Frauen im Dartsport: Fiona Gaylor 29.12.2018

Die aktuelle Europa- und Schweizermeisterin

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Sie ist ein Naturtalent. Fiona Gaylor aus Winterthur ist seit Jahren eine der besten oder gar die beste Schweizer Dartspielerin. Mit E-Darts angefangen, setzt sie seit 2010 bevorzugt auf Steeldarts. «Es hat mehr Stil, ist die edlere Variante des Sports», sagt die amtierende Europa- und Schweizermeisterin. Zu Beginn ihrer Karriere wurde sie oft von Männern belächelt. Eine Szene bleibt ihr speziell in Erinnerung: «Normalerweise wird ausgespielt, wer das erste Leg beginnen darf. Ein Mann jedoch liess mich von sich aus das erste Leg beginnen.» Gaylor gewann das Match. Die 36-Jährige verschaffte sich im Laufe der Zeit mit ihren Erfolgen den teils fehlenden Respekt. Trotz noch anderen solchen Erlebnissen sagt Gaylor: «Ich weiss nicht wieso, aber ich spiele lieber gegen Männer.»

Der Erfolg und die aufgebauten Freundschaften in der Dartszene motivieren sie, dranzubleiben. Doch plötzlich wird ihr alles zu viel, sie verliert die Lust am Darts. Als Folge davon hört Gaylor mit dem Training auf, spielt nur noch Turniere. Ihre Leistungen werden aber nicht schlechter: Sie gewinnt regelmässig Turniere, dominiert die nationalen Frauenmeisterschaften und hält wie zuletzt im September mit dem Europameistertitel auch international die Schweizer Fahne hoch. Kaufen kann sich die Pflegeassistentin davon nichts. Beim Europacup gibt es kein Preisgeld, für den Sieg an den Schweizer Meisterschaften erhält Fiona Gaylor 250 Franken.

Zeit und Geld fehlen

Um an jenen Turnieren zu spielen, bei denen es um mehr Geld geht, müsste sie in allen Belangen noch eine Schippe drauflegen. Mehr Training, um ihr Spiel auf das nächstes Level zu heben, mehr Geld für Reisen an internationale Turniere ausgeben. Dafür braucht es mehr Zeit. «Der Reiz wäre da, aber das Geld und die Zeit fehlen.» Also spielt die beste Schweizer Dartsspielerin hauptsächlich in der Schweiz für den Zürcher Dartclub Papillon, dem insgesamt 45 Mitglieder angehören. Mitte Dezember gewann Gaylor die jährliche Clubmeisterschaft und ist somit «Papillonmeisterin» 2018.