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«Ohne Hilfe müsste ich in ein Heim»

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«Ohne Hilfe müsste ich in ein Heim»

Soziale Dienste für Kranke, Behinderte und Betagte entsprechen grosser Nachfrage

Wo die Spitex und andere Institutionen an ihre Grenzen stossen, bietet ein Verein in Schmitten Hilfe an. Auch die 16-jährige Eveline Brülhart leistet regelmässig soziale Einsätze für eine hilfsbedürftige Frau.

Von ILONA STÄMPFLI

Einer alten Frau die Haare waschen, mit einer behinderten Person einkaufen gehen und einem Kranken das Abendessen zubereiten oder den Rasen mähen – das sind kleine, aber sehr wertvolle Dienste, die der Verein für die Vermittlung von Hilfsdiensten in Schmitten anbietet. Dank den sozialen Einsätzen der Mitglieder können hilfsbedürftige Menschen ihr Leben in der gewohnten Umgebung weiterführen und müssen nicht in ein Pflegeheim.

Elisabeth Brülhart aus Schmitten kocht einmal in der Woche für eine betagte Frau, um deren Familie zu entlasten, und betreut jeweils am Mittag eine kranke Frau. «Ich wohne ganz in der Nähe von ihr und bin am Mittag wegen meiner Kinder sowieso zu Hause. Es ist für mich kein Problem, jeden Tag eine knappe halbe Stunde für die Frau einzusetzen», meint sie. Elisabeth Brülhart fährt ab und zu auch ältere Leute zum Arzt, hilft ihnen beim Putzen oder flickt ihnen die Kleider.

Keine Berührungsängste

Wie Elisabeth Brülhart setzt auch Eveline Brülhart aus Überstorf einen Teil ihrer Freizeit für eine kranke Person ein. Anna Joss leidet an MS (Multiple Sklerose) und ist auf Hilfe angewiesen. «Ohne die Hilfe von den Mitgliedern des Vereins müsste ich in ein Heim. Ich kann fast nichts mehr alleine machen. Der Dienst ist sehr wichtig für mich», sagt die 45-jährige Mutter von zwei Kindern.

Eveline besucht Anna Joss an drei Abenden in der Woche. Sie bereitet das Abendessen vor, hilft ihr beim Essen, reicht ihr die Medikamente und bringt sie zu Bett. Einmal im Monat erledigt sie für die Patientin auch noch Büroarbeiten. «Anna hat mir am Anfang ganz genau erklärt, was ich machen soll und wie ich ihr helfen kann», erzählt die 16-Jährige, die nach einem Welschlandjahr gerne Arztgehilfin werden möchte. Berührungsängste hatte sie nie. «Am Anfang war es schon etwas komisch, weil ich die Frau noch nicht kannte. Jetzt würde ich alles für Anna tun.»
Für ihren Hilfsdienst erhält Eveline vom Verein eine bescheidene Entschädigung von 10 Franken in der Stunde. Das Geld ist aber nicht der Grund, warum sie soziale Einsätze leistet. «In solchen Situationen wären wir auch froh, wenn uns jemand helfen würde», meint sie. Auch ihre Schwester, ihre Mutter, eine Kollegin und weitere Vereinsmitglieder kümmern sich um Anna Joss. «Wenn es jemandem von uns einmal nicht geht, springen wir füreinander ein», sagt Eveline.

Für die MS-Patientin war es zu Beginn hart zu akzeptieren, dass sie soviel Hilfe braucht. «Jetzt geht es besser. Ich komme sehr gut mit den jungen Leuten aus.» Letzten Sommer konnte sie sich sogar einen lang ersehnten Wunsch erfüllen. Mit zwei jungen Hilfskräften des Vereins unternahm sie eine Kreuzfahrt auf der Nordsee. «Wir hatten viel Spass zusammen und die Begleiterinnen konnten mir auch ohne Ausbildung immer sehr gut helfen», erzählt Anna Joss.

Grosser administrativer Aufwand

Im Verein für die Vermittlung von Hilfsdiensten können alle ab 13 Jahren Mitglied werden und Dienste anbieten – Hausfrauen, Studenten, Seniorinnen. Susanne Lottaz, Präsidentin des Vereins, arbeitet auch mit der regionalen Arbeitsvermittlungsstelle (RAV) zusammen. «Es melden sich viele Arbeitslose bei uns. Hier steckt ein riesiges Potential dahinter», meint Lottaz. Sie sei noch nie enttäuscht worden von Leuten, die mit dem Dienst nur Geld verdienen wollten. Für so wenig Geld müsse man die Arbeit schon sehr gerne machen.

Seit einiger Zeit ist der administrative Aufwand des gemeinnützigen Vereins grösser geworden. Für die Arbeitslosen, welche die Arbeit beim Verein als Zwischenverdienst angeben können und für die anderen Mitglieder müssen Versicherungen abgeschlossen, Formulare ausgefüllt und Lohnabrechnungen geschrieben werden.

Auch die Koordination der Diensteinsätze, die Kommunikation mit den Gemeinden, Behörden und der Spitex nehmen viel Zeit in Anspruch. «Bis im Juni habe ich den ganzen Papierkram ehrenamtlich erledigt. Jetzt werde ich für die Arbeit entschädigt», sagt Susanne Lottaz, die rund 30 Stunden pro Woche für den Verein einsetzt. Sie wünscht sich für den Verein mehr finanzielle Mittel, so dass die Tarife für die Hilfsbedürftigen wieder gesenkt werden könnten.

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