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Nur ein Ausrutscher – oder doch mehr?

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Die 2:8-Niederlage vom Samstag in Davos wirft Fragen auf. War die Schlappe nur ein Ausrutscher? Oder liegen die Probleme im Freiburger Spiel doch tiefer? Greg Mauldin, der letzten Donnerstag am Kiefer operiert wurde und noch für Wochen fehlen wird, verfolgte das gestrige Training als Zaungast. Eine schlüssige Erklärung für die Leistung der Teamkollegen im Bündnerland hatte der Amerikaner, der die Partie zusammen mit dem rekonvaleszenten Jeff Tambellini am Fernsehen verfolgt hatte, nicht zur Hand. «Ein schlechtes Spiel pro Saison hat jedes Team zugute, so heisst es», begnügte er sich zu sagen.

Neues System

Einer der Direktbeteiligten, Marc Abplanalp, wusste Gründe für die Pleite anzuführen. «Es war kollektives Versagen. Dass ein Spieler einen schlechten Tag erwischt, kann es immer mal geben. Dass aber das gesamte Team betroffen war, zeigt, dass die Probleme tiefer liegen.» Der Verteidiger, der zusammen mit Timo Helbling in Davos als Einziger eine positive Plus-Minus-Bilanz aufzuweisen hatte, will seine Erklärungsversuche aber nicht als Entschuldigung verstanden haben. «Schliesslich sind wir Profis. Dennoch, wir haben eine harte Vorbereitung hinter uns. Der Match vom Freitag gegen Zürich (Red.: 4:3-Sieg) hat uns viel Energie gekostet. Wir mussten bis zum Schluss kämpfen. Es war wirklich ein hartes Spiel.» Dass die Davoser ihr Auftaktspiel verloren haben und gegen Gottéron das erste Heimspiel bestreiten konnten, hätte das Übrige getan. «Dann kann es eben zu einer solchen Schlappe kommen.»

Mit eine Ursache für den Denkzettel sei auch im neuen Defensivsystem zu suchen. «Ich spiele nun acht Jahre für Gottéron. Sieben davon agierten wir mit einer Mann-gegen-Mann-Verteidigung. Seit dieser Saison verteidigen wir in der Zone», erklärt Abplanalp. Dies läge aber nicht an der neuen Regelauslegung mit der kleineren Mittelzone, wie er unterstreicht. In der Champions Hockey League und gegen die ZSC Lions bewiesen die Freiburger, dass das neue System durchaus den Anforderungen standhalten kann. «Aber natürlich gibt es Situationen, wo es noch Abstimmungsprobleme geben kann.» So geschehen am Samstag in Davos. Dass die Bündner ein Tempohockey par excellence betreiben, dürfte dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt haben. «Davos hat zweimal schneller gespielt als der ZSC», bestätigt Gottéron-Trainer Hans Kossmann.

«Keine Angst»

Wie jeden Montag habe eine Nachbetrachtung der Wochenend-Partie stattgefunden, sagt Abplanalp. «Klar haben wir über das Davos-Spiel gesprochen. Entscheidend ist aber, dass uns das nicht zweimal passiert.» «Vergessen und nach vorne blicken» lautet deshalb die Devise. Bedenken, dass die Niederlage Spuren hinterlässt, hat Abplanalp keine. «Nein, das macht mir keine Angst.»

Heute beim bisher wenig überzeugenden SC Bern bietet sich für die Freiburger die Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Abplanalp warnt indes davor, übermotiviert in das Derby zu gehen. «Keine Frage, wir wollen es besser als in Davos machen. Es wäre aber ein Fehler, es zu gut machen zu wollen.» Gottéron müsse viel eher zu seinem Spiel zurückfinden, das es in der Champions Hockey League und gegen die Lions geboten hatte. «In Davos spielten wir kopflos. Gefragt sind Ruhe und Cleverness.»

War das 2:8 in Davos ein Ausrutscher–oder doch mehr? Eine Antwort darauf gibt es heute in Bern.

«In Davos spielten wir kopflos. Gefragt sind

Ruhe und Cleverness.»

 Marc Abplanalp

Gottéron-Verteidiger

 

Der heutige Gegner

Die Fakten zum SC Bern

• Beim SCB übernimmt jeden Monat ein neuer Spieler das Captain-Amt. Zum ersten Spielführer wurde der Freiburger Tristan Scherwey auserwählt.

• Gleich drei neue Kanadier hat Bern auf diese Saison hin verpflichtet. Verteidiger Marc Gragnani spielte zuletzt in der KHL, Stürmer Chuck Kobasew hat 654 NHL-Spiele auf dem Buckel und Bud Holloway in der schwedischen Liga einen Punkt pro Spiel produziert.

• Mit Simon Moser (zurzeit verletzt), Eric Blum und Thomas Rüfenacht kamen zudem drei Nati-Spieler.

• Topskorer ist Martin Plüss (zwei Tore, ein Assist).

Vorschau: Kamerzin in Bern fraglich

W er Hans Kossmann kennt, weiss, dass ihm solche Niederlagen wie jene am Samstag in Davos komplett gegen den Strich gehen. «Wir haben die Fehler besprochen», sagt der Gottéron-Trainer. Damit hat es sich aber. «Für mich ist Davos damit vergessen.» Heute, auswärts beim SC Bern (19.45 Uhr), will Kossmann wieder das Spiel von Gottéron sehen. «Wir hatten zuletzt viel Erfolg gegen den SCB, auch in Bern (Red.: in der Saison 2013/14 fünf Siege in sechs Spielen).» In Bern würde das berühmte 1-3-1-System auf seine Mannschaft warten, so Kossmann, der die bisherigen Leistungen des heutigen Gegners (3:4 nach Penaltyschiessen in Ambri und 2:1 zu Hause gegen Biel) nüchtern kommentiert. «In Ambri hat Bern zwei Punkte verloren, und Biel hat es auch nicht gerade zerstört. Es gibt eben keine einfachen Spiele in dieser Liga.»

Ohne Bykow und Tambellini

Nicht zum Einsatz kommen heute Greg Mauldin (Kieferbruch) sowie die beiden rekonvaleszenten Stürmer Andrei Bykow und Jeff Tambellini. Fraglich ist Jérémie Kamerzin. In Davos von Dino Wieser gegen den Kopf gecheckt, verspürt der Verteidiger Nackenschmerzen und nahm gestern nicht am Training teil. «Es ist keine Gehirnerschütterung», sagt Kossmann. «Vielleicht ist er dennoch für das Spiel in Bern bereit, sicher aber am Wochenende.» Falls Kamerzin ausfällt, rückt Elite-Junior David Wildhaber nach. Gestern noch nicht verraten wollte der Trainer, ob Benjamin Conz oder Melvin Nyffeler, der in Davos bei seinem Debüt im Gottéron-Dress von den Teamkollegen im Stich gelassen wurde, im Tor stehen wird. fs

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