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Not-Fällungen in Flamatt

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«Wir mussten einschreiten», sagt Förster Mario Inglin. «Seit 50 Jahren wurde auf dem Areal zwischen dem Bahnhof Flamatt und der Autobahn A 12 nichts gemacht.» Pflänzchen wuchsen in dieser Zeit zu Büschen und die Büsche wurden zu Bäumen, und diese sind nun zum Sicherheitsrisiko geworden. Das sei bei einer Analyse mit dem Bundesamt für Strassen (­As­tra) klar geworden, und auch die SBB hätten interveniert, sagt Inglin. Er ist beim Kanton zuständig für den Wald in Düdingen, Bösingen, Schmitten, ­Ueberstorf und Wünnewil-Flamatt. «Was wir hier erlebt haben, ist ein Spezialfall, ich habe so etwas in 30 Jahren nicht gesehen.»

Kranke Eschen

Weil der private Grundeigentümer sich nicht gross um das Areal kümmerte, wuchsen die meisten Pflanzen sich selbst überlassen; viele davon waren Eschen. Und viele von ihnen waren von der Eschenwelke befallen, wie In­glin sagt. Das ist eine Pilzkrankheit, die das Holz angreift, Stamm und Wurzeln schwächt und damit die Bäume instabil macht (siehe Kasten). An einem solch eingeengten Ort wie beim Bahnhof Flamatt kommen die Bäume schnell auf einer Strasse, Parkplätzen oder den Schienen zu liegen, wenn sie so geschwächt sind, dass sie umfallen.

Dazu kommt, dass Bäume in das Profil der Sicherheitskameras der Polizei beim Autobahnviadukt hineingewachsen waren, wie Inglin sagt. Diese Kameras überwachen den Viadukt, weil es dort keinen Pannenstreifen gibt. Sobald etwas Ungewöhnliches passiert, wird automatisch ein Alarm bei der Polizei ausgelöst. In letzter Zeit sei das öfter passiert, weil Bäume im Blickfeld der Kamera waren. Die Polizei rückte vergebens aus.

Deshalb mussten die Bäume weg, und zwar rasch. «Eigentlich wollten wir mit dem ­Astra einen Plan mit verschiedenen Etappen zu den Holzschlägen ausarbeiten», sagt Inglin. «Aber die Lage war so gefährlich, dass ich die Verantwortung nicht übernehmen konnte, noch länger zuzuwarten.»

Auch die Gemeinde Wünnewil-Flamatt wurde nur rund eine Woche vor den Arbeiten informiert, wie Bauamtsleiter Serge Marty auf Anfrage sagt. Besorgte Anwohner meldeten sich gar bei den FN. «Neben dem Autobahnviadukt sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen», sagte einer.

Fällungen auch im Mühletal

Auch ausserhalb des Bahnhofs Flamatt mussten in der Gemeinde in den vergangenen Tagen zahlreiche Bäume weg. Im Mühletal mussten erkrankte Eschen gefällt werden, damit sie nicht auf die Kantonsstrasse fallen. Zurzeit sind die Förster dabei, beim oberen Brückenkopf des Autobahnviadukts Bäume zu fällen – auch sie sind teils krank. Weil einzelne Bäume an der exponierten Lage nicht stehengelassen werden können, mussten teils auch gesunde entfernt werden. Sonst würden die vereinzelten Bäume dem nächsten Wintersturm zum Opfer fallen.

In Düdingen haben Astra und Förster auf der Höhe des Düdinger Mooses ebenfalls Handlungsbedarf festgestellt. Entlang der Autobahn zwischen Flamatt und Düdingen werden insgesamt rund 700 Bäume gefällt, schätzt Förster Inglin. Es handle sich dabei aber nicht um die grösste Fäll-Aktion des Kantons, wie ein Leser vermutet hatte. «Die Bäume verschwinden eben an Orten, an denen es auffällt.»

Beim Bahnhof Flamatt soll anstelle der Bäume eine niedere Hecke gepflanzt werden, wie Inglin sagt. Weil diese nicht so hoch werde, sei das Sicherheitsrisiko kleiner. Zudem förderten Hecken die Biodiversität. Die SBB suchten das Gespräch mit dem Grundeigentümer, damit dieser in Zukunft das Areal besser pflege – so dass keine hohen Bäume mehr da wachsen, wo sie den Verkehr gefährden könnten.

Holz für Schnitzelanlage

Der Gemeindepräsident von Wünnewil-Flamatt, Andreas Freiburghaus, ist nicht unglücklich über die Rodungen. «Mehrmals fiel ein Baum bei den Parkplätzen oder der Bahnhofstrasse um», sagte er auf Anfrage. Das Holz der gefällten Bäume wird zu Energie: Es wird gehäckselt und verbrannt. Laut Freiburghaus kommt ein Teil davon in die Schnitzelanlage der Gemeinde.

Zur Krankheit

95 Prozent werden verschwinden

Die Eschenwelke, auch Eschentriebsterben genannt, trat 2008 erstmals in der Schweiz auf und verbreitete sich dann im ganzen Land. Es gibt keine effizienten Massnahmen zur Bekämpfung der Krankheit, wie es auf der Homepage des Bundesamts für Umwelt heisst. Rund 95  Prozent aller Eschen werden verschwinden. Die Pilzkrankheit gelangt durch die Blätter oder die Rinde an der Stammbasis ins Holz. Sie lässt die Blätter welken, verfärbt die Rinde und destabilisiert die Bäume. Die allermeisten sterben ab. Nur sehr wenige Eschen sind resistent.

nas

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