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Ode an die Melancholie

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Ode an die Melancholie

Musical «Voices»: Krieg, Liebe und Drogen im Podium Düdingen

Am Donnerstag wurde das Musical «Voices», das zwei Kollegiumsschüler im vergangenen Jahr als Maturaarbeit verfasst hatten, im Düdinger Podium aufgeführt. Gelungen ist ein melancholisches Stück mit einer überraschend reifen Weltansicht: Note 6.

Von MATTHIAS FASEL

Auf den ersten Blick erinnert die Thematik rund um Krieg, Liebe und Drogen stark an das Musical «Hair». Doch den beiden Freiburger Autoren Yannick Schmidt und Tobias Stritt vorzuwerfen, sie hätten sich beim Erfolgsmusical bedient, wäre falsch. «Voices» ist das Produkt einer anderen Generation. Es ist desillusionierter und fatalistischer, man könnte auch sagen, weniger naiv als das Hippiestück der Sechzigerjahre: Die Figuren verurteilen den Krieg, protestieren jedoch nicht dagegen. In den Bereich der Liebe verirrt sich kein jugendlicher Übermut. Und die Erfahrungen mit harten Drogen enden da, wo sie fast immer enden: in der Misere.

Einflüsse von Pink Floyd

Die 25 selbst komponierten Rocksongs sind durchwegs von einer anmutigen Melancholie durchzogen. Einflüsse von Pink Floyd sind dabei unüberhörbar. Die verzweifelte Grundstimmung der Lieder ist am ehesten mit deren Album «The final cut» zu vergleichen, das Roger Waters zu Ehren seines im Krieg gefallenen Vaters geschrieben hatte. Andere, pompöse Passagen, bei denen das Schlagzeug oder Trommeln im Vordergrund stehen, erinnern an «The Wall». Vorangetrieben werden die Songs immer wieder von den Bässen von Pascal Thalmann.

Die 13-köpfige Band, die sich die beiden Autoren zusammengestellt hat, spielte am Donnerstagabend von der Violinistin bis zum Gitarristen fehlerfrei. Pianist Tobias Stritt, der in leisen Solopassagen sein Können unter Beweis stellte, und Simon Gross am Saxophon stachen besonders hervor. Das entscheidende Flair gaben den Songs allerdings die charmant schwermütigen Stimmen von Jasmin Hirt und Yannick Schmidt. Die meisten so genannten «Music Stars» und wohl auch deren Juroren würden in einem Vergleich mit den beiden jedenfalls ziemlich alt aussehen.

Liebesgeschichte im Vordergrund

Bei einem Musical steht nicht nur die Musik im Vordergrund, sondern auch die Story und die Schauspielerei. Im Mittelpunkt steht bei «Voices» die Liebesgeschichte zwischen Jessica (Milena Daphinoff) und Ryan (Micha Küchler). Obwohl die beiden frisch verliebt sind, überwiegen in ihrem Leben die traurigen Momente. Ihre Liebe wird empfindlich gestört durch den Tod von Ryans Bruder Mathew, der gleichzeitig Jessicas bester Freund war. Hinzu kommt Ryans Drogenproblem, das er bis zum Schluss nicht in den Griff bekommt. Doch genau wie die Stimmen («voices») in Ryans Kopf nie ganz verschwinden, erlischt durch seine Liebe zu Jessica auch der Funken Hoffnung nie ganz.

Da die Videoeinspielungen aus Freiburg stammen und die Soldaten Schweizer Uniformen tragen, hätte man vielleicht die Figuren nicht Ryan, Mathew und Allan nennen müssen. Doch abgesehen von dieser Kleinigkeit, steht auch die Geschichte in Sachen Dramatik und Spannung den Broadway-Erzählungen in nichts nach. Gesungen wird in Englisch, gesprochen in Deutsch. Die Unmöglichkeit, das Bühnenbild ständig zu wechseln, wird zudem problemlos durch Videoprojektionen wettgemacht.

Note 6

Egal ob auf der Ebene der Musik oder der Schauspielerei: Allen Beteiligten kann eine sehr hohe Professionalität attestiert werden. «Voices» hat absolut nichts mit dem zu tun, was man sich unter dem Begriff Schülervorführung vorstellt. Dieser Meinung waren auch die Zuschauer im gut gefüllten Podium, die minutenlang applaudierten.

Was die beiden 20-Jährigen da geschaffen haben, ist gross und reif: Note 6. So sahen es denn auch die Experten, welche die Maturaarbeit zu beurteilen hatten. Sie erteilten das Maximum von einhundert Punkten. Schade eigentlich, dass in nächster Zeit noch keine weiteren Vorstellungen geplant sind. Doch die Pflicht ruft. Schliesslich stehen für die Autoren im Sommer die Matura-Abschlussprüfungen an.

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