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Nur noch ein Chefredaktor

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Nur noch ein Chefredaktor

Radio Freiburg/Fribourg legt Redaktionen zusammen

Ab dem 28. Februar 2005 gibt es bei Radio Freiburg/Fribourg nur noch eine Redaktion. Der bisherige Chefredaktor von Radio Fribourg, Marcel Messeiller, übernimmt die Leitung.

Von JEAN-LUC BRÜLHART

Bisher waren die Redaktionen von Radio Freiburg und Fribourg zwei eigenständige Bereiche, mit Ausnahme zu Beginn des Lokalradios. Das soll sich ab dem 28. Februar ändern. Die Redaktionen werden zusammengelegt und mit dem 31-jährigen Marcel Messeiller wird neu nur noch ein Chefredaktor verantwortlich sein für beide Programme. Für die Hörer wird alles beim Alten bleiben. Nach wie vor werden auf Radio Freiburg nur Sendungen in deutscher Sprache zu hören sein.

Nicht wirtschaftlich begründet

Die Zusammenlegung geschieht nicht aus wirtschaftlichen Gründen (das Budget bleibt gleich und es werden keine Personen entlassen), sondern ist eine Folge der strategischen Ausrichtung. «Wir wollen den Austausch zwischen den beiden Redaktionen fördern und so Synergien nutzen», sagt Karl Ehrler, Co-Direktor von Radio Freiburg/Fribourg.

Die Annäherung auf der Redaktion – es sind rund 12 Personen betroffen – geschieht auch räumlich. Waren die Redaktionen bisher in getrennten Büros, so teilen sich die Journalisten beider Sprachen in Zukunft einen Raum. «Auf diese Weise kommt es unweigerlich zu einer Konfrontation mit der anderen Sprache und der anderen Optik», ist Ehrler überzeugt.

Bisher habe man sich gekannt, im Gang gekreuzt, aber nichts über die Arbeitsweisen des anderen Radios gewusst. Das soll sich nun ändern.

Kein Röstigraben mehr

Auch wenn der Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften gefördert wird, sei es wichtig, dass jede Gemeinschaft ihre Eigenheiten behält. Es wird auch eine Redaktions-Charta ausgearbeitet, in der Respekt vor den Eigenheiten der anderen Gemeinschaft festgehalten ist. «Eine meiner Aufgaben wird es sein, zu verhindern, dass es zwischen den Deutschsprachigen und Französischsprachigen zu einem Graben kommt», so Marcel Messeiller. Vor vier Jahren habe es zwischen den Redaktionen regelrecht einen Röstigraben gegeben. Auch vor zwei Jahren wäre eine Zusammenlegung der Redaktionen nicht möglich gewesen. «Dafür braucht es Mitarbeiter mit Offenheit», sagt Messeiller.

«In seiner Muttersprache ausdrücken»

Es sei nicht das Ziel, nur noch perfekt zweisprachige Personen zu beschäftigen, so Messeiller. «Meine Vision der Zweisprachigkeit ist, dass sich jeder in seiner Muttersprache ausdrücken kann.» Gerade für die Französischsprechende werden die neuen Strukturen eine Chance bieten, die andere Sprache besser zu lernen.

Seit September dieses Jahres leitet Pia Käser die Redaktion von Radio Freiburg interimistisch. Dies, nachdem Radio Freiburg im Mai einen Chefredaktor eingestellt und dieses Arbeitsverhältnis im Juli nicht weitergeführt hat.
Kulturen respektieren

Den Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften fördern und gleichzeitig die kulturellen Unterschiede respektieren. Dieses Ziel verfolgt der neue Chefredaktor von Radio Freiburg/
Fribourg.

Mit MARCEL MESSEILLER
sprach JEAN-LUC BRÜLHART

Wie sehen Sie Ihre Rolle innerhalb der neu gebildeten zweisprachigen Redaktion?

Ab dem 28. Februar wird es eine ganz andere Arbeit für mich sein, verglichen mit den letzten drei Jahren als Chefredaktor von Radio Fribourg. Ich werde aufmerksam beobachten, wie sich die Struktur entwickelt und die Sprachgemeinschaften darin zurechtfinden. Die grösste Herausforderung besteht darin, dass die Verschiedenheit der Kulturen ausgelebt und die Wahl der Programme respektiert werden. Ich werde nicht ein französischsprachiger Chef sein, der das deutschsprachige Radio nur am Rande betreut. Wir werden eine Redaktion sein und eine Agenda führen.

Der deutschsprachige Raum des Kantons Freiburg – wie gut kennen Sie ihn?

Die letzten drei Jahre habe ich mich schon mit den Ereignissen in Deutschfreiburg auseinander gesetzt. Natürlich kenne ich mich hier weniger aus als die deutschsprachigen Redaktionsmitglieder, aber es ist nicht so, dass ich diesen Teil des Kantons erst jetzt entdecke. Ich werde offen sein für die Anregungen der Redaktion.

Gab es von Seiten der Redaktionen auch kritische Stimmen zur neuen Struktur?

Obwohl es zu einschneidenden Veränderungen kommen wird und die Journalisten Gewohnheiten aufgeben müssen, wird das Projekt von den Redaktionen getragen. Alle Mitarbeiter wollen die Erfahrung einer zweisprachigen Redaktion machen und werden sich dafür auch einsetzen.

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