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Nonchalance liegt nicht drin

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 Während sie sich mit anhören mussten, wie aus der Langnauer Kabine gleich nebenan laute Partymusik und Freudenschreie drangen, suchten die Freiburger am späten Samstagabend nach Erklärungen. Erklärungen dafür, wie man einen Tag nach dem furiosen 6:3-Sieg im Spitzenkampf gegen Zug beim bisherigen Schlusslicht chancenlos bleiben konnte. Gegen ein Team, das auf dem Papier ohnehin bloss knapp NLA-tauglich erscheint und am Samstag wegen des Ausfalls von Kevin Clark auch noch mit nur drei Ausländern antrat. «Wenn wir fünf Prozent weniger physisch spielen, wird unser Spiel dadurch erheblich schlechter», analysierte Trainer Gerd Zenhäusern. Mit fünf Prozent war er noch ganz gnädig mit seinen Spielern, denn über weite Strecken wirkte Gottérons Auftritt im Emmental doch sehr überheblich und nonchalant.

 Von A bis Z ungenügend

«Wir waren nicht genügend bereit. Wir haben die Partie vorbereitet wie alle anderen Spiele und wussten, dass es nicht leicht wird, schliesslich hatte Langnau zuvor zweimal in Folge gewonnen», so Zenhäusern, «und dennoch wirkten wir zu selbstgefällig. Die Spieler schienen sich zu sagen: Irgendwie werden wir dann schon eine Lösung finden.»

Sie fanden sie nicht. Ist Gottérons guter Saisonstart unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich in Freiburgs homogener Mannschaft immer wieder ein anderer Spieler hervorgetan hat, um eine Partie zu entscheiden, so schien sich in Langnau jeder Freiburger auf seine Mitspieler zu verlassen. Ganz nach dem Motto: Irgendeiner wird es schon richten. «Die letzte Konsequenz hat gefehlt», gab Stürmer Benjamin Plüss zu. «Wir waren immer einen Schritt zu spät, uns fehlte das Timing und wir haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen.»

Immerhin war der Auftritt der Freiburger auch in Langnau homogen–hinten genauso ungenügend wie vorne. In der Defensive liessen sich die Gäste immer wieder düpieren, von einem Gegner, der mit nur einem ausländischen Stürmer und vielen Schweizer No-Names antrat. Beim ersten Treffer liess sich Marc Abplanalp von Yannick-Lennart Albrecht wie ein Junior austricksen, beim zweiten Tor lief Ville Koistinen einfach am zu langsam reagierenden Alexandre Picard vorbei und beim entscheidenden 3:0 spazierte Thomas Nüssli ohne grosse Anstrengung zwischen Sebastian Schilt und Mathieu Maret hindurch.

Im Sturm erspielten sich die Freiburger derweil kaum Torchancen. Die Paradelinie um Topskorer Andrei Bykow und Rückkehrer Julien Sprunger blieb ebenso blass und ideenlos wie das gegen Zug noch überragende Duo Greg Mauldin/Marc-Antoine Pouliot. «Wenn man immer nur um das Tor herumkreist, wird es eben nichts mit dem Toreschiessen. Dieses Spiel hat wieder einmal gezeigt, dass man gegen jeden Gegner dahin gehen muss, wo es wehtut, um sich Tore zu erarbeiten», so Zenhäusern.

Ohne System kein Sieg

Es seien viele junge Spieler im Team, solche Partien gehörten eben zum Lernprozess dazu, sagte der Trainer weiter. «Langnau hat clever in der Mittelzone gewartet. Und wir waren nicht bereit, geduldig zu spielen, sondern haben stattdessen das Spiel geöffnet – das ist genau das Gegenteil davon, wie wir bisher gespielt haben.» Für Captain Sprunger war die Partie auch ein Weckruf. «Die Partie hat unsere Limiten aufgezeigt. Wir wissen, dass wir jeden schlagen können, wenn wir unser System einhalten. Nun wissen wir auch: Wenn wir uns nicht an das System halten, werden wir nicht gewinnen.» Ohne die gewohnte Kompaktheit wirkten bei Freiburg Verteidigung und Sturm wie zwei voneinander unabhängige Komponenten. Die Folge: Ein sechzigminütiges Fehlpassfestival im Spielaufbau. Schwach präsentierten sich die Freiburger zudem im Boxplay, das in dieser Saison ohnehin nicht zu den Stärken Gottérons gehört. Aus den ersten vier Unterzahlspielen resultierten drei Gegentreffer. «Wir waren in Unterzahl viel zu passiv, liessen zu viele Schüsse zu und Langnau zu leicht in die gefährliche Zone kommen», analysierte Benjamin Plüss.

 Niemand auf Freiburger Seite versuchte, die Niederlage schönzureden, die Gäste waren sich weitgehend einig, an diesem Abend in Langnau so ziemlich alles falsch gemacht zu haben.

Revanche bereits lanciert

 Morgen haben sie im St. Leonhard die Möglichkeit, eine Reaktion zu zeigen – Gegner ist erneut Langnau. «Wir werden viel aggressiver auftreten», verspricht Sprunger. Dazu beitragen wird sicherlich Chris Rivera. Der Haudegen hatte am Samstag ganz offensichtlich die Aufgabe, zu versuchen, Langnau-Topskorer Chris DiDomenico mit Härte und Provokotionen zu destabilisieren. Da es selbst beim Handshake nach dem Spiel noch zu Wortgefechten zwischen den beiden kam, dürften sie sich morgen Abend im St. Leonhard schnell wiederfinden. Die Revanche ist bereits lanciert.

Telegramm

Langnau – Gottéron 5:2 (1:0, 1:0, 3:2)

Ilfis-Stadion; 6000 Zuschauer (ausverkauft).–SR Prugger/Vinnerborg, Bürgi/Schüpbach.

Tore:17. Albrecht (Koistinen, DiDomenico/Ausschluss Sprunger) 1:0. 37. Koistinen (Müller, Sven Lindemann) 2:0. 43. Nüssli 3:0. 47. (46:49) Albrecht (Weisskopf/Ausschluss Rivera) 4:0. 48. (47:15) Plüss (Gardner) 4:1. 49. (48:27) Mottet (Mauldin) 4:2. 54. Gustafsson (Koistinen, DiDomenico/Ausschluss Schilt) 5:2.

Strafen:6-mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 8-mal 2 Minuten gegen Freiburg.

Langnau:Ciaccio; Adrian Gerber, Koistinen; Hecquefeuille, Kim Lindemann; Weisskopf, Ronchetti; Müller, Zryd; Murray, Albrecht, Berger; Sandro Moggi, Gustafsson, Wyss; Bucher, DiDomenico, Nüssli; Haas, Schirjajew, Sven Lindemann.

Freiburg-Gottéron:Conz; Rathgeb, Picard; Kamerzin, Ngoy; Schilt, Maret; Abplanalp; Mauldin, Pouliot, Mottet; Fritsche, Gardner, Plüss; Sprunger, Bykow, Salminen; Rivera, Schmutz, Vauclair; Marchon.

Bemerkungen:SCL Tigers ohne Clark, Bärtschi, Stettler und Claudio Moggi, Freiburg ohne Loichat, Pivron und Neukom (alle verletzt). Pfostenschüsse: Sandro Moggi (16.); Vauclair (37.). 44. Zryd verletzt ausgeschieden.–Schüsse: 30:25.

Die FN-Besten:Albrecht, Plüss.

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