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«Nur das Dessert hat gefehlt»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Thomas Zwahlen, wie sieht Ihre Gefühlslage am Tag nach dem Ausscheiden im Playoff-Halbfinal aus?

Es herrscht eine innerliche Leere. Die Enttäuschung, dass wir ausgeschieden sind, ist gross. Aber so ist eben der Sport: Es kann nicht nur Sieger geben.

 

 Das Ausscheiden gegen Forward Morges war allerdings nicht zwingend …

Wir hatten durchaus Chancen, um die Serie zu unseren Gunsten zu entscheiden. Beim ersten Duell in Morges haben wir auswärts sehr gut und diszipliniert gespielt und verdient gewonnen. In der zweiten Partie waren wir im Kopf nicht bereit und verschliefen die ersten beiden Drittel. Entscheidend war das dritte Spiel: In der Verlängerung standen wir einige Male sehr nahe am Sieg, mussten am Ende aber doch mit leeren Händen die Heimreise antreten. Diese Niederlage hat an der Moral genagt, das Momentum lag fortan bei Morges. Als wir am Dienstag in der vierten Partie auch noch früh in Rückstand gerieten, wurde es für uns mental noch schwieriger. Wir kämpften uns zwar nochmals heran, am Ende reichte es doch nicht.

 

 Was hat der Mannschaft gefehlt, um die Finalqualifikation zu realisieren?

Wir hätten vollzählig sein müssen. Während der ganzen Saison fielen immer wieder einige Spieler verletzt aus. In der Masterround und in den Playoffs mussten wir gar auf fünf Spieler verzichten.

 

 Verletzungspech wird gerne und oft als Entschuldigung angeführt …

Wenn man bei Morges die zwei besten Verteidiger und zwei starke, aggressive Stürmer aus dem Team nimmt, dann geht die Serie sicherlich anders aus. Michel Zwahlen und Lars Hezel waren unsere defensiven Playmaker, sorgten für die defensive Stabilität. Sie haben unser Spiel von hinten heraus dirigiert und lanciert. Ohne sie konnten wir unsere standardisierten Angriffe nicht mehr wie gewohnt auslösen. Die beiden und Patrick Rigolet sind die einzigen, die die entsprechenden Pässe draufhaben. Wir mussten improvisieren, was dazu führte, dass wir im Spielaufbau zu viele Fehler produzierten. Fehler, die unsere Gegner immer wieder zu Toren ausgenützt haben.

 

 Fehlte es an der nötigen Breite im Kader?

Nein. Wir konnten immer mit vier Linien spielen, mit drei Linien hätten wir überhaupt keine Chancen gehabt. Vielfach standen selbst die angeschlagenen Spieler auf dem Eis und bissen sich durch. Diesbezüglich muss ich den Jungs ein grosses Lob aussprechen. Sie haben sich voll ins Zeug gelegt und auch unter Schmerzen das Beste für das Team gegeben. Im Kader fehlte nicht die Breite, sondern die Tiefe. Keine 1.-Liga-Mannschaft kann die Ausfälle von zwei Schlüsselspielern und zwei torgefährlichen Stürmern einfach so wegstecken.

 

 Die Nicht-Qualifikation für den Playoff-Final oder das Verpassen der Hauptrunde im Schweizer Cup–was ärgert sie mehr?

Dass wir in der Meisterschaft ausgeschieden sind. Die Meisterschaft sagt mehr aus über die Qualität eines Teams. Der Cup mag zwar schön sein und ein Cup-Duell gegen einen NLA-Verein ganz lustig, es ist aber nicht das, wofür wir Eishockey spielen.

 

 Wie fällt Ihre Saisonbilanz aus?

 Unter dem Strich war es eine positive Saison. Mit dem Halbfinal hatten wir einen feinen Hauptgang, einzig das Dessert hat gefehlt. Aber angesichts der ganzen Umstände haben wir das Optimum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt.

 

 Mit Captain Lukas Bürgy, Patrick Rigolet und Roberto Jamusci verlassen drei langjährige Spieler die Düdingen Bulls. Was bedeuten diese Rücktritte für das Team?

Dass für die drei der Zeitpunkt gekommen ist, an dem sie sich andere Prioritäten als das zeitaufwendige Eishockey setzen wollen, ist verständlich. Es ist sehr schade, dass diese drei aufhören. In erster Linie werden sie uns in der Garderobe fehlen. Sie sind sehr verdienstvolle Spieler, die das Team lange geprägt haben. Ohne sie werden die Bulls ein ganz anderes Gesicht haben.

 

 Wer soll dem neuen Gesicht die Konturen verleihen?

Durch den Abgang von Bürgy, Rigolet und Jamusci geht uns viel Routine verloren. Nun liegt es an Spielern wie Jean Ayer, Damian Roggo, Michel Zwahlen und Ludovic Hayoz, die Führungsrolle zu übernehmen. Ich bin zuversichtlich, dass sie das entstandene Loch ausfüllen können. Hinter ihnen werden die Spieler mit den Jahrgängen 1992/1993 nachrutschen. Zudem hoffen wir, einige junge Spieler nach Düdingen holen zu können.

 

 Diesbezüglich laufen Gespräche mit Gottéron …

Mit Gottéron pflegen wir einen sehr regen Kontakt, tauschen uns fast wöchentlich aus. Auch dieses Jahr entwachsen bei Gottéron einige Spieler dem Elite-A-Alter. Sie haben alle den Wunsch, in der Nationalliga zu spielen. In der Regel versuchen sie sich bei Probetrainings zum Beispiel in La Chaux-de-Fonds oder in Visp für die NLB zu empfehlen, aber nicht alle erhalten auch einen Vertrag. An diesen sind wir interessiert. Sie gilt es, von unseren Qualitäten zu überzeugen. Düdingen ist eine gute Adresse, wo viel Wert auf Nachwuchsförderung gelegt wird.

 

 Was für Spielertypen suchen Sie?

Sie müssen ins familiäre Umfeld der Düdingen Bulls passen. Ich will vermeiden, dass es im Team Gruppenbildungen gibt. Spieler, die in erster Linie ihre Punkte und Tore zählen, kann ich nicht gebrauchen. Die Neuen sollen für die Farben der Bulls spielen und nicht persönliche Interessen in den Vordergrund stellen. Bis Ende März werden wir noch trainieren und mögliche neue Spieler einladen und begutachten. Ende März möchte ich das Gros des Teams beisammenhaben. Im April machen wir einen Monat Pause, dann beginnt bereits die Vorbereitung auf die nächste Saison.

«Angesichts der Umstände haben wir das Optimum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt.»

«Ohne die drei werden die Bulls ein ganz anderes Gesicht haben.»

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