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«Ohne Beziehungen läuft nichts»

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André Uebersax über seine neue Firma «Swiss-China Networking»

Autor: Mit ANDRÉ UEBERSAX sprach IRMGARD LEHMANN

Ein grosses Transparent mit chinesischer Schrift ziert Ihr Büro. Können Sie das lesen?

Noch nicht, aber bald. Ich bin drauf und dran, Chinesisch zu lernen. «Kleine Flüsse machen den grossen Strom» steht auf dem Transparent – ein Gedanke, von dem ich mich leiten lasse.

Doch mit den Sprachkenntnissen macht man in China noch kein Geschäft. Muss man sich nicht vielmehr in den Sitten auskennen?

Ohne Beziehungen kann man fast nichts ausrichten. Daher habe ich mit der Chinesin Liang Yu die AG «Swiss-China Networking» gegründet. In China muss man die Behörde in jedes Geschäft, sei es auch noch so privat, mit einbeziehen. Und man tut gut daran, mit Einladungen grosszügig umzugehen.

Wo wird Ihre Firma aktiv?

In den Sektoren Dienstleistung, Export und Import.Kontakt haben wir mit der Pharmabranche, welche die chinesische Medizin mit ihren Naturprodukten in Europa besser vermarkten möchte.Auch mit der Automobilindustrie haben wir das Gespräch aufgenommen. Ein erstes Auto «made in China» soll demnächst auf den Markt kommen. Der Import von Lastwagenteilen und Natursteinen sind weitere Zweige. Im Exportbereich haben wir Schweizer Weine und Schokolade im Visier.

Aber das machen doch schon andere.

Oh, wissen Sie, China ist unendlich gross, und der Markt boomt. Gegenwärtig sind in China Luxusprodukte hoch im Kurs, wie etwa die Schweizer Uhren. Diesem Markt verdankt die Uhrenbranche auch ihre guten Resultate. Die Chinesen haben Geld.

Wie ich sehe, ist Ihr Notizbuch voll beklebt mit Visitenkarten. Haben Sie sie seit Jahren gesammelt?

Nein, das ist lediglich die Ausbeute der Reise im Juni.Wir organisieren ja auch Events. So wird im Oktober der Chor der Uni Freiburg in der Sechs-Millionen-Stadt Hangzhou auftreten. Mit Beijing Invest haben wir einen Exklusivvertrag unterzeichnet. Damit werden wir für die Firmen und Delegationen zuständig sein, die der Schweiz einen Besuch abstatten.So haben wir vor, auch die Schule für Gestaltung in Freiburg (Emaf) ins Spiel zu bringen. Eine Zusammenarbeit mit China ist geplant.

Und welche Rolle spielt dabei Ihre alte Arbeitgeberin, die Handelskammer?

Für sie werden wir auf Mandatsbasis im Dienstleistungssektor tätig sein und Empfänge und Veranstaltungen organisieren.

Inwiefern kann Europa bzw. die Schweiz für China von Interesse sein?

Im Bereich Umwelt und Energie. In China sind die Umweltprobleme gewaltig und daher ist die Nachfrage nach neuen Technologien gross.In der nördlichen Provinz Shenjang mit rund 42 Millionen Einwohnern sollen künftig 30 Prozent der Neubauten mit Wärmepumpen versehen werden. Eine entsprechende Produktionsstätte wird gebaut. Das Knowhow liefert die Schweiz und unsere Firma vermittelt.Für eine andere Provinz haben wir ein Weiterbildungsprogramm im Bereich Ökologie auf die Beine gestellt. Dabei werden die Teilnehmer auch sechs Tage in der Schweiz verbringen.

Seit einigen Jahren wirkt auch Charles Merkle aus Tafers in China. In Shanghai führt er eine der grössten Beraterfirmen mit rund 700 Mitarbeitern. Inwiefern ist dies eine Konkurrenz für Sie?

Ich weiss nicht so genau, was Charles Merkle macht.

In Shanghai ist noch das Swiss Center, das im Jahre 2001 auf Ihre Initiative entstanden ist. Hat sich das Center auch in Ihrem Sinn entwickelt?

Ich glaube schon – immerhin hat es im Umfang von 50 Millionen US-Dollar Investitionen generiert. Firmen wie die Metar-Maschinenfabrik aus Freiburg, Maxwell aus Rossens, Firmenisch, Duftindustrie aus Genf Sarna (Sika Cham) und Kuk Elektronik (Appenzell) haben sich im Center niedergelassen.Immerhin wollen japanische Investoren die zweite Etappe des Swiss Centers in der Stadt Taizang, 100 km von Shanghai entfernt, mitfinanzieren.

17 Jahre lang waren Sie Direktor der Handelskammer? Auf was können Sie stolz sein?

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit war der Aufbau eines Netzwerkes. Das Frühjahrsapéro, das Politik und Wirtschaft zusammenbringt, ist heute ein fester Bestandteil. Wegweisend war natürlich die Öffnung nach China.

Wie stufen Sie die Freiburger Wirtschaft ein?

Als vielseitig. Von der Landwirtschaft bis hin zur Produktion von Luxusartikeln ist alles vorhanden. Die vielen kleinen Firmen haben sich auch stets vergrössert. Zu bedauern ist einzig das Stagnieren des Dienstleistungssektors mit den Banken und Versicherungen.

Ende Monat verlassen Sie den Arbeitsplatz der Handelskammer im UBS-Gebäude an der Jurastrasse in Freiburg. Ein anderes Leben beginnt – welches?

Standplatz ist nach wie vor Freiburg. Doch werde ich oft auf Reisen sein – vorab in China. Wie etwa im Oktober, wenn ich mit Liang Yu in verschiedenen Provinzen potenzielle Geschäftspartner treffe.

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