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Obdachlose und Armutsbetroffene zeigen Bern

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Bereits vor fünf Jahren hat der gemeinnützige Verein Surprise (siehe Kasten) die ersten sozialen Stadtrundgänge angeboten. Zuerst in Basel, kurz darauf auch in Zürich. Seit Beginn des Jahres 2018 gibt es das Angebot nun auch in der Stadt Bern. Das Spezielle dieser Rundgänge liegt darin, dass die Stadtführerinnen und Stadtführer Armut und Obdachlosigkeit aus eigener Erfahrung kennen. Dadurch bieten die Stadtführungen einen authentischen Einblick in diesen der breiten Öffentlichkeit eher unzugänglichen Teil des Stadtlebens. Ziel ist es, die Bevölkerung für Armut und Ausgrenzung in der Schweiz zu sensibilisieren. Daneben bieten die Stadtrundgänge auch die Möglichkeit, Menschen in Not eine Arbeit zu geben.

Drei Touren

Insgesamt bietet Surprise für die Stadt Bern drei Touren an. Die erste Tour behandelt das Thema Obdachlosigkeit, die zweite dreht sich um die «Armutsfalle Arbeitslosigkeit», und die dritte Tour widmet sich dem Thema Armut und Sucht.

Der 56-jährige Roger Meier zeigt auf seinen Touren, wie man in der Stadt Bern als Obdachloser zurechtkommt, und er weiss, was das bedeutet, war er doch selber etliche Jahre obdachlos. Meier zeigt Orte wie den Aufenthaltsraum Postgasse oder die Gassenküche. Und er zeigt, wie man sich in der Stadt Bern auch mit wenig Geld in der Tasche durchschlagen kann.

Soziale Ausgrenzung

Jeden Franken zweimal umdrehen zu müssen, das kennen die Tourguides der zweiten Tour, André Hebei­sen und Hanspeter Deflorin, bestens. Auf ihren Touren berichten sie vom Leben abseits des ersten Arbeitsmarktes, von sozialer Ausgrenzung und von der Belastung, abhängig von Sozialhilfe zu sein. Hebeisen und Deflorin zeigen, welche Angebote der Stadt Bern sie in solch schwierigen Zeiten nutzen konnten, etwa die Bewerbungswerkstatt «Triio», den Sozialdienst oder den alkoholfreien Treffpunkt «Azzurro» des Blauen Kreuzes.

Eine starke Frau

Franziska Lüthi (52) wird zusammen mit Roger Meier Touren rund ums Thema Armut und Sucht leiten. Der Start dieser Touren ist im Frühjahr 2018 geplant. Bereits in ihrer Jugend sind Drogen ein Bestandteil ihres Lebens, doch Franziska Lüthi schaffte den Turnaround: Familie, Kinder und ein «normales» Leben. Mit dem Ende der zwölfjährigen Ehe kommt aber die Sucht zurück, Lüthi verliert ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gleitet in die Armut ab. Dank verschiedener Programme und der Auseinandersetzung mit sich selbst schafft sie es erneut, aus den Drogen auszusteigen. Heute lebt Franziska Lüthi abstinent, konsumiert weder Alkohol noch Drogen. Lüthis Absicht ist es, mit den Stadtrundgängen Vorurteile gegenüber suchtkranken Menschen abzubauen.

Eine Erfolgsgeschichte

Laut Surprise-Geschäftsführerin Paola Gallo haben seit dem Start der sozialen Stadtrundgänge vor fünf Jahren bereits um die 40 000 Personen an den verschiedenen Touren teilgenommen. Dabei gehe es nicht darum, Leute auszustellen, darauf werde genau geachtet, so Gallo. Bislang sind die sozialen Stadtrundgänge also für alle Seiten gewinnbringend. Bereits haben in Bern 46 Touren stattgefunden. Es bleibt zu hoffen, dass vielleicht in der Stadt Freiburg irgendwann ein ähnliches Projekt zustande kommen wird.

Der gemeinnützige Verein Surprise

Mehr als nur Strassenmagazin – Surprise wirkt seit 20 Jahren

Bereits im Jahr 1993 wurde in Basel die Strassenzeitung «Stempelkissen» gegründet. Das «Stempelkissen» fusionierte 1995 mit der Zeitung «Kalter Kaffee, ganz heiss» und wurde seither unter dem Namen «Surprise Arbeitslosenzeitung» publiziert. 1998 wurde der Verein Surprise gegründet und bietet seit nun mehr 20  Jahren Hilfe zur Selbsthilfe an.

Seit 2003 erscheint das Surprise-Strassenmagazin alle 14  Tage. Die weiteren Angebote von Surprise wurden seit 2003 nach und nach aufgebaut: das Strassenmagazin, die sozialen Stadtrundgänge, der Strassenfussball, der Strassenchor, das gastronomische Solidaritätsnetzwerk Café Surprise, die Job- und Förderprogramme SurPlus und Chancenarbeitsplatz sowie die niederschwellige Sozialberatung und -begleitung an drei Standorten in Basel, Bern und Zürich.

Surprise ist eines von 110 Mitgliedern aus 35 Ländern im internationalen Netzwerk der Strassenzeitungen (INSP). Als unabhängiges Unternehmen mit sozialem Zweck arbeitet Surprise nicht gewinnorientiert und finanziert sich ohne staatliche Gelder. 65  Prozent der Einnahmen werden durch den Erlös des Strassenmagazins, der sozialen Stadtrundgänge und der Inserate generiert, 35  Prozent durch Spenden, Sponsoren- und Stiftungsgelder.

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Quelle: https://surprise.ngo

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