und FDP-Generalrat. Bis im Dezember wolle der AFCAS trotz allem etwas auf die Beine stellen, um in der Stadt Adventsstimmung aufkommen zu lassen. «Wir sind derzeit im Dialog mit der Stadt, um zu schauen, was überhaupt möglich ist.» Der Weihnachtsmarkt solle wieder stattfinden, wann, wie lange und in welcher Form sei aber noch unklar. Die Organisation sei derzeit wegen der Pandemie schwierig. «Aber es wird etwas geben», versichert Krienbühl.

«Die Absage ist ein weiteres Problem, das sich in eine lange Liste von Problemen einreiht.»

Jean-Pascal Graf

Präsident der Vereinigung der Händler und Handwerker des Burgquartiers

«Es war ein logischer Entscheid, aber es ist natürlich eine Enttäuschung.»

Thierry Steiert

Syndic Stadt Freiburg

Programm

Der St. Nikolaus spricht im Fernsehen

Die Freiburgerinnen und Freiburger müssen dieses Jahr nicht ganz auf den St. Nikolaus verzichten. Er wird nämlich trotz der Absage des Umzugs eine Ansprache halten, die am 5. Dezember um 18 Uhr im regionalen Fernsehsender La Télé ausgestrahlt wird. Er werde die Rede aber nicht wie üblich auf der Terrasse der Kathedrale halten, sondern an einem geheimen Ort, sagt Axel Loup, Verwalter des Kollegiums St. Michael und Mitglied des Orga­nisa­tions­komi­tees. Auch die traditionellen St.-Nikolaus-Karten wird es geben, wie die Stadt mitteilt. Eine Schülerin oder ein Schüler des Kollegiums St. Michael entwirft jeweils das Sujet dafür. Die Schülerinnen und Schüler werden die Karten in den letzten Wochen des Jahres verkaufen. Der Erlös wird Organisationen zugutekommen, die sich für benachteiligte Kinder einsetzen. In den Bäckereien im Kanton wird es zudem Lebkuchen zu kaufen geben, die mit einem Bild des St. Nikolaus geschmückt sind. Dieses Jahr hat der Künstler Nicolas Ruffieux das Sujet dafür entworfen. Abgesagt sind neben dem Umzug auch die Märkte, die musikalischen Rendez-vous und alle anderen Aktivitäten, die üblicherweise während des Nikolaus-Wochenendes stattfinden.

nas

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