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Noch sind die Würfel nicht gefallen

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Hubert Dafflon (CVP) oder Carl-Alex Ridoré (SP) – wer wird Nachfolger von Nicolas Deiss im Oberamt Freiburg? Beide sind mitten im Wahlkampf überzeugt, dass sie die richtige Wahl für den Saanebezirk wären. Das Stimmvolk hat zumindest eine echte Auswahl zwischen zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten.
Noch sind die Würfel nicht gefallen
Regula Saner und Christian Schmutz
Der zweite Wahlgang rund ums Oberamt des Saanebezirks steht vor der Tür. Wer beginnt am 1. September in Freiburg seine Arbeit als Oberamtmann? Nach dem Ausscheiden von Denis Boivin haben die Saanebezirkler die Wahl zwischen Carl-Alex Ridoré (SP, Villars-sur-Glâne) und Hubert Dafflon (CVP, Grolley). Die FN haben die Kandidaten zum Gespräch eingeladen.

Wie haben Sie am Mittwochabend den Match Schweiz – Türkei erlebt?
Ridoré: Ganz aufgeregt, mit meiner Frau vor dem Fernseher. Dass die Schweizer verloren haben, ist schade.
Dafflon: Die Niederlage hat mir schaurig weh getan. Am Sonntag kann ich immerhin noch das Spiel Schweiz – Portugal in Basel anschauen. Aber ich verliere nicht gern.

Die erste Runde ums Oberamt haben Sie auch verlo ren …
Dafflon: Das war nur eine Runde, und ich stehe immerhin im Final. Wichtig ist, dass es eine echte demokratische Wahl bleibt, und die ist weiterhin offen.
Ridoré: Stimmt. Noch hat keiner von uns eine einzige Stimme gesammelt. Es ist wirklich alles noch offen. Jetzt wird wohl einfach die Persönlichkeit entscheiden.

Im ersten Wahlgang hat aber die Parteizugehörigkeit eine wichtigere Rolle gespielt.
Ridoré: Nein. Gemeinden wie Arconciel sind keine Dörfer mit linkem Stimmverhalten, und trotzdem habe ich dort ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Bei meinem Resultat gab es zudem kaum Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Dann war Ihre Persönlichkeit für die Niederlage verantwortlich, Hubert Dafflon?
Dafflon: Auch nicht. Ich denke schon, dass mein Gegenspieler die linke Allianz ausgenützt hat. Ich habe die rechte Allianz verloren. Jetzt werden für mich wegen dieser fehlenden Unterstützung die Erfahrung und Persönlichkeit noch wichtiger.

Sie sprechen die Allianz mit der FDP an. Wie steht es um die Gunst der anderen Parteien?
Dafflon: Aus Sicht der SVP ist man rasch einmal zu links. Von den Grünen bin ich aber enttäuscht. Sie haben uns keine Möglichkeiten gegeben, uns und unsere Ideen vorzustellen. Gerade grüne Anliegen sind heute im Trend. Da müsste man über die Parteigrenzen hinausschauen.
Ohne Stimmen von rechts wird es wohl kaum reichen fürs Oberamt. Wie bringen Sie diese Leute trotzdem an die Urne?
Dafflon: Durch Kontakte mit Meinungsführern. Diese sind für die Bevölkerung oft wichtiger als die offizielle Parteimeinung.
Ridoré: Ich denke auch, dass der Oberamtmann über den Parteien stehen muss. Ich möchte auch versuchen, noch mehr Nicht-SP-Wähler zu mobilisieren.

Gibt es Bereiche in der Arbeit des Oberamtmannes, bei denen es auf die Parteizugehörigkeit ankommt?
Dafflon: Der Oberamtmann hat eine institutionelle und eine administrative Funktion, in welchen er den Staatsrat und die Bevölkerung vertritt. Noch wichtiger ist aber seine Funktion als Promotor der Region. Da kann er schon Schwerpunkte setzen.

Wo möchten Sie denn konkret Promotor sein?
Ridoré: Ich möchte vor allem die Lebensqualität der Saanebezirkler erhöhen, z. B. mit Möglichkeiten für die Kinder im Vorschulalter. Das ist Lebensqualität für Familien. Wichtig ist auch die Mobilität und der öffentliche Verkehr – auch ausserhalb Freiburgs. Ich finde auch, dass Kanton und Gemeinden besser zusammenarbeiten müssten.
Dafflon: Ich möchte zum Beispiel gern ein Ökoquartier schaffen wie in Freiburg im Breisgau oder Genf. Wichtig sind mir zudem die Sportförderung, der Langsamverkehr und die Schaffung von guten Arbeitsplätzen.

Warum sind Sie eigentlich nicht bei den Grünen oder bei der SP, Herr Dafflon?
Dafflon: Die Anliegen der Grünen sind mir auch wichtig, aber die Partei ist mir zu fundamentalistisch. Ich bin auch sensibel für die sozialen Anliegen der SP, aber neben den Arbeitnehmern muss man auch die Arbeitgeber mit einbeziehen. Die Sorgen der Landwirte sind Themen der SVP, die ich ebenso unterstütze. Die Welt ist viel komplexer als nur einfach rechts – links. Da ist die CVP im Zentrum und begutachtet die Welt als Ganzes.

Zurück zur Frage, ob die Parteizugehörigkeit fürs Oberamt eine Rolle spielt, wie sehen Sie das, Herr Ridoré?
Ridoré: Es stimmt, bei einem Teil der Arbeiten spielt die Partei keine Rolle. Daneben gibt es Spielraum für eigene Prioritäten. Diese darf man aber nicht dogmatisch, sondern muss sie im Sinn des Bürgers behandeln. Als Anwalt und Mediator arbeite ich schon heute in beiden Bereichen des Oberamtmannes. Mir machen alle Seiten dieser Funktion Spass, und wenn ich Schwächen in einem Dossier finde, dann packe ich sie an – wie ich es als Grossrat auch bewiesen habe. Ich habe das Gefühl, dass Herr Dafflon den administrativen Bereich weniger gern macht.

Die Kritik steht im Raum, was sagen Sie dazu, Herr Dafflon?
Dafflon: Das stimmt nicht. Als Gemeinderat und Syndic von Grolley und als Vorsteher des Bau- und Raumplanungsamtes musste und muss ich viele Dossiers behandeln und Entscheide fällen. Der heutige Oberamtmann Nicolas Deiss delegiert aber viel an seine Juristen bzw. Verwaltungsangestellten. Daneben ist er eher ein «Préfet du terrain». Diese Rolle nähme ich natürlich auch gern ein – als Bindeglied zwischen Behörden und Bevölkerung. Aber das Administrative muss gemacht sein.
Ridoré: Ich bin froh, das zu hören. Das war mir bisher nicht klar.
Da sind Sie sich ja einig. Wie wär’s mit einem Job-Sharing?
Dafflon (lacht): Das wäre noch eine Idee. Der eine ist der Chef, der andere sein Stellvertreter.
Ridoré (lacht): Oder einer im Sommer, der andere im Winter.
Sie sind also gar nicht so unterschiedlich?
Ridoré: Das ist schon möglich. Dies ist wahrscheinlich auch durch die Art des Jobs bedingt.

Der Saanebezirk hat die Besonderheit, dass er aus der Stadt, der Agglomeration und vielen kleinen Gemeinden besteht. Wie wollen Sie alle vertreten?
Ridoré: Ich fühle mich sowohl als Stadt- als auch als Landmensch, ich habe beides schon erlebt. Das geht sicher heute vielen Leuten so. Da muss man immer ans Gemeinsame denken. Mit der Agglomeration sind jetzt einige Anliegen vorgespurt. Jetzt muss fürs Umland gesorgt werden, zum Beispiel mit einem regionalen Richtplan.
Ridoré: Ich habe auch Sensibilitäten für die Stadt und das Land, kenne die Probleme der Agglomeration und bin Präsident der SP Saane-Land. Der Zusammenhalt zwischen Stadt und Land wird eine der Kernfragen sein, die es zu lösen gilt.

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