Eishockey 08.03.2018

«Wir haben nicht Gottéron erwartet»

Freiburg-Gottéron trifft im Playoff-Viertelfinal auf Lugano; die zweitbeste Offensive der Liga. Sinnbildlich dafür steht Topskorer Luca Fazzini. Der Tessiner stellt sich auf eine kampfbetonte und heissblütige Serie ein.

Er ist Schweizer, 22  Jahre alt und der beste Skorer beim HC Lugano: Luca Fazzini. Der Tessiner ist der Jüngste im Kreise der zwölf National-League-Topskorer; und einer von nur drei Schweizern. Im Playoff-Viertelfinal trifft der Stürmer mit seinem Team ab Samstag auf Gottéron.

 

Luca Fazzini, wie fühlt es sich an, als junger Kerl unter den älteren, erfahrenen Skorern?

Es ist schon etwas komisch. Die meisten dieser Spieler haben in ihrer Karriere bereits viel gewonnen. Einige haben sogar in der NHL gespielt. Es macht mich stolz, bei diesen Skorern mitmischen zu dürfen.

Lugano hat kurz vor den Playoffs in einem Spiel mit Damian Brunner, Alessandro Chiesa und Dario Bürgler gleich drei wichtige Spieler verloren. Wie heftig war dieser Rückschlag?

Direkt nach dem Spiel war es sehr hart. Wir haben zuerst vom Saison-Out für Chiesa und Brunner erfahren, später noch von der schweren Verletzung, die Bürgler erlitten hat. Es sind Rückschläge, nicht zuletzt für die drei Spieler persönlich. Ich hoffe, sie erholen sich gut davon.

Wie wirken sich diese Ausfälle auf die Erwartungshaltung für die Playoffs aus?

Wir haben drei sehr wichtige Spieler verloren, aber wir müssen damit zurechtkommen. Spieler, die bisher weniger zum Einsatz kamen, müssen jetzt einen Schritt vorwärtsmachen und die Lücken füllen. Klar, die Linien werden neu durcheinandergemischt, aber das gehört zum Sport. Wir müssen jetzt nach vorne schauen.

 

 

Zum Schluss der Qualifikation war klar: Gegner des HC  Lugano in den Playoffs werden die ZSC Lions, der HC  Davos, oder Freiburg – ist Gottéron der einfachste Gegner aus diesem Trio?

Es gibt keine einfachen Gegner in den Playoffs. Wir haben nicht Gottéron erwartet, sondern eher Davos oder Zürich – nun ist es aber Freiburg. Wir wissen, sie spielen sehr physisch. Besonders die Auswärtsspiele in Freiburg werden hart. Es herrscht immer eine heisse Atmosphäre im Stadion.

Das kann man von der Stimmung in der Resega auch behaupten. Und Lugano hat den Heimvorteil auf seiner Seite.

Das stimmt, die letzten Jahre war es immer genial, in den Playoffs in der Resega zu spielen. Unsere Fans sind ebenfalls heiss, und wir wollen besonders in den Heimspielen davon profitieren.

Wie beeinflusst die lange Reisezeit zwischen Lugano und Freiburg diese Serie?

Die Reise ist lang, aber es ist für beide Mannschaften gleich. Vor zwei Jahren spielten wir im Halbfinal gegen Genf, da war die Anreise noch weiter. Trotzdem konnten wir uns durchsetzen. Die Reisezeit hat keinen grossen Einfluss und ist auch keine Entschuldigung.

Wo sehen Sie die Stärken von Freiburg-Gottéron?

Freiburg hat ein gutes Powerplay. Speziell Roman Cervenka ist ein sehr gefährlicher Spieler. Er spielt gute Pässe und ist sehr präsent auf dem Eis. Wir müssen gegen ihn hart spielen.

«Wir versuchen, einfach zu spielen, ohne viel Kunst oder Show.»

Luca Fazzini

Lugano-Topskorer

 

Was muss Lugano noch beachten?

Die Freiburger spielen sehr körperbetont, darauf müssen wir gefasst sein. Ich bin aber positiv gestimmt. Wir haben im letzten Qualifikationsspiel gegen den HC Davos gezeigt, dass wir bereit sind.

 

Gottéron hat das beste Unterzahlspiel der Liga. Wie bereitet Ihr euch darauf vor?

Das Unterzahlspiel hat sich bei Gottéron gut entwickelt in dieser Saison. Wir werden viel Powerplay trainieren müssen und auch Videos anschauen. Unser Powerplay muss Wege finden, um Tore zu erzielen.

 

Lugano hat am zweitmeisten Tore erzielt. Was macht die Offensive so stark?

Gute Frage. (Lacht). Wir versuchen, einfach zu spielen, ohne viel Kunst oder Show. Wenn wir den Puck in der offensiven Zone haben, versuchen wir, mit einem Pass zum Torabschluss oder vor das Tor zu kommen.

In den sozialen Netzwerken sieht man Sie auf Fotos oft zusammen mit Goalie Elvis Merzlikins. Wie kam es zu dieser Freundschaft?

Wir sind zusammen aufgewachsen, haben schon als Junioren im selben Team gespielt. Es ist wichtig für mich, neben dem Eis einen guten Freund wie Elvis zu haben.

 

 

Ein Beitrag geteilt von Elvis Merzlikins (@merzly) am

Jun 15, 2017 um 5:13 PDT

Fazzini mit seinem Freund Merzlikins beim Wandern.

Die beiden Stammtorhüter der Teams gehören zu den statistisch besten der Liga. Wie entscheidend sind die Goalies im Duell Lugano gegen Gottéron?

Elvis ist für uns sehr wichtig, und jeder im Team weiss, was er an ihm hat. Seine Paraden sind entscheidend, gerade in den Playoffs. Barry Brust ist aber auch ein sehr guter Goalie. Er ist gross und mag es, aus dem Tor zu kommen, um die Winkel zu verkürzen. Das wird ein sehr spannendes Duell zwischen diesen beiden Goalies.