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Nun bleibt mehr Zeit für Gottéron

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Im April 2001 wurde Jean-Claude Hayoz als 33-Jähriger in den Gemeinderat von Courtaman gewählt. Courtaman war damals noch selbstständig. «Wie andere wurde ich angefragt und hatte das Gefühl, ich würde sowieso nicht gewählt.» Doch es kam anders. Er habe damals nicht viel von Politik verstanden. Aber er sei gut aufgenommen worden. «Im ersten Jahr hörst du zu, im zweiten Jahr kannst du etwas sagen.» Zwei Jahre später erlebte Hayoz die Fusion von Courtaman mit der Nachbargemeinde Courtepin hautnah mit. «Bereits diese Fusion war ein beträchtlicher Aufwand.» So habe er sich damals während seinen Sommerferien mit sechs Reglementen beschäftigt. Doch die Fusion habe sich gelohnt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei, dass Courtepin an der Zweisprachigkeit festhalte. Denn Courtaman sei zur Hälfte deutschsprachig. «Indem Courtepin zweisprachig ist, konnten wir deutschsprachige Bürger für die Fusion gewinnen.»

Die Erfahrungen mit der ersten Fusion kamen Hayoz auch entgegen, als es um die Fusion zwischen Courtepin, Wallenried, Villarepos und Bärfischen ging. «Dieses Projekt war nochmals einiges komplexer.» Schliesslich hätten 22 Gemeinderäte über die Entscheide der Arbeitsgruppe mitbestimmt. Das sei ein langwieriger Prozess gewesen. Für Hayoz ist klar: «Die Dörfer sollen sich selber bleiben.» Courtaman habe bis jetzt seinen eigenen Jahrmarkt erhalten können. «Die politische Gemeinde wächst zusammen, die Dörfer sollen ihre Identität pflegen dürfen.» Für die Bürger ändere sich nichts, ausser dass sie künftig die Gemeindeversammlung in Courtepin besuchen.

Weniger Toleranz

In seinen 16 Jahren als Gemeinderat ist Courtepin stark gewachsen. Auch sonst hat Hayoz Veränderungen festgestellt. «Die Bevölkerung ist heute nicht mehr so tolerant.» Früher habe er zum Beispiel in Einspracheverhandlungen für Baugesuche einfacher Kompromisse gefunden, die für alle Seiten akzeptabel waren. «Heute wird schnell nur noch über den Anwalt kommuniziert.» Vielleicht, so Hayoz, kennen sich die Menschen im grösseren Courtepin heute nicht mehr so gut und würden nicht mehr so viel miteinander sprechen. Auch sonst sei die Arbeit juristischer geworden. «Die Nummern der Gesetzesartikel haben heute mehr Gewicht als früher.»

Sein Amt habe aber auch viele schöne Seiten. Gerne erinnert sich Hayoz an den Kontakt mit den Bürgern. «Man hat hie und da auch einmal Dank erhalten.» Spezielle Freude hatte Hayoz an den jährlichen Ausflügen mit den Senioren. «Die älteren Menschen waren sehr dankbar.» Ein schönes Projekt seien auch die Midnight Games für die Jugend. Einmal in der Woche kann sich die Jugend von Courtepin in der Turnhalle sportlich betätigen. «Der frühere Jugendtreff verlor zunehmend an Anziehungskraft. Da mussten wir neue Ideen suchen.» Er freue sich an den Dossiers, die er begleitet habe, so etwa den Bau der Halle Festisport sowie den Neubau des Schulhauses. In all seinen Jahren als Gemeinderat sei nur ein Geschäft vor der Gemeindeversammlung gescheitert. Dabei lehnte die Versammlung den Verkauf eines Bauernhauses in Courtaman ab. «Da wurden wir im Vorfeld persönlich angegriffen und es gab Unterstellungen.» Das habe ihn geschmerzt, gerade weil er selber aus Courtaman stammt. Es sei eines der ganz wenigen Male gewesen, bei denen er ans Aufhören gedacht habe.

Enttäuschung verdaut

Ende September wählten die Stimmbürger von Courtepin Jean-Claude Hayoz noch in den Gemeinderat der fusionierten Gemeinde. Zwei Monate später trat Hayoz überraschend zurück (die FN berichteten). Der neue Gemeinderat hatte mit vier zu drei Stimmen nicht Hayoz zu ihrem Präsidenten bestimmt, sondern Daniel Jorio, Ammann von Bärfischen. Mittlerweile hat Hayoz die Enttäuschung verdaut. Die Vorstellung, bald nichts mehr für die Gemeinde zu tun zu haben, sei aber sonderbar. «Vor allem, wenn ich in der Agenda auf den leeren Januar und Februar blicke.» Das werde auch für seine Familie eigenartig. «Meine Kinder sind 15- und 18-jährig. Sie kennen gar nichts anderes.» Sie hätten ihm früher einmal gesagt, er sei nie zu Hause. «Da macht man sich schon Gedanken.» Der Aufwand als Gemeindepräsident entspreche etwa 30 bis 40 Prozent. Ein Pensum, das Hayoz neben einem Vollzeitjob als Leiter Instandhaltung bei der Micarna bewältigte. «Ohne die Flexibilität des Arbeitgebers wäre dieses Amt gar nicht möglich.» Er habe den Arbeitsplatz oft für Besprechungen oder Sitzungen im nahegelegenen Gemeindehaus verlassen müssen. Hayoz freut sich, künftig wieder mehr Zeit zur Verfügung zu haben. Langweilig wird es ihm wohl nicht: Ideen für künftige Engagements bestehen schon. «Es ist aber noch nichts spruchreif.»

Hayoz wird künftig auch wieder mehr Zeit für den Sport haben. «Ich möchte die Laufstrecke von zehn Kilometern trainieren und später wieder einen Halbmarathon absolvieren.» Auch der Murtenlauf wäre wieder ein Ziel. Und schliesslich hat Hayoz Zeit, um seine Leidenschaft für Freiburg-Got­téron zu pflegen. «Jetzt habe ich wieder ein Saison-Abonnement.» Kommt vielleicht bald ein Gottéron-Verwaltungsrat aus Courtepin? «Ich wäre nicht abgeneigt», schmunzelt Hayoz.

«Ich möchte die Laufstrecke von zehn Kilometern trainieren und später wieder einen Halbmarathon absolvieren. »

Jean-Claude Hayoz

Gemeindepräsident Courtepin

«Die politische Gemeinde wächst zusammen. Die Dörfer sollen aber ihre Identität pflegen dürfen.»

Jean-Claude Hayoz

Gemeindepräsident Courtepin

Zur Person

Ursprünglich ein Stadtfreiburger

Jean-Claude Hayoz wurde im März 1968 im Freiburger Schönbergquartier geboren. Seit 1984 lebt er in Courtaman, wo er 2001 in den Gemeinderat gewählt wurde. 2008 wurde er Vizegemeindepräsident von Courtepin, 2014 folgte er auf Erwin Fuhrer als Syndic. Mit dem Jahreswechsel übergibt er sein Amt an Daniel Jorio. Jean-Claude Hayoz arbeitet als Leiter Instandhaltung bei der Grossmetzgerei Micarna in Courtepin. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 15 und 18 Jahren.

sos

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